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Eintracht Frankfurt: Bei der Eintracht ist niemand gesetzt

Von Eine Zwischenbilanz der Vorbereitung: Manches klappt, manches noch nicht. Die Eintracht und ihr neuer Trainer sind noch in der Probierphase.
Noch gibt es viel Erklärungsbedarf: Thomas Schaaf (rechts) und Makoto Hasebe beim Test in Genua.	Foto: Hübner Noch gibt es viel Erklärungsbedarf: Thomas Schaaf (rechts) und Makoto Hasebe beim Test in Genua. Foto: Hübner
Bardonecchia. 

Thomas Schaaf schaut nicht nur auf dem Trainingsplatz genau hin. Auch beim Mittagessen zwischen Nudeln und Nachtisch beobachtet der Trainer die Fußball-Profis der Frankfurter Eintracht. Was er sieht, gefällt ihm sehr: „Das ist klasse, wie die miteinander umgehen. Das ist eine gute Mannschaft, die prima harmonisiert.“ Ein solcher Umgang sei im Profi-Geschäft nicht die Normalität, sei aber eine gute Voraussetzung, „um die Aufgaben, die wir haben, miteinander zu lösen.“

Am Tag vor der Rückkehr aus Italien nach Frankfurt zog der neue Coach eine Zwischenbilanz der Vorbereitung. Unzufrieden kann man sie wahrlich nicht nennen. Wobei die Trainingsbedingungen in Genua und Bardonecchia sicherlich nicht so optimal waren wie auf Norderney oder in Donaueschingen. Es standen Termine für den Hauptsponsor an, der Trainingsplatz war entweder zu weit weg oder eigentlich viel zu schmal und auch nicht wirklich in gutem Zustand. Man habe aber alles sehr gut unter einen Hut gebracht, die Partie gegen Sampdoria Genua sei trotz der 2:4-Niederlage sehr wertvoll für ihn gewesen.

 

„Viel Luft nach oben“

Die 90 Minuten waren ein Spiegelbild der Vorbereitung. Manches klappte, manches noch nicht beim Versuch, die Ideen des neuen Trainers auf dem Platz umzusetzen. „Ich muss jedem Spieler und der gesamten Mannschaft das Recht geben, das auszuprobieren, was ich verlange. Was will der da vorne eigentlich von mir? Genau an diesem Punkt sind wir“, sagt der 53-Jährige. Dass noch „viel Luft nach oben“ ist, macht Schaaf keine Sorgen, „aber ich kann auch nicht genau sagen, wann alles richtig klappt.“

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Was wurde aus den Profis der Frankfurter Eintracht? In unserer Fotostrecke werfen wir einen Blick auf den weiteren Karriereverlauf einiger Ex-Adler. Dabei haben wir viele Perlen ausgegraben. Alle Fotos: ImagoUrs Güntenspergers Zeit bei der Frankfurter Eintracht verlief kurios. Die SGE verpflichtete den Stürmer trotz der Tatsache, dass Güntensperger in seiner Schweizer Heimat noch eine Haftstrafe (3 Monate) wegen Trunkenheit am Steuer abzusitzen hatte. 1998 trat der 1967 geborene Spieler die Strafe an – und bekam von der Eintracht die Kündigung. Zwischen 1998 und 2001 stand Güntensperger in Lausanne und Basel unter Vertrag. Es folgten kurze Gastspiele in Thuggen und Horgen, ehe der Schweizer seine Laufbahn beim FC Reinach beendete.Rainer Rauffmann spielte ein Jahr für die Frankfurter Eintracht. Über Linz und Bielefeld fand er auf Zypern eine neue Heimat. Dort nannten ihn die Fans liebevoll "Verrückter Deutscher". Bei Omonia Nikosia avancierte er zum Superstürmer. In sieben Jahren traf er dort mehr als 180 Mal ins Schwarze. 2002 erhielt er sogar die zyprische Staatsbürgerschaft. Insgesamt stand er in fünf Partien im Trikot Zyperns auf dem Feld. 2004 beendete er seine Karriere.

Es sind ja noch eineinhalb Wochen bis zum ersten Pflichtspiel im DFB-Pokal bei Viktoria Berlin. Und der Test am kommenden Sonntag gegen Inter Mailand werde weitere Aufschlüsse geben. „Gesetzt oder gar platziert ist noch keiner“, sagt Schaaf. In den nächsten Tagen wird sich das Trainerteam zusammensetzen, wird Eindrücke und Testergebnisse der vergangenen Wochen bewerten und Spielerprofile erstellen. Dann werde man entscheiden, wer für welche Aufgaben geeignet ist.

