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Fußball: Eintracht-Profis machen Werbung in Abu Dhabi

Von Die Eintracht-Profis sind diesmal nicht da, die Frankfurter Kontakte nach Abu Dhabi aber werden weiter gepflegt, auf besondere Weise. Davon erhofft sich die ganze Bundesliga einen Nutzen.
Alte Bekannte in Abu Dhabi: Viel Spaß mit jungen Fußballschülern hatte Charly Körbel auch schon beim Besuch vor einem Jahr. Foto: Jan Huebner (Jan Huebner) Alte Bekannte in Abu Dhabi: Viel Spaß mit jungen Fußballschülern hatte Charly Körbel auch schon beim Besuch vor einem Jahr.
Frankfurt. 

Das Wetter stimmt schon mal. „Sonne, 23, 24 Grad, ein bisschen Wind“, berichtet Charly Körbel, „alles ist angerichtet“. Mit seiner Fußballschule ist die Eintracht-Legende eine Art Vorhut für die nächste Frankfurter Werbeoffensive in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Am Mittwoch ist der ganze Tross in Abu Dhabi gelandet, wie gewohnt in den vergangenen Jahren, nur eines ist diesmal anders: Die Bundesligamannschaft von Trainer Niko Kovac ist nicht mit von der Partie. Alleine sind Körbel und Co. aber nicht unterwegs, ganz im Gegenteil. In den nächsten Tagen kommt zum Beispiel auch Vorstandsmitglied Axel Hellmann an den arabischen Golf, und mit Uwe Bein neben Körbel noch ein anderer ewiger Held aus der Frankfurter Vereinsgeschichte.

Auch ohne die Profis wird kräftig Werbung gemacht für die Eintracht und obendrein für den ganzen deutschen Fußball, der einen seiner immer noch prominentesten Namen mit in den Wüstenstaat schickt: Zu der stattlich besetzten Delegation zählt auch Lothar Matthäus. „Die Region gehört für uns zu den wichtigsten in der Welt“, erklärt Hellmann, der nicht nur bei der Eintracht Marketingfragen verantwortet, sondern auch bei der Deutschen Fußball Liga (DFL) in der Kommission für Internationalisierung sitzt. Die Emirate und der ganze arabische Raum sind bei der DFL zunehmend in den Fokus gerückt – und die Kontakte der Eintracht vor Ort, die über die Jahre gewachsen sind, seit man 2013 nach einer Stippvisite in Katar im Winter zuvor erstmals ein Trainingslager in Abu Dhabi aufschlug, macht man sich gerne zunutze.

Treffen der Rekordspieler

„Eintracht Frankfurt hat hier einen unglaublichen Bekanntheitsgrad bekommen. Das merkt man gleich am Flughafen“, sagt Charly Körbel. Vor fünf Jahren war das noch anders, was die Eintracht und alle Klassenkameraden betraf. Dass sich etwas geändert und man etwas bewegt hat, merkt er gleich, wenn er im Hotel den Fernseher anschaltet: „Als wir mit Armin Veh das erste Mal hier waren, gab es nur die Premier League. Jetzt läuft die Bundesliga rauf und runter.“

Mit der Fußballschule trägt er seinen Teil dazu bei, vor allem zur speziellen Frankfurter Markenbildung. Die beliebten Trainingscamps werden längst nicht mehr nur in den Ferien vor dem Stadion veranstaltet, sondern in aller Welt – und nebenbei wird so immer auch etwas für das Image der Adlerträger getan. Charly Körbel ist da fast eine Art Außenminister für die Eintracht, ein Aushängeschild sowieso, allein schon mit seinem Rekord von 602 Bundesligaspielen.

