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TV-Kritik: "Brüder und Söhne": Ärztin als Einschlafhilfe

Von Die zweite Geschichte aus der Reihe "Praxis mit Meerblick" leidet unter ihrem überladenen Drehbuch und etlichen absonderlichen Szenen.
Nora Kaminski (Tanja Wedhorn) lernt bei einem Einsatz den Fischer Matthias (Shenja Lacher) kennen. Bild: ARD Degeto/Boris Laewen Foto: (ARD Degeto/Programmplanung und P) Nora Kaminski (Tanja Wedhorn) lernt bei einem Einsatz den Fischer Matthias (Shenja Lacher) kennen. Bild: ARD Degeto/Boris Laewen

Sie ist Ärztin ohne Doktortitel, kommt aus dem Ruhrpott, hat mal auf einem Kreuzfahrtschiff gearbeitet und sich auf Rügen niedergