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Das Ehepaar Bickel verliebte sich einst auf der Gymnaestrada: Amor muss ein Turner sein

Der Sport schreibt die schönsten Geschichten. Von ihrer „Lovestory“ erzählen Helga und Karl-Heinz Bickel unserem Reporter auf dem Gauturntag.
Dem Turngau auf ewig dankbar: Helga und Karl-Heinz Bickel. Dem Turngau auf ewig dankbar: Helga und Karl-Heinz Bickel.
Falkenstein. 

Es herrscht reges Treiben im Bürgerhaus von Falkenstein: Im Rahmen des 71. Gauturntages des Turngaus Feldberg stehen die Vorstandswahlen auf dem Programm, zahlreiche Vertreter der 48 Vereine haben sich angekündigt. Während die Ersten sich gegen 19 Uhr am Empfang akkreditieren lassen, werden im Saal noch die letzten Vorbereitungen getroffen. Nur Karl-Heinz Bickel und Gattin Helga können den Beginn der Veranstaltung in aller Ruhe abwarten.

Nach fast 60 Jahren in Reihen des Gau-Vorstandes zieht sich Karl-Heinz Bickel nun zurück. Zuletzt war er acht Jahre lang Mitglied des Beirates und zwischen 2001 und 2004 sogar Erster Vorsitzender des Turngaus. Und das, obwohl der Mann doch ursprünglich mit dem Turnen gar nichts am Hut hatte.

„Im Turnen kannte ich mich eigentlich gar nicht aus“, gesteht Bickel mit einer guten Portion Selbstironie. „Ich war ein kleiner, dicker Bub und habe daheim gerade mal so einen Purzelbaum hinbekommen.“ Doch als der damalige Vorsitzende Kurt Steinbach ihn 1970 als Gau-Oberturnwart vorgeschlagen habe, sei Widerstand zwecklos gewesen. „Er hat gesagt, du machst das“, erinnert sich der heute 82-Jährige, „und da gab es dann auch keine Widerrede.“

Ganz so abwegig war die Entscheidung aber im Übrigen nicht, wie Gattin Helga erklärt. Sie springt ihm gern zur Seite. „Er stellt da sein Licht etwas unter den Scheffel“, sagt sie, „denn er war vorher schon ein guter Leichtathlet.“

In Zürich fing alles an

Bis 1993 blieb der Leichtathlet dann Oberturnwart und lernte auch diese Abteilung der sportlichen Ertüchtigung lieben. Apropos Liebe: Das Ehepaar lernte sich auf einem internationalen Turnfest in der Schweiz kennen. Sowohl der Frankfurter als auch die gebürtige Hamburgerin nahmen 1982 an der Gymnaestrada in Zürich teil.

„Das war für mich quasi eine Dienstreise, und ohne diese wären wir uns vielleicht nie begegnet“, erzählt Karl-Heinz Bickel. Man kann also mit Fug und Recht behaupten, dass das Turnen das Leben der beiden nachhaltig bereichert hat.

Helga Bickel ist inzwischen auch in den „turnerischen Ruhestand“ gewechselt. Sie erhält in Falkenstein für jahrzehntelange Funktionärstätigkeit die Goldene Ehrennadel des Hessischen Turnverbandes. Der Verein des Paares bleibt der TuS Nieder-Eschbach, der zum Turngau Feldberg gehört. Den Vorstand des Verbandes, dem seit jeher auch einzelne Vereine aus Frankfurt und der Wetterau angehören, halten die Bickels weiter für gut aufgestellt.

Präsident Helmut Reith ehrt im Verlauf des Abends Robin Maier als Sportler des Jahres. Der junge Turner des TV Weißkirchen hatte die deutsche Meisterschaft im Jahn-Sechskampf der Altersklasse M 16/17 errungen.

Reith wiedergewählt

Bei der Wahl wird Reith einstimmig im Amt bestätigt. Der Mann vom TV Kalbach geht nun schon in seine vierte Amtszeit. Auch Vizepräsident Wolfgang Melber und Schriftführerin Kirsten Ohlrogge machen weiter. Der Sportausschuss um Andreas Syguda, Kirsten Sukop und Daniel Reith wird durch Janine Hirndorf verstärkt, und Bickels Position des Beirates übernimmt Rüdiger Cornel. Die bisher vakanten Stellen des Sportwartes und des Pressewartes bleiben hingegen auch künftig unbesetzt.

Statement zum Ehrenamt

Warum das so ist? Helga Bickel, die in Falkenstein für ihre langjährige Tätigkeit als Funktionärin die Goldene Ehrennadel des Hessischen Turnverbandes erhält, wagt eine Einschätzung. „Das Ehrenamt wird zwar generell hoch geschätzt in der Öffentlichkeit, aber im Sport ist das heutzutage seltener der Fall“, glaubt sie. Trotzdem wird es unter dem neuen alten Vorstand auch in diesem Jahr wieder zahlreiche tolle Veranstaltungen und Wettbewerbe geben. Und wer weiß: Vielleicht finden dort der ein oder andere Turner wie einst das Ehepaar Bickel die Liebe seines Lebens.

Der Juni wird zum Turner-Monat

Am letzten Wochenende im Juni hat der Turngau Großes vor. Samstags (25. Juni) wird der Verband in Zusammenarbeit mit der TSG Friedrichsdorf und dem TV Seulberg im Sportzentrum der Philipp-Reis-Schule

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