Offiziell firmiert er als Botschafter des Clubs, Uwe Bein ebenfalls. Auch Ervin Skela zählt zu diesem illustren Kreis. Sie haben in Abu Dhabi den einen oder anderen Termin, bei dem sie die Eintracht vertreten. Vor allem bei einem Abendempfang am nächsten Dienstagabend, den die Eintracht in dem Luxushotel Emirates Palace abhält, sonst das Mannschaftsquartier, gemeinsam mit der DFL-Tochter Bundesliga international. Deren Chef Robert Klein reist natürlich auch an, Markus Weidner ebenso, der neue Mann bei der Eintracht für internationale Geschäftsbeziehungen. Vor dem Empfang gibt es eine gemeinsame Pressekonferenz der Eintracht mit der DFL und der Al Maskari Holding – das Unternehmen einer der mächtigsten Familien in der Region, längst nicht mehr nur auf Öl und Gas aus und so etwa mit der Eintracht seit 2017 in einer Kooperation zum Thema Sportentwicklung verbunden.

„Wir freuen uns alle darauf“, sagt Charly Körbel zu einer „Weltpremiere“, wie er sagt: Bei der Pressekonferenz werden erstmals er, der Bundesliga-Rekordspieler, und Matthäus, der Rekordnationalspieler, zusammen auf einem Podium sitzen, vor einer internationalen Presserunde. Und die Meisterschale ist auch dabei. „Dann kriege ich die endlich mal zu fassen“, lacht Körbel, ist das doch ziemlich das einzige, was ihm in seiner großen Karriere verwehrt geblieben ist.

Für die ganze Liga geht es bei diesen Terminen um millionenschwere Verträge, für die Eintracht zumindest um die Vertiefung von Geschäftsbeziehungen, die Ausweitung des Netzwerks, die Pflege alter und die Anbahnung neuer Kontakte. Nicht nur mit Al Maskari wird kooperiert, auch mit dem hiesigen Spitzenclub Al Ain FC und Daman, dem größten Versicherungsunternehmen in den Emiraten.

Lieber zur Eintracht

Da kommt wieder die Fußballschule ins Spiel. Ihre Camps in Abu Dhabi veranstaltet sie im Rahmen der Super-11-Initiative von Daman, die etwas gegen Fettleibigkeit tun und Kinder zum Sport motivieren will, um soziale Aspekte wie Teamfähigkeit geht es auch. Insgesamt rund 100 Mädchen und Jungen trainieren nun in der Schule der Adlerträger, deutsche, europäische, arabische Kinder. „Multi-Kulti“ sagt Körbel und freut sich daran. Neu ist in diesem Jahr, dass auch behinderte Kinder mitmachen. „Das ist hier in den Emiraten nicht so einfach“, erklärt er, „aber in Deutschland machen wir das schon länger“.

Manche Gruppen kommen über die Jahre immer wieder. „Viele Kinder haben sich verbessert“, hat Körbel dabei erkannt. „Da sieht man, dass das Trainingskonzept greift.“ Es freut ihn, dass Kinder, die auch in der Abu-Dhabi-Filiale der Fußballschule des englischen Tabellenführers Manchester City waren, lieber wieder zu seiner Eintracht kommen. „Bei uns finden sie es besser, weil wir uns wirklich kümmern“, erzählt er stolz. Und weil frühere Profis unter den Trainern sind. Wie in Abu Dhabi eben Skela und Uwe Müller. „Die erste Mannschaft von Manchester City hat uns noch etwas voraus. Mit der Fußballschule sind wir aber auf Augenhöhe“, sagt Körbel augenzwinkernd zu diesem Konkurrenzkampf.

Den Eintracht-Profis war in diesem Jahr der Weg zu weit, in der wegen der Weltmeisterschaft im Sommer verkürzten Winterpause. Sie zog es nur für ein paar Tage an die Costa Blanca, der Bundesliga-Betrieb läuft ja bereits. Ob sie nächstes Jahr wieder mit nach Abu Dhabi kommen? „Letztendlich entscheidet das die Sportliche Leitung“, erklärt Axel Hellmann. „Aber eine Delegation wird sicher wieder dort hinreisen.“ Wie weit man in den Emiraten schon gekommen ist, kann Charly Körbel vielleicht am Samstag bei einer Stichprobe einmal überprüfen. „Ich bin ja gespannt“, meint er, „ob wir hier im Hotel die Eintracht gegen Wolfsburg sehen können“.

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