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Eintracht Frankfurt: Axel Hellmann geht als Botschafter auf USA-Trip

Kontakte pflegen, Netzwerke erhärten: Eintracht-Vorstand Hellmann reist der Mannschaft in die Vereinigten Staaten nach.
Auf dem Hessenfest in Berlin freuten sich Ministerpräsident Bouffier (links) und seine Frau Ursula mit Axel Hellmann (Mitte) über den Pokalsieg. Ob das gute Stück in die USA mitreist, ist noch unklar. Foto: Sina Schuldt (dpa) Auf dem Hessenfest in Berlin freuten sich Ministerpräsident Bouffier (links) und seine Frau Ursula mit Axel Hellmann (Mitte) über den Pokalsieg. Ob das gute Stück in die USA mitreist, ist noch unklar.
Frankfurt. 

Ob der Pokal, dieser Pott zum Anfassen, die Reise über den Atlantik antreten darf, ist noch nicht abschließend geklärt. „Er wird vielleicht auch hier gebraucht“, wirft Eintracht-Vorstand Axel Hellmann ein. „Das müssen wir noch mal checken.“

Der mit so viel Herzblut errungene DFB-Pokal, dessen Versicherungswert bei 300.000 Euro und dessen ideeller Wert fast schon im Unermesslichen liegt, wird in Frankfurt ja als einer für den kleinen Mann deklariert.

„Er gehört den Menschen“, sagte Hellmann und hielt Wort: Das Schmuckstück ist seit diesem denkwürdigen Tag im Mai in seinem rollbaren Koffertresor quer durch Hessen unterwegs. Und am Donnerstag erstmals auf großer Auslandstour?

Einchecken für den USA-Flug – und vielleicht ja auch für ein etwas längeres Eintracht-Engagement: Allan Souza nimmt einen neuen Anlauf unter Adlern.
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Die Reise in die USA vergeht für die Eintracht buchstäblich wie im Flug, der WM sei dank. Talent N’Dicka ist nicht dabei, dafür ein Gast aus Liverpool.

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Dann wird Marketingvorstand Hellmann jedenfalls seinen Trip in die Staaten antreten, um der dort seit Samstag trainierenden Bundesligamannschaft einen Besuch abzustatten und um ein paar Kontakte zu pflegen und Netzwerke zu erhärten. Am Freitagmittag wird der Handlungsreisende Hellmann gemeinsam mit seiner Crew einen kleinen Empfang in Philadelphia geben, Geschäftspartner aus Washington, Boston oder New York werden erwartet, natürlich auch hohe Herren von Hauptsponsor Indeed. Der 46-Jährige rechnet mit 100 Gästen, die in stilvollem Ambiente mit dem Pokalsieger dinieren und feiern sollen.

Auf Hochtouren

Die diesjährige Reise des Funktionärs in die Staaten dient aber nicht der großen Sponsorenakquise, eher dem Vertiefen der bestehenden Partnerschaften. „Wir sind dort auf keiner speziellen Mission.“ In puncto Vermarktung läuft die Eintracht-Maschinerie ohnehin schon wieder auf Hochtouren, der Pokaltriumph hat dem Club noch einmal einen zusätzlichen Schub gegeben, was sich an den zu erzielenden Preisen ablesen lässt. Die Logen und Business-Seats sind bereits vergriffen, es gibt eine lange Warteliste, auch die übrigen Werbemittel laufen stramm auf einen Totalausverkauf hin. Die Eintracht boomt. Immer noch und immer mehr.

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Daran hat der erste Titel seit 30 Jahren einen großen Anteil. „Unsere Pokalstory ist ja eine wunderbare Geschichte, nämlich die, dass Mentalität Qualität schlägt. Das ist glaubwürdig, das ist keine Marketing-Story, das ist Realität. Und darauf stehen die Leute“, bekundete Hellmann. Es lasse sich mühelos eine Brücke vom sportlichen zum marketingtechnischen Erfolg schlagen. „Da schließt sich der Kreis.“

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Für Hellmann ist das Trainingsquartier in den USA, das zweite hintereinander, jedoch sehr wohl eine Werbereise, allerdings nicht für den eigenen Verein, sondern für den Bundesliga-Dachverband. „Das ist auch eine PR-Reise für die DFL, es ist ein Kernauftrag, die Bundesliga zu promoten“, stellte der Vorstand klar.

