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Mehr Wolf-Hund-Mischlinge zu erwarten

Wölfe breiten sich in Deutschland weiter aus. Doch zur Fortpflanzung wählen die Tiere nicht immer nur eigene Artgenossen. Häufig kommt es zu Kreuzungen mit Hunden, wie Experten mit Sorge beobachten.
In Deutschland kommt es immer häufiger zu Paarungen zwischen Wölfen und Hunden. Dabei entstehen Wolfshybride, die weniger scheu und somit gefährlicher sein können. Foto: Bernd Thissen In Deutschland kommt es immer häufiger zu Paarungen zwischen Wölfen und Hunden. Dabei entstehen Wolfshybride, die weniger scheu und somit gefährlicher sein können.
Mainz. 

Mit der Ausbreitung des Wolfes in Deutschland wächst die Wahrscheinlichkeit für Paarungen mit Hunden. „Theoretisch können Wolfshybride überall dort entstehen, wo Wölfe und Hunde zusammentreffen”, teilte das rheinland-pfälzische Umweltministerium in Mainz mit.

Die Mischlinge seien in freier Natur überlebensfähig. Sie könnten weniger scheu und somit gefährlicher sein als reinrassige Wölfe. Das wiederum könne es notwendig machen, sie zu töten.

Bislang gab es nur wenige nachgewiesene Einzelfälle, wie es von der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) im sächsischen Görlitz heißt. Wölfe sind eine streng geschützte Tierart, auch Wolfshybride genießen Schutz und sind nur mit naturschutzrechtlicher Ausnahmegenehmigung zu töten.

2003 war es beim sächsischen Neustadt/Spree zur Paarung einer Wölfin mit einem Hund gekommen, sechs Welpen wurden nachgewiesen. Zwei wurden laut DBBW eingefangen, in ein Gehege gebracht und später eingeschläfert. 2017 wurde ein Fall auf dem thüringischen Truppenübungsplatz bei Ohrdruf bekannt, wieder hatten eine Wölfin und ein Hund sechs Nachkommen. Das Einfangen der Mischlinge scheiterte. Drei wurden erlegt, die anderen durchstreifen dem thüringischen Umweltministerium zufolge wahrscheinlich weiter die Gegend.

Seit der Jahrtausendwende vermehren sich Wölfe wieder in Deutschland, nachdem sie rund 150 Jahre als ausgestorben galten. Bundesweit gibt es etwa 800 der Tiere, vor allem in Niedersachsen und in Ostdeutschland.

(dpa)
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