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Nochmals Kommando-Wechsel bei Energie: Böhme als Chef

Zweitliga-Schlusslicht Energie Cottbus wechselt erneut den Trainer - zum zweiten Mal in dieser Saison. Nach dem neunten sieglosen Spiel unter seiner Regie ist Schluss für Stephan Schmidt. Jetzt übernimmt Vizeweltmeister Jörg Böhme - eine Rettung ist aber fast unmöglich.
Co-Trainer Jörg Böhme übernimmt zunächst für den entlassenen Trainer Stephan Schmidt. Foto: Thomas Eisenhuth Co-Trainer Jörg Böhme übernimmt zunächst für den entlassenen Trainer Stephan Schmidt. Foto: Thomas Eisenhuth
Cottbus. 

Schon eine halbe Stunde nach den Abschiedsworten von Stephan Schmidt gab Interims-Nachfolger Jörg Böhme auf dem Trainingsplatz die Kommandos.

Der Vizeweltmeister und bisherige Assistenzcoach wird das abgeschlagene Zweitliga-Schlusslicht FC Energie Cottbus zunächst als Chef im fast schon aussichtslosen Kampf gegen den Abstieg führen. «Nach dem Spiel gegen Erzgebirge Aue gab es intensive Gespräche mit der Vereinsführung. Und unsere gemeinsame Entscheidung ist, dass gegen den FC Kaiserslautern ein anderer Trainer die Verantwortung übernimmt», hatte Schmidt selbst verkündet.

Das 13. sieglose Spiel nacheinander und vor allem eine desolate erste Halbzeit bei der jüngsten 2:3-Heimpleite gegen Erzgebirge Aue hatte mit einer Verzögerung von drei Tagen zu der Konsequenz geführt:

Der FC Energie schmiss nochmals die Trainer-Rotation an. Chefcoach Schmidt, der erst vor knapp vier Monaten das Amt von Rudi Bommer übernommen hatte, wurde vom Präsidium abgesetzt.

Ex-Bundesligaprofi Böhme dirigierte schon am Montagnachmittag in schwarzen Trainingsshorts und schwarzen Stutzen die Übungseinheit der Profis, die ihrerseits im Eliaspark ohne erkennbaren Emotionen 75 Minuten lang ihr Programm abwickelten. Nach der anschließenden Ansprache von Böhme klatschten die Spieler allerdings Beifall.

Gemeinsam mit dem gebürtigen Lausitzer René Rydlewicz, der an diesem Dienstag mit in den Trainerstab rücken soll, wird der zehnmalige Nationalspieler Böhme das Energie-Team auf das nächste Heimspiel am Freitag gegen den 1. FC Kaiserslautern vorbereiten. «Die Vereinsführung wird in den nächsten Tagen alles daran setzen, eine neue sportliche Leitung aufzustellen und geeignete Kandidaten für die Positionen des Sportdirektors und des Cheftrainers im Hinblick auf die bevorstehenden Aufgaben zu prüfen», teilte der FC Energie mit.

Nach 22 Spieltagen fehlen Energie bereits acht Punkte auf Relegationsplatz 16 und sogar 13 Zähler auf den rettenden Platz 15. Der Abschied von Schmidt hatte sich nach der blamablen Vorstellung im Ostderby angedeutet - es war bereits die sechste Heimniederlage nacheinander. Auf seiner zweiten Cheftrainer-Station im Profifußball fehlten dem 37-Jährigen die Erfolge: In neun Spielen gelang den Lausitzern mit ihm nur ein Remis, die anderen acht Spiele gingen verloren.

Der FC Energie spielt seit 1997 mindestens in der 2. Bundesliga, schaffte 2000 und 2006 sogar den Sprung in die Beletage des deutschen Fußballs. Insgesamt sechs Spielzeiten war Cottbus erstklassig, jetzt steht der Club vor dem Abstieg in die Drittklassigkeit.

Der letzte Erfolg datiert vom 27. September vergangenen Jahres, als das Team im eigenen Stadion Arminia Bielefeld mit 4:2 bezwang. Danach folgten die 13 Spiele ohne Sieg. Präsident Ulrich Lepsch, der beruflich derzeit im Ausland weilt, verständigte sich nun telefonisch mit den anderen zwei Präsidiumsmitgliedern und dem Verwaltungsrat darauf, nochmals zu reagieren.

Der 40 Jahre alte Vizeweltmeister Böhme, der als Profi unter anderen für Eintracht Frankfurt, Schalke 04 und Borussia Mönchengladbach gespielt hatte, war zu Beginn dieses Jahres als Co-Trainer verpflichtet worden und besitzt einen Vertrag bis 2015. Der ebenfalls 40-jährige Rydlewicz war aus der Jugend des FC Energie hervorgegangen. Der ehemalige Profi von Bayer Leverkusen und Hansa Rostock schließt in den kommenden zwei Monaten die Ausbildung zum Fußball-Lehrer ab.

(Von Wolfgang von der Burg und Jens Mende, dpa)
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