E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Usingen 28°C Eine Angebot von Franfurter Neue Presse

Nur nichts verraten

Von Vor dem Spiel in Wolfsburg hat der Fußball-Bundesligist Eintracht Frankfurt das bosnische Talent Marijan Cavar verpflichtet.
Fingerzeige gab es gestern von Eintracht-Trainer Niko Kovac nicht viele. Foto: Heiko Rhode (Heiko Rhode) Fingerzeige gab es gestern von Eintracht-Trainer Niko Kovac nicht viele.
Frankfurt. 

Pressekonferenzen vor den Spielen der Frankfurter Eintracht mit Niko Kovac sind immer ganz amüsant. Der Trainer des Fußball-Bundesligisten plaudert dann schon mal über Gott und die Welt. Kovac ist charmant, freundlich, manchmal auch schlagfertig. Und inzwischen hat es der 46 Jahre alte Fußball-Lehrer schon fast zur Perfektion gebracht, auf konkrete Fragen freundlich und ausführlich zu antworten, ohne irgendetwas zu verraten.

Das Versteckspiel unter der Woche, wenn das Training hinter verschlossenen Toren stattfindet, geht in den Pressekonferenzen im Grunde weiter. Das ist längst Standard in der Liga, so auch diesmal vor dem Spiel der Eintracht am Samstag (15.30 Uhr) beim VfL Wolfsburg. Motto: Nur nichts verraten.

Ob die Eintracht denn in Anbetracht der Ausfälle von David Abraham (Kovac: „Wir erwarten ihn sehnsüchtig zurück, aber er hat Flüssigkeit im Knochen, das kann lange dauern“) und Marco Russ nicht eher noch einen weiteren Innenverteidiger brauchen könnte als einen weiteren Mittelfeldspieler, wurde Kovac gefragt. Im Prinzip schon, sagte er. „Aber im Winter ist es schwer, jemanden loszueisen“, so Kovac, „das würde auch Unsummen kosten.“ Also wird er weiter versuchen, die Abwehrprobleme aus eigenen Bordmitteln zu lösen. Diesmal mit dem Rückkehrer Simon Falette anstelle des verletzten Russ. Also kommt kein neuer Innenverteidiger mehr im Winter? So ist das auch nicht. Kovac: „Sollte es akut werden, haben wir ja noch zehn Tage Zeit.“

Für welche Außenverteidiger entscheidet sich der Eintracht-Coach in Wolfsburg? Mit Marius Wolf und Danny da Costa stehen zwei Kandidaten für rechts zu Verfügung, mit Jetro Willems und Taleb Tawatha zwei für links, Und Timmy Chandler kann auf beiden Seiten spielen. „Wir wollen immer unser eigenes Spiel durchbringen, aber wir machen uns natürlich auch Gedanken über den Gegner“, sagt Kovac. Soll heißen: Die Besetzung richtet sich auch nach den Herausforderungen. Seine Aufstellungen seien nie „in Stein gemeißelt“. Also könnte Willems zurückkehren? „Er hat ordentlich trainiert, so wie es sein Beruf verlangt“, formuliert Kovac diplomatisch. Vor einer Woche hatte er den Holländer ja auf die Tribüne verbannt. Es gehe nicht um einzelne Spieler, „sondern immer nur um den Club“. Hört sich nach einem Bankplatz für Willems an und nach einem weiteren Versuch mit Chandler links und Wolf rechts. Aber das ist lediglich eine Interpretation wenig konkreter Aussagen.

Wird Marco Fabián zum ersten Mal in dieser Saison im Kader stehen? Da wäre eine klare Antwort möglich. Doch Kovac blieb nebulös. Fabián sei „sehr ungeduldig“, wolle unbedingt dabei sein. „Er ist hundertprozentig gesund, aber noch nicht hundertprozentig fit“, sagt der Trainer, „es fehlt noch einiges.“ Hört sich so an, dass Fabián nicht im Aufgebot stehen wird. Aber auch darauf sollte man sich nicht verlassen.

Wie schwer schätzt Kovac die Aufgabe in Wolfsburg ein? Ganz schwer natürlich, kein Trainer würde etwas anderes sagen. Die Qualität des Gegners sei „sehr hoch“, unter dem ehemaligen Mainzer Coach Martin Schmidt sei vor allem die Defensive viel stabiler geworden. „Aber ich bin sehr zuversichtlich, dass wir was holen können“, sagt Kovac. Es sei auch nötig, etwas aus der Autostadt mitzubringen. Denn noch immer schaut der Frankfurter Trainer in der Tabelle nach unten. „Wir haben erst 27 Punkte, deshalb wollen wir in Wolfsburg gewinnen“, sagt er, „um Ruhe zu haben, brauchen wir einen Sieg.“

Ach ja, und dann hat der Eintracht-Coach noch in einem Satz die Lage seiner Mannschaft in der Liga zusammengefasst. „Wir können jedes Spiel gewinnen und es genauso verlieren.“ Unterdessen ist in das Personalkarussell der Eintracht Bewegung gekommen. Mit dem bosnischen U 21-Nationalspieler Marijan Cavar haben die Frankfurter gestern den ersten Neuzugang in diesem Winter an Land gezogen. Die Ablösesumme soll sich im unteren sechsstelligen Bereich bewegen. Bevor Cavar zum ersten Mal in Frankfurt trainieren wird, fliegt er erst einmal mit der bosnischen Nationalmannschaft zu Testspielen in die USA. Anfang Februar soll Cavar dann zum Aufgebot des Bundesligisten stoßen. In der bosnischen Liga hat er für Mostar in dieser Saison 15 Spiele bestritten. Mittelfeldspieler Slobodan Medojevic (27) wechselt mit sofortiger Wirkung zum Nachbarn SV Darmstadt 98 in die Zweite Bundesliga.

Zur Startseite Mehr aus Sport

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse