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TV-Kritik: "Guter Sex – weniger Stress": Der große Druck

Von Lust und Leistungsdruck: Immer noch ein großes Tabu-Thema. Wie sich der TV-Beitrag einer intimen Sache annähert.
Lust und Leistungsdruck: Immer noch ein großes Tabu-Thema. Wie sich der TV-Beitrag einer intimen Sache annähert. Foto: ZDF und SRF/RTS Lust und Leistungsdruck: Immer noch ein großes Tabu-Thema. Wie sich der TV-Beitrag einer intimen Sache annähert.
So frei und liberal wir auch sind oder sein wollen – Sex bleibt eine heikle Sache. Ein Tabu-Thema. Und das besonders, wenn es um solch kitzlige Bereiche wie Fantasien oder gar Störungen wie Impotenz geht. Die anfangs der Reportage gezeigte Straßenumfrage spricht da Bände: Alle sind mit ihrem Intimleben zufrieden, haben genug Begegnungen und leben eine erfüllte Sexualität. Aber stimmt das auch?
 
"Sex sells", besagt ein bekanntes Sprichwort. Einige Werbespots, die der Zuschauer hier zu sehen bekommt, lassen keinen Zweifel daran: Jeder versteht die Anspielungen, wenn in Werbespots Schokolade sich sanft um Waffelzutaten schmiegt oder die Finger einer Frau am Hals einer Perrier-Flasche herumspielen. Und das nicht erst seit heute, letzterer Spot entstand schon vor vierzig Jahren.

Stress durch Porno

Aber gerade die Allgegenwart von Sex und die ständige Verfügbarkeit von Pornographie entwickeln sich für viele Konsumenten zum Problem, weil sie in den Köpfen den Leistungsdruck erhöht. Sie sehen dort Schauspieler mit makellosen Körpern, die ihnen jede kleine Unzulänglichkeit an sich selbst überdeutlich ins Bewusstsein bringt. Eine Frau spricht offen darüber, dass sie ihr Selbstvertrauen dadurch verloren hat.
 
Vor allem aber haben die Darsteller dort immer Lust. Für sie gibt es weder beruflichen noch partnerschaftlichen Stress, der sich auf ihr Intimleben auswirkt. Die Dokumentation zeigt die Sexologin Juliette Buffat steht fest: Durch Pornographie haben sich die Sensibilitäten für körperliche Aspekte der Sexualität verstärkt. Und gerade dadurch hat sich auch der Druck erhöht.

Affären und Neuanfang

Die Frage nach dem "wie lange, wie oft" treibt zunehmend junge Männer zu ihr in die Beratung. Einen anderen Zugang zur Erotik wollen Tantra-Sex oder Slow Sex eröffnen. Hier dürfen sich in der Dokumentation auch Teilnehmer jenseits der Fünfzig aussprechen, ein großer Vorteil. Ein Ehepaar spricht auch offen über gegenseitige Verletzungen durch Affären, über die möglichen Gründe und Neuanfang.
 
Homosexuelle bleiben allerdings gänzlich außen vor. Ein Nachteil in dieser Dokumentation, denn dort könnten Körperkult und Jugendwahn oft noch erheblich ausgeprägter sein. Was die Frage aufwirft, ob das auch für die Auswirkungen gilt. An der Umsetzung gibt es sonst jedoch nichts auszusetzen. Optisch haben Buch und Regie das Thema gesittet, aber mit gelegentlich augenzwinkernden optischen Anspielungen aufbereitet.

Die Sendung in der Mediathek anschauen
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