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TV-Kritik: "Zwischen Tod und Leben": Spreewald-Krimi richtig stark

Von Was fasziniert hier eigentlich mehr, die wunderschönen Bilder oder der feine Krimi-Plot? Die Kombination jedenfalls geht auf.
Kommissar Krügers Wohnwagen brennt. Ein Unfall? Fichte (Thorsten Merten, r.) zieht Krüger (Christian Redl, l.) aus dem Feuer. Foto: Hardy Spitz Kommissar Krügers Wohnwagen brennt. Ein Unfall? Fichte (Thorsten Merten, r.) zieht Krüger (Christian Redl, l.) aus dem Feuer.

Zum Spiel mit den Versatzstücken des phantastischen Films lädt die Spreewald-Krimireihe ja schon durch ihren Schauplatz ein. Wirkt diese surreale Sumpf- und Wasserlandschaft nicht wie eine endlose Traumwelt? Und erinnert Kommissar Krüger (Christian Redl) mit seinem Kahlschädel über dem Kragen seines ewig gleichen schwarzen Mantels zumindest von weitem nicht irgendwie an Schauspieler Max Schreck als Nosferatu? Zum Wassermann wie in "Sturmnacht" , dem achten Teil der Reihe, ist es da nur ein kleiner Schritt, auch wenn das Geschehen dort eine rationale Erklärung findet.

Es ist zwar dennoch ein kühnes Experiment, was das ZDF mit diesem zehnten Beitrag gewagt hat. Aber eben auch ein folgerichtiges und konsequentes. Nach der Explosion seines Wohnwagens wird Krüger von seinem Assistenten Fichte (Thorsten Merten) gerettet, landet mit Verbrennungen und Rauchvergiftung im Krankenhaus. Und zugleich durch ein künstliches Koma in einer Zwischenwelt, in der er zahlreichen Verstorbenen begegnet und dabei auch über Schuld und Versäumnisse in seinem Leben sinniert.

Anleihen in der griechischen Mythologie

So leidet er immer noch an seinem schlechten Gewissen, den Selbstmord von Karsten Hellstein nicht verhindert zu haben. In Rückblicken erzählt der Film die Geschichte von Hellsteins Sohn Knut (sehr gut: Tom Gramenz). Und es ist schon eine Meisterleistung, wie intelligent der Film hier Krügers Reise durch die Zwischenwelt, in der er von Karsten Hellstein (Kai Scheve) wie in der griechischen Mythologie durch eine Spreewald-Wasserwelt gefahren wird, mit dem Kriminalfall verbindet, durch den Krüger im Krankenhaus gelandet ist.

Es war nämlich kein Unfall, durch den Krüger im Krankenhaus gelandet ist, sondern ein Anschlag. Die Kriminalgeschichte entwickelt eine starke Faszination, gerade weil Knut Hellstein dadurch, dass er sich in Jaecki (Jasna Fritzi Bauer) verliebt zeigt, anfangs stark zur Identifikation einlädt. Aber als er Krüger um Hilfe bittet, hat er sich in kriminelle Machenschaften verstrickt. Aber die Leute, die er erpressen wollte, haben selbst jede Menge Dreck am Stecken.

"Feuerengel" weiter erzählt

Der Film greift Motive aus "Feuerengel" auf und entwickelt sie weiter. Allzu viele Vorkenntnisse sind aber nicht nötig. Das Drehbuch hat besonders Knut Hellstein hier als eine starke Spannungsfigur angelegt: Während er anfangs noch Sympathie weckt, zeigt er im Handlungsverlauf immer dunklere Züge. Gramenz spielt ihn aber dabei mit einer zunehmenden Verzweiflung und schafft es dadurch, dennoch ein gewisses Mitgefühl für seine Figur zu wecken.

Gleichzeitig wird die Krimi-Handlung mit Tempo erzählt. Optisch punktet "Zwischen Tod und Leben" nicht nur mit der von Nicolay Gutscher brillant fotografierten Bilderwelt, sondern sogar noch mit einer rasant inszenierten Auto-Jagd. Nach dem weniger gelungen "Spiel mit dem Tod" zeigt der zehnte Beitrag der Reihe wieder eindrucksvoll ihre Stärken.

 

Den ganzen Krimi gibt es hier

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