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Für die Deutsche Fußball-Liga ist die Präsenz deutscher Clubs im Ausland, auch und gerade in den USA, enorm wichtig. Nach einem Kriterienkatalog belohnt sie die Vereine, die die deutsche Eliteklasse fernab der Landesgrenzen vertreten. Die Eintracht kann für das kostspielige Camp mit einem DFL-Zuschuss im sechsstelligen Bereich rechnen. Ein üppiger Geldregen, der selbstverständlich in die Refinanzierung fließt.

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Die Eintracht punktet überdies damit, vor Ort ausschließlich gegen US-Mannschaften anzutreten – und nicht etwa wie die ebenfalls in Nordamerika weilenden Bayern und Dortmunder gegen europäische Spitzenteams wie Juventus Turin, Manchester City oder Liverpool.

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Durch Testpartien gegen einheimische Clubs vertiefen die Frankfurter die Verbindungen in den US-amerikanischen Markt, im vergangenen Jahr fühlten sie den MLS-Vereinen Seattle Sounders (1:1), San José Earthquakes (1:4) und Columbus Crew (0:1) auf den Zahn, nun geht es gegen Real Salt Lake und Philadelphia Union.

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Der rein sportliche Mehrwert des Trips hält sich hingegen in engen Grenzen. Konditionsarbeit lässt sich auch hierzulande oder in einem der Nachbarländer – und nicht bei knapp 40 Grad im Schatten – verrichten. Aber die weichen Faktoren dahinter seien nicht zu unterschätzen. „Für das Zusammenfinden des Teams ist das eine wichtige Reise“, befand Hellmann.

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Gerade im Zusammenspiel mit dem neuen Trainer, der in aller Abgeschiedenheit die Möglichkeit hat, seine Mannschaft genau kennenzulernen und bestimmte Verhaltensweisen und -muster zu studieren und auszuwerten.

„Ein Trainer, der so helle wie Adi Hütter ist, der kann daraus vieles schließen.“ Auch bezüglich der Chemie und der Hierarchie. „Er wird schon genau darauf achten, wer mal die Bälle trägt oder die Wasserflaschen und wer beim Frühstück der Leader of the Pack ist.“ Das seien unbezahlbare Einblicke, die man nur gewinnen könne, wenn man sein Ensemble lang und eng beieinander hat. „Wir werden wieder ein Mentalitätsteam sein“, orakelte der Vorstand. „Und da spielt der Charakter eine große Rolle. Der Trainer wird ein Gefühl dafür entwickeln, wer für welche Situationen gemacht ist und auf wen er sich verlassen kann – nicht nur auf dem Feld.“

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Für die Spieler sei es im Übrigen auch eine andere, wertvolle Erfahrung, die gemeinsame Zeit in den USA und nicht in sehr wohl vertrauter Umgebung, etwa in Österreich, verbringen zu können. Im vergangenen Jahr etwa zählte der gemeinsame Besuch der Golden Gate Bridge zu den Höhepunkten. „Das hat uns zusammengeschweißt“, sagte Timothy Chandler.

Interesse an Geraldes

Vielleicht zählt ja auch Chico Geraldes, 23, bald zu dieser Truppe, der offensive Mittelfeldspieler von Sporting Lissabon hat, wie diese Zeitung erfuhr, tatsächlich ernstes Interesse der Eintracht geweckt. Sie hat den Portugiesen rund fünf Millionen Euro geboten, doch die Sporting-Spitze lehnte bisher ab. Noch liegen die Parteien ein gutes Stück auseinander.

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