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TV-Kritik: "Ich töte niemand": Gekonnter Franken-"Tatort"

Von Nach dem brutalen Mord an einem Mann aus Libyen und seiner Schwester stoßen die Ermittler auf ein abgründiges Beziehungsgeflecht inklusive Fremdenhass.
Ihr neuer Fall verlangt den Kommissaren Paula Ringelhahn (Dagmar Manzel) und Felix Voss (Fabian Hinrichs) hohen Einsatz ab. Bild: BR/Hager Moss Film GmbH/Felix Cramer Foto: (WDR Presse und Information/Redak) Ihr neuer Fall verlangt den Kommissaren Paula Ringelhahn (Dagmar Manzel) und Felix Voss (Fabian Hinrichs) hohen Einsatz ab. Bild: BR/Hager Moss Film GmbH/Felix Cramer

Wenn im "Tatort" die Ermittler mal feiern dürfen, gibt es meist einen unsanften Moment, der alle aus ihrer ausgelassenen Stimmung reißt So auch bei Kommissar Felix Voss (Fabian Hinrichs), der für Kollegen eine wilde Party schmeißt. Jedenfalls bis dann ein Handy klingelt und Voss samt Kollegin Paula Ringelhahn (Dagmar Manzel) zu einem Leichenfund gerufen wird. Aber ist das eine gute Art, einen Krimi anfangen zu lassen?

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Natürlich nicht. Es ist mal wieder eine dieser Szenen, bei denen sich echte Fahnder vermutlich an den Kopf greifen: Kein Polizist lässt es auf einer feuchtfröhlichen Party ordentlich krachen, wenn er Bereitschaftsdienst hat. Der Rest des Films zeigt sich indessen schon deutlich besser. Die Ermittler werden zu einem Leichenfund gerufen: Ein Mann und eine Frau, Geschwister aus Libyen und brutal erschlagen.

Handydaten machen die Ermittler auf den Ziehsohn des Toten aufmerksam: Ahmad Elmahi (Josef Mohamed) studierte erfolgreich Maschinenbau und kam gut bei Frauen an. Doch jetzt ist er spurlos verschwunden, wobei er kurz zuvor noch durch seine Nervosität auffiel. Während Ringelhahn und Voss noch ihre Spuren zusammenfügen, wird Ringelhahn von einem weiteren Schicksalsschlag getroffen.

Ein alter Freund von ihr ist tot. Frank Leitner (André M. Hennicke) stand zudem massiv unter Antidepressiva-Einfluss. Könnte er zudem rechtsradikal gewesen sein? Der Einsatz Hennickes hat sich im mittlerweile vierten Frankenkrimi wirklich voll gelohnt, obwohl sein Auftritt nur kurz ausfällt. Hennicke kennen viele Zuschauer als markanten Schurken, was den Verdacht lange Zeit in eine falsche Richtung lenkt.

Besonders leicht macht es Regisseur Max Färberböck den Zuschauern aber nicht. Färberböck, der mit "Der Himmel ist ein Platz auf Erden" bereits den Auftakt des Frankenteams lieferte, zeigt hier einen ausgeprägten Stilisierungswillen: Es dominieren dunkle Farben – siehe Bild - die zusammen mit der melancholischen Musik eine stark düstere Stimmung verbreiten.

Dazu kommen etliche kryptische Szenen, die erst im weiteren Handlungsverlauf einen Sinn ergeben. Die Geschichte erfordert deswegen vom Zuschauer zeitweise hohe Aufmerksamkeit, die sich aber lohnt: Die Themen Fremdenfeindlichkeit und Rechtsradikalismus wurden selten gekonnter in der Handlung umgesetzt, zumal sich die Geschichte sehr nah an ihren Figuren bewegt. Spannung ist deswegen bis zum Ende garantiert.

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