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Erholungsort und Kraftquell: Bad Soden: Heilbad an der Quelle

Malerisch gelegen, eine lange Tradition und das direkt vor den Toren Frankfurts: Der ehemalige Kurort Bad Soden verbindet Vergangenheit mit Moderne.
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Über die Königsteiner Straße schieben sich die Autos. Es ist viel los an diesem Samstagvormittag. Die „Kö“, eine alte Chaussee von Höchst nach Königstein, ist Hauptverkehrsachse und Lebensader zugleich. Marktstände mit Obst und Gemüse aus der Region locken viele Kunden zum Wochenendeinkauf in den Ortskern. Nur ein paar Schritte entfernt, etwas abseits in den kleinen Nebenstraßen, verwinkelten Gassen und in den großzügigen Grünanlagen bekommt man vom geschäftigen Treiben in der 22 000-Einwohner-Stadt, die zum begehrten Wohnort in Reichweite der Bankenmetropole Frankfurt geworden ist, nur wenig mit.

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Hier lässt sich noch die Bedeutung des Örtchens am Südhang des Taunus aus früheren Tagen erspüren. Bad Soden war einmal weltberühmt als Erholungsort und Kraftquell. Seit dem 19. Jahrhundert zog es Touristen in die damalige Badestadt, nicht nur die Arbeiter aus dem Bergbau, sondern auch die Hautvolee, darunter Musiker und Literaten wie Richard Wagner, Felix Mendelssohn Bartholdy, Peter Tschaikowsky, Iwan Turgenjew und die Gebrüder Tolstoi. Immer mehr Persönlichkeiten der Zeitgeschichte stiegen in Bad Soden ab, wie der Reichskanzler Otto von Bismarck. Die ersten Gäste waren jedoch noch Frankfurter Familien, in deren Auftrag der Salinenverwalter Wartenberg 1722 ein Badehaus erbauen ließ – es war das erste Kurhaus namens Frankfurter Hof. Heute sind es eher die Messe- und Kongressgäste, die die zahlreichen Hotels und die Nähe zum Flughafen schätzen. Zuletzt konnte Bad Soden wieder starke Zuwächse bei den Übernachtungszahlen verzeichnen.

Doch im Alten Kurpark weht noch der Charme vergangener Zeiten. Das Grün ist im Stil eines englischen Landschaftsparks mit breiten Wegen, großen Rasenflächen und exotischen Bäumen angelegt. Am Rande steht das malerische Paulinenschlösschen, 1847 im Auftrag der Herzogin Pauline von Nassau gebaut, heute noble Herberge des Bürgerbüros der Stadt. Unter Denkmalschutz steht auch der Wasserturm an der Wilhelmshöhe von 1911. Und noch immer zeugt das Badehaus von einer einst glanzvollen Epoche. Bauten der Architektur der 1980er Jahre oder des Spätklassizismus schmücken ganze Straßenzüge.

Besonders stolz ist man aber bis heute auf das, was direkt aus der Natur kommt. Den Reichtum an Warm- und Salzquellen in Bad Soden haben schon die Römer zu schätzen gewusst. Aus dem Solbrunnen im Quellenpark sprudelt heute noch eine Heilquelle, deren Wasser für Erkrankungen des Hals-Nasen-Bereichs zur äußerlichen Anwendung benutzt wird. Insgesamt zwölf sind frei zugänglich und nachweislich gesundheitsfördernd auf Grund ihres hohen Mineralgehalts.

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Gleich drei Quellen sprudeln hier: Milchbrunnen, Warmbrunnen und Justus-von-Liebig-Brunnen. Wer mag, darf sich bedienen.
Nicht alle sind zum Trinken geeignet, wie der Schwefelbrunnen, sondern höchstens in kleinen Mengen und auf Anweisung des Arztes zu empfehlen. Doch es werden zahlreiche Krankheitsbilder mittels der Quellen therapiert. Der Warmbrunnen verheißt Linderung bei Erkrankungen der Atemwege, der Wilhelmsbrunnen bei Darmträgheit, der Champagnerbrunnen bei Durchfall und Erbrechen, der Milchbrunnen bei Nierensteinen, der Glockenbrunnen bei nervösen Fehlsteuerungen, die Schlangenbadquelle bei Hochdruck und der Neuenhainer Sauerborn eigne sich beispielsweise zur Verdünnung von Fruchtsäften.

Auch wenn es offiziell keinen Kurbetrieb mehr in Bad Soden gibt und im Jahr 2009 das ehemalige Thermal-Solebad geschlossen wurde, behält die Stadt nach wie vor das Prädikat Heilbad – für Atemwege, Herz, Kreislauf, Rheuma und Bewegungssystem, wie es offiziell heißt. Nicht zuletzt durch Ärzte aller Fachrichtungen, die Kliniken des Main-Taunus-Kreises, die Main-Taunus-Privatklinik und das Medico-Palais mit Inhalations- und Sauerstoffzentrum sowie einem Derma-Zentrum bleibt Bad Soden deshalb ein wichtiger Gesundheitsstandort im Rhein-Main-Gebiet, auch für die betriebliche Gesundheitsvorsorge.

 

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