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Automobil: Der neue Kia hat Frankfurter Gene

Von Der koreanische Automobilbauer Kia zählt zu wachstumsstärksten Marken auf dem deutschen Markt. Große Hoffnung setzt Kia auf den elektrischen Antrieb. Mit dem rassigen Sportwagen Stinger wollen sich die Koreaner ein neues Marktsegment erschließen. Das Fahrzeug trägt Frankfurter Gene in sich.
Mit der Sportlimousine Stinger betritt Kia Neuland. Präsentiert wurde das Modell auf der jüngsten IAA in Frankfurt. Foto: Huebner/Bremes (imago stock&people) Mit der Sportlimousine Stinger betritt Kia Neuland. Präsentiert wurde das Modell auf der jüngsten IAA in Frankfurt.
Frankfurt. 

Kia ist aktuell eine der präsentesten Marken in den Werbepausen von TV-Sportübertragungen. Ob als Sponsor für die Bundesliga-Live-Berichterstattung auf dem Bezahlsender Sky oder gar als Hauptsponsor des ersten Tennis-Grand-Slam-Turniers des Jahres, den Australian Open in Melbourne.

Kia ist allgegenwärtig, und Tennis-Superstar Rafael Nadel als Markengesicht bewirbt das emotionalste Auto, das die Koreaner nicht nur nach eigener Einschätzung auf den Markt gebracht haben: Das Spitzenmodell kommt mit 370 PS unter der Motorhaube daher, ist für rund 55 000 Euro zu haben und lässt die Herzen vieler Automobil-Enthusiasten höher schlagen. „Alles an ihm verkörpert klassischen, echten Gran Turismo Spirit“, schwärmt etwa Steffen Cost, Geschäftsführer von Kia Motors Deutschland.

Bislang hat Kia mit edlem Design und üppiger Ausstattung vor allem als Volumenmarke gepunktet. Doch mit dem Stinger nehmen die Koreaner jetzt zum ersten Mal die Premium-Konkurrenz ins Visier. Die Sportlimousine stichelt ganz gezielt gegen Audi und BMW. Das soll auch zur Stärkung des Markenimages beitragen, wie Cost erklärt. „Da haben wir noch Nachholbedarf.“

Der Auto-Manager weiß auch zu berichten, dass der Stinger, der auf der IAA in Frankfurt im Herbst 2017 vorgestellt wurde, echte Frankfurter Gene in sich trägt. Denn in der Bankenmetropole am Main hat Kia seit etlichen Jahren seinen Deutschland- und Europa-Sitz eingerichtet. In Rüsselsheim ist der koreanische Konzern, dem neben Kia auch die Marke Hyundai gehört, mit eigenem Entwicklungszentrum vertreten. In Frankfurt beschäftigt der asiatische Autobauer 167 Mitarbeiter.

Den Erfolg auf dem hiesigen Automarkt führt Cost auch auf die erfolgreiche Arbeit der Entwickler im Rhein-Main-Gebiet zurück. Den Ingenieuren am Main, die Kia-Chefdesigner Peter Schreyer zuarbeiten, sei es bei ihren Fahrzeugentwicklungen gelungen, Geschmack, Design und die Standards der europäischen Autofahrer zu treffen. Außer dem Stinger seien hierzulande der Mittelklassewagen „cee’d“ und der „Optima GT“ am Reißbrett entworfen worden.

Marktanteile gewonnen

In Deutschland hat Kia im vergangenen Jahr rund 64 000 Neuwagen verkauft und stärker zugelegt als der Marktsdurchschnitt. Seit 2010 haben die Koreaner ihren Absatz um 75 Prozent gesteigert. Und die Wachstumsgeschichte soll noch längst nicht beendet sein. Für 2018 rechnen die Kia-Manager mit Neuzulassungen in der Größenordnung von 70 000. Das wäre erneut ein überdurchschnittlicher Zuwachs. Zweifellos hat die Marke von der „Dieselhysterie“ profitiert. Denn der Anteil der Selbstzünder beträgt bei ihr lediglich 28 Prozent.

Aktuell am stärksten beworben wird der Kia Stonic, ein kleinerer SUV, der aber offenbar genau den Nerv der Zeit und den Geschmack der jungen Generation trifft. In diesem am stärksten wachsenden Fahrzeug-Segment will Kia weitere Modelle anbieten.

Große Hoffnung setzt der Autoproduzent aus Fernost, dessen Fahrzeuge für Europa in einem Werk in der Slowakei gebaut werden, auf die Elektrifizierung. Auf diesem Feld sehen sich die Kia-Ingenieure weit fortgeschritten. Schon heute habe Kia bei alternativen Antrieben in Deutschland einen Marktanteil von 7,6 Prozent und rangiere damit auf dem zweiten Platz. Beim Blick in die Zukunft ist David Labrosse, Leiter der Produktplanung im Hyundai Technical Center in Rüsselsheim, überzeugt, dass 2025 etwa 90 aller Fahrzeuge Benziner oder Diesel sein werden. Doch etwa die Hälfte davon werde elektrifiziert sein – in Gestalt von Hybriden, Mild-Hybriden oder Plug-in-Hybriden. Das erste reinrassige Elektro-Modell in Serienfertigung soll der Kia Niro werden, der gerade auf der Autoshow in Las Vegas präsentiert wurde.

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