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Bamba Anderson staunte nicht schlecht, als er von diesen Anhänger am Trainingsplatz im italienischen Bardonecchia begrüßt wurde. Mit einem . . .<br><br> Alle Fotos: Hübner. . . Plakat machte der Bamba Anderson Fanclub auf sich aufmerksam und bekam sogar ein Erinnerungsfoto mit dem Eintracht-Verteidiger. Die drei Fans sind auf ungewöhnliche Weise auf Bamba aufmerksam geworden. Beim Zocken auf der . . .. . . Spielkonsole entdeckten Matteo Folpi, Matteo Succi und Andrea Ferrari die Qualitäten des Eintracht-Verteidigers und statteten ihm einen Besuch ab.

Wobei die Eintracht in der glücklichen Lage ist, bisher fast ohne Verletzungen durch die Vorbereitung gekommen zu sein. Lediglich Stefan Aigner durfte wegen Problemen mit dem Innenband im rechten Knie zwei Tage nicht auf den Trainingsplatz. Das hat ihm nicht gefallen, sein Ehrgeiz ist groß. „Aber da muss man auch vernünftig sein“, mahnt Schaaf zu Geduld.

 

Geduld mit neuem Trio

 

Auch mit dem erst in den letzten Tagen verpflichteten Offensiv-Trio Seferovic, Valdez und Piazon werde er Geduld haben. Alle drei seien aber bereits „auf dem Niveau, dass sie an unserer Arbeit teilhaben können“, dass sie nicht erst konditionelle Rückstände aufarbeiten müssen. Feinheiten wie Harmonie und Spielverständnis müssen halt noch etwas besser werden. Schaaf ist überzeugt: Alle drei werden beim ersten Bundesligaspiel gegen Freiburg „auf einem guten Stand“ sein.

Der gebürtige Mannheimer überlegt noch, welches System am besten zu seiner Mannschaft passt: „Natürlich will ich so spielen, dass wir Erfolg haben. Ich bin ja nicht verrückt, oder zumindest hat mir das noch niemand bestätigt.“ Ein Trainer habe zwar das Recht, auch mal etwas auszuprobieren, „aber damit darf er dem Team nie schaden“.

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Die Frankfurter Eintracht hatte in ihrer langen Geschichte nur selten richtige Brecher in der Spitze. Grund für uns, die effektivsten und treffsichersten Frankfurter Torgaranten aller Zeiten aufzulisten. In unserer Fotosrecke zeigen wir die Superstürmer der Hessen. Alle Fotos: ImagoJürgen Grabowski: Seine Bilanz ist bemerkenswert: In 441 Spielen erzielte der Dribblekünstler satte 109 Tore für die Eintracht - und wurde damit zur Legende. Bis heute gilt Grabowski als einer der besten Fußballer, die jemals für die Eintracht aktiv waren. Wurde mit der SGE 1974 und 1975 DFB-Pokalsieger und zählte 1980 zur Elf, die den Uefa-Pokal gewann. Auch in der Nationalelf sorgte der 1944 geborene Offensiv-Allrounder für Furore. Unter Trainer Helmut Schön avancierte er bei der WM 1970 zum « besten Einwechselspieler der Welt». 1974 feierte er den größten Erfolg seiner Karriere: Den Gewinn der Weltmeisterschaft im eigenen Land.Anthony Yeboah: Mit Hölzenbein der beste Stürmer, der jemals für die Eintracht aktiv war. Spielte von 1990 bis 1995 für die Adler und schoss in 123 Spielen 68 Tore für die Fußballer aus der Mainmetropole. Wurde 1993 und 1994 Torschützenkönig der Bundesliga. Seine Zeit in Frankfurt ging unrühmlich zu Ende. Nach einem Trainingsstreit kam es zum Zerwürfnis mit dem damaligen Eintracht-Coach Jupp Heynckes. Anfang 1995 wechselte er in die Premier League und spielte sehr erfolgreich für den englischen Verein Leeds United und später für den Hamburger SV.

Besonders im offensiven Mittelfeld dürfte der Konkurrenzkampf groß sein, wird es auch lange Gesichter geben. Da ist der eigentlich gesetzte Alex Meier, da ist der auferstandene Takashi Inui, da ist die Arbeitsbiene Stefan Aigner, da ist der aufstrebende Marc Stendera. Und da sind die neuen Lucas Piazon sowie Nelson Valdez, der eigentlich ja ein Stürmer ist. Also mindestens sechs Namen für drei, höchstens vier Positionen.

Schaaf freut sich, dass Sportdirektor Bruno Hübner so gute Arbeit geleistet habe, dass er nun genügend starke Spieler zusammen hat: „Natürlich sind wir qualitativ nicht so top aufgestellt.“

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