Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Laufsport - Alles rund um den Mainova Frankfurt Marathon ... Usingen 21°C Eine Angebot von Franfurter Neue Presse

SV Seulberg: Laufen für den Sellwischer Handball

Wie viele Anhänger der Handballsport in Friedrichsdorf hat, verdeutlicht der Aktionstag zur neuen Saison. Abteilungsleiter Krinke wünscht sich aber auch insgesamt mehr Beachtung.
Spendenlauf für die Handball-Abteilung: Die Jugendspieler des SV Seulberg legen sich mächtig ins Zeug. Bilder > Foto: Heiko Rhode (Heiko Rhode) Spendenlauf für die Handball-Abteilung: Die Jugendspieler des SV Seulberg legen sich mächtig ins Zeug.
Seulberg. 

Früher hätte die Abteilung wohl zum „Tag des Handballs“ oder schlicht zur Saisoneröffnung eingeladen, doch der SV Seulberg befindet sich nicht nur wegen seiner vielen Jugendmannschaften im stetigen Wandel. Also lud der SVS zum Motto „#handballsellwischgut“ in die Sporthalle an der Landwehrstraße ein. Mit der Route vor der Anordnung von Schlagworten kennzeichnet man im Internet einen sogenannten Hashtag. Er dient dazu, Nachrichten zu bestimmten Themen in sozialen Netzwerken auffindbar zu machen.

Damit es um den Handball in Sellwisch, wie die Seulberger ihren Ort nennen, gut bestellt ist, werden viele Helfer benötigt, aber auch nicht wenig Geld. Darum stand der Aktionstag am Samstag nicht nur im Zeichen des Handballs, sondern auch eines Spendenlaufes, der vor der Spielstätte stattfand. Als Sponsoren wirkten die Zuseher.
 

„Papa, wie soll ich dich denn anspielen, du stehst doch im Wurfkreis.“ Der eineinhalbjährige Semih übt mit seinem Vater, dem SVS-Handballer Tim Theiß, in der Halle. Bild-Zoom Foto: Heiko Rhode (Heiko Rhode)
„Papa, wie soll ich dich denn anspielen, du stehst doch im Wurfkreis.“ Der eineinhalbjährige Semih übt mit seinem Vater, dem SVS-Handballer Tim Theiß, in der Halle.


Zuvor waren beim bereits vierten Stelldichein der Handballer dieser Art die elf Jugend- und drei Aktiventeams in die Halle eingelaufen. Vor selten großer Kulisse, denn Eltern, Angehörige und Anhänger belegten auf der Tribüne nahezu alle Plätze. Den größten Applaus hatten die Zuschauer den Kleinsten im Kreise der „Sellwischer“ gespendet. Hand in Hand und mit stolzgeschwellter Brust marschierten die drei- bis fünfjährigen „Handball-Zwerge“ begleitet vom tosenden Applaus in die Hallenmitte.

Abteilungsleiter Lars Krinke war auf dem Gruppenfoto aller Handballer natürlich mit dabei. Er schnappte sich aber auch das Mikrofon, um „ein großes Dankeschön an alle Helfer und Trainer zu richten, die auf ehrenamtlicher Basis viel Herzblut in die Betreuung unserer Teams stecken. Ohne sie wäre die Existenz unserer Abteilung nur schwer möglich“. Die acht Schiedsrichter des Vereins stellte Krinke explizit heraus, ehe er offen über die finanziellen Hürden sprach, die ein solches Handball-Projekt, wie es der SV Seulberg realisiert, mit sich bringt.

1000 Euro pro Jugendteam

„Allein ein Jugendteam kostet den Verein pro Saison zwischen 1000 und 1400 Euro. Ohne Sponsoren, denen unser Sport am Herzen liegt, könnten wir vielen jungen Sportlern keine Plattform bieten“, sagte Krinke, der selbst als Übungsleiter der B-Jugend eingespannt ist.
 

Leona (6) von den Handball-Minis hat sechs Runden geschafft. Für jede Runde gab es ein Bändchen. Bild-Zoom Foto: Heiko Rhode (Heiko Rhode)
Leona (6) von den Handball-Minis hat sechs Runden geschafft. Für jede Runde gab es ein Bändchen.

Als ob die vielen Jugendspieler von den Worten des Sellwischer Handballchefs zusätzlich angespornt worden seien, hängten sie sich voll rein beim Lauf. Mit Rücksicht auf den Hallenboden hatte der Verein einen Rundkurs unter freiem Himmel abgesteckt. Ziel war es, dass die Kinder mit möglichst vielen absolvierten Runden Spendengelder ihrer Eltern generieren. Den jeweiligen Betrag hatten Mütter und Väter mit ihren Kindern zuvor selbst vereinbart.

Wie ein Fels in der Brandung in diesem mehr oder minder geordneten Chaos voller übereifriger Kids wirkte Carola Schröder, ihres Zeichens Jugendleiterin und gleichzeitig auch Coach des Seulberger Herrenteams. Die jungen Läufer hatten pro Runde ein Bändchen erhalten und zeigten sie dann Schröder, die eine Liste führte. Wie viele „Sponsoreneinnahmen“ das in die Kasse spülte, wird indes erst zu einem späteren Zeitpunkt ermittelt.

Ihre über 15-jährige Erfahrung im Umgang mit Jugendmannschaften trägt sicher dazu bei, dass Carola Schröder eine gewisse Gelassenheit ausstrahlt. „Für mich ist die Arbeit mit den Kindern beinahe leichter als die mit meinem Herrenteam“, verriet sie mit einem Schmunzeln. „Die Kleinen lernen einfach schneller.“

Ihre Herrenmannschaft, in der übrigens auch Sohn Johannes spielt, sorgten für den Abschluss des Aktionstages. Und Schröders Team bewies, dass mit ihm in der C-Liga zu rechnen ist. Die vor einem Jahr abgestiegene Mannschaft schlug mit dem TV Petterweil II aus der Bezirksliga B einen ranghöheren Gegner. 24:22 hieß es am Ende für die Gastgeber.
 

SVS-Trainerin Carola Schröder
Carola Schröder – Trainerin für alle Fälle

Carola Schröder vom SV Seulberg ist im Umkreis die einzige Handball-Trainerin, die eine Männermannschaft coacht.

clearing

Ein Ziel: mehr Beachtung

Die vielen Mannschaftsfotos an den Wänden des Aufenthaltsraumes der Sporthalle erinnerten derweil an Zeiten, in denen die Sellwischer höherklassig unterwegs waren. Bis in die Oberliga haben sie in den 80er Jahren die Erfolge geführt. Inzwischen hat die Abteilung ganz andere Ziele: „Wir möchten, dass der Handball in unserem Ort nicht vollends von der Bildfläche verschwindet“, sagt Krinke. Die Bedeutung eines solchen Tages stufte er in diesem Zusammenhang als sehr hoch ein: „Mit einem solchen Event wollen wir verdeutlichen, welche Arbeit in unserer Abteilung steckt, was alles im Hintergrund geschieht, und dass wir schon den Jüngsten unseren Sport näherbringen können.“

Krinke hat das Gefühl, dass dem Handball im Friedrichsdorfer Stadtteil oftmals nur wenig Beachtung geschenkt wird. „Das sind nun einmal die Gegebenheiten. Der Fußball überstrahlt nahezu alles andere“, meint er. „Trotzdem gehen wir unseren Weg und versuchen, möglichst mit allen Teams die Qualifikationsrunden für höhere Ligen zu meistern.“

Zur Startseite Mehr aus Hochtaunus

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse