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Christian Liebig vom FV Stierstadt: Der Mann für besondere Momente

Nach sportlich schwierigen Wochen samt enttäuschenden Ergebnissen fährt Fußball-Gruppenligist FV Stierstadt einen wichtigen 3:2-Sieg gegen Schlusslicht Spvgg. Griesheim ein. Auch dank eines Mannes, der große Routine mitbringt und für gefährliche Standards sorgt: Christian Liebig. Sein Jubel ist sogar bundesligareif – wenn nicht gerade der Muskel zwickt.
Kann Jubeln schöner sein? Christian Liebig vom FV Stierstadt lässt nach einem Tor seiner Freude freien Lauf. Foto: Heiko Rhode (Heiko Rhode) Kann Jubeln schöner sein? Christian Liebig vom FV Stierstadt lässt nach einem Tor seiner Freude freien Lauf.
Stierstadt. 

Gezielt üben würde er das Kunststück, das ihm vor dem 2:1 gegen Griesheim glückte, nicht, sagt Christian Liebig. Eine Minute vor dem Pausenpfiff verwandelte er einen Eckstoß direkt und brachte den FV Stierstadt somit wieder gegen die Spvgg. Griesheim in Front. Ein bis zwei Mal pro Saison seien diese verrückten Tore bei ihm drin, erzählt der 36-jährige Mittelfeldspieler. In der zweiten Halbzeit verwandelte der Mann mit der starken Schusstechnik dann auch noch einen direkten Freistoß.

Auf ein weiteres Kunststück verzichtete der Routinier jedoch an diesem nasskalten November-Sonntag. Für gewöhnlich feiert er einen Torerfolg, ähnlich wie man es vom Dortmunder Bundesliga-Profi Aubameyang kennt. Dann mutiert Christian Liebig zum Turner und schlägt auf dem Rasen einen Flickflack. Wenn er verletzungsfrei sei, jubele er immer so, erzählt Liebig. Jedoch zeichnete sich zwischen Eckball- und Freistoßtor eine Zerrung ab, weshalb der Stierstädter Kunstschütze dann auch vorzeitig vom Feld musste. Viel wichtiger als extravaganter Torjubel war Liebig aber ohnehin der 3:2-Sieg des Aufsteigers aus dem Hochtaunus gegen den Tabellenletzten aus Frankfurt.

„Das war wichtig“, sagte Liebig am Tag darauf, „wichtig, weil wir mal wieder mehr als ein Tor gemacht haben und wichtig, weil der Abstand nach unten nicht noch geringer werden darf.“ Über den Grund für den Einbruch nach gutem Saisonstart könne er nur mutmaßen, wahrscheinlich sei aber das angeknackste Selbstvertrauen ausschlaggebend gewesen. „Nach dem Spiel gegen Friedberg merkte man, dass es schnell bergab ging“, erklärt Liebig. Mitte September unterlag man dem VfB mit 1:5, danach setzte es drei weitere Niederlagen in Folge – das Torverhältnis dabei betrug 6:18.

Gerade den jüngeren Spielern im Kader habe dieser Negativlauf einen Tiefschlag versetzt, Routinier Liebig hingegen blieb und bleibt meistens optimistisch. Nicht verwunderlich, immerhin machte der mittlerweile 36-Jährige schon einiges durch in seiner Fußballkarriere.

Sein Debüt bei den Aktiven hatte er einst für den SV Bonames gegeben. Im Frankfurter Stadtteil ist er aufgewachsen und lebt dort auch heute noch mit seiner Frau und seinen drei Kindern. „Das war damals in der Bezirksoberliga, wo wir auch gleich Zweiter oder Dritter wurden. Danach bin ich zur SG Ober-Erlenbach in die Verbandsliga gewechselt“, erinnert sich Liebig.

Längere Zwangspause

Weitere Stationen waren der FSV Frankfurt, die Amateure der Frankfurter Eintracht und später auch die Usinger TSG. Als Wandervogel bezeichnet er sich aber nicht. „Als junger Kerl hast du einfach noch ein paar andere Ideen und versuchst es bei größeren Vereinen“, sagt Liebig, „dann bin ich aber fünf Jahre in Usingen geblieben, wo ich mich sehr wohlgefühlt habe.“ Danach zwangen den klassischen „Zehner“ allerdings gesundheitliche Probleme zu einer anderthalbjährigen Sportpause. Über wiederkehrende Schwindelgefühle klagte er damals, doch kein Arzt konnte weiterhelfen, ehe dann ein Chiropraktiker die Halswirbelsäule richtete. „Seitdem ist der Schwindel weg“, berichtet Liebig, der in Bad Homburg eine Versicherungsagentur leitet.

Die letzte Station?

Auf der Arbeit wurde er auch von einem Kollegen bezüglich des FV Stierstadt angesprochen. Es würde sich im Verein etwas tun, lautete das verlockende Argument, und tatsächlich gelang dem FVS mit Liebig im Sommer prompt der Aufstieg.

Die Zusammenarbeit mit Trainer Thomas Zampach lobt Liebig ausdrücklich. „Es ist einfach toll, jemanden kennenzulernen, der so viel Erfahrung hat“, sagt er und schmunzelt dann, „für den Winter ist auch schon ein schönes Vorbereitungsprogramm angekündigt, da freue ich mich drauf.“ Dabei, gesteht Liebig, war er nie ein besonders großer Fan der Frankfurter Eintracht, bei der Zampach als Club-Legende gilt. Dank toller Tore wie gegen Griesheim arbeitet Christian Liebig nun eifrig daran, in Stierstadt ein ähnliches Standing zu bekommen. Das Ende seiner aktiven Laufbahn würde sich zwar abzeichnen, möglicherweise schon im kommenden Jahr. „Aber Abstieg und dann Abschied ist nicht“, fügt er schnell an. Der Mann für die besonderen Momente auf dem Fußballfeld hat noch etwas vor.

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