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Bluttat im Marburger Bahnhofsviertel: Mediziner erschießt Kollegen und dann sich selbst

Tödliche Schüsse in einer Arztpraxis in Marburg: Ein Arzt erschießt einen Kollegen, dann richtet er die Waffe gegen sich selbst. Zu den Hintergründen ist bislang noch wenig bekannt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.
Flatterband mit der Aufschrift „Polizeiabsperrung”. Foto: Patrick Seeger/Archiv Bilder > Flatterband mit der Aufschrift „Polizeiabsperrung”. Foto: Patrick Seeger/Archiv
Marburg.  Bei der Bluttat in Marburg hat ein Mediziner nach Darstellung der Staatsanwaltschaft erst den anderen Arzt erschossen und sich dann das Leben genommen. Bei den beiden Toten handelt es sich um zwei Ärzte im Alter von 53 und 67 Jahren, wie Staatsanwalt Christian Hartwig am Donnerstag sagte. Eine mutmaßliche Tatwaffe sei sichergestellt worden.


Die Schüsse fielen in einer Praxis für Radiologie nahe des Marburger
Hauptbahnhofs. «Einen Anhaltspunkt für einen externen Täter gibt es
nicht», erklärte Hartwig. Er schloss eine politisch motivierte Tat
oder einen Amoklauf nach den bisherigen Erkenntnissen aus. Während
der Schüsse hielt sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft Personal
in der Praxis auf.
 

Nach einer Schiesserei in einer Arztpraxis in Marburg (Hessen) stehen am 15.12.2016 Rettungskräfte vor dem Gebäude und betreuen unter Schock stehende Augenzeugen. Foto: Boris Roessler/dpa (Augenzeugen aus persönlichkeitsrechtlichen Gründen unkenntlich gemacht) Foto: Boris Roessler/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ | Verwendung weltweit Bild-Zoom Foto: Boris Roessler (dpa)
Nach einer Schiesserei in einer Arztpraxis in Marburg (Hessen) stehen am 15.12.2016 Rettungskräfte vor dem Gebäude und betreuen unter Schock stehende Augenzeugen. Foto: Boris Roessler/dpa (Augenzeugen aus persönlichkeitsrechtlichen Gründen unkenntlich gemacht) Foto: Boris Roessler/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ | Verwendung weltweit


Die Praxis liegt in einem Geschäfts- und Ärztehaus in der Nähe des
Bahnhofvorplatzes. Dort hatten Zeugen gegen 12.50 Uhr mehrere Schüsse
in einem Gebäude gehört, wie die Polizei Marburg und die
Staatsanwaltschaft berichteten. Der Hauptbahnhof samt Vorplatz wurde
daraufhin großräumig abgesperrt. Ein Polizeisprecher hatte zunächst
von einer «Bedrohungslage» berichtet.

Ein Sondereinsatzkommando sei trotz gegenteiliger Medienberichte nicht im Einsatz gewesen, so die Polizei in Marburg. Auch Gerüchte um eine Geiselnahme dementierten die Beamten.

Gewaltverbrechen in Arztpraxen hat es in der Vergangenheit mehrere
gegeben. Gewalttaten unter Medizinern sind selten, meist sind
Patienten darin verwickelt.

So sorgte etwa im Jahr 2012 eine Bluttat in Rheinland-Pfalz für
Aufsehen. Ein Rentner erschoss in einer Praxis in Weilerbach zwei
Ärzte und sich selbst. Das genaue Motiv wurde nie aufgeklärt. Der
78-Jährige litt nach Angaben der Staatsanwaltschaft unter einer
wahnhaften Persönlichkeitsstörung und fühlte sich von seinen Nachbarn
mit Strahlen attackiert. Vermutungen, wonach der Täter schwer an
Krebs erkrankt war und deshalb seine Ärzte tötete, bestätigten sich
später nicht.

(dpa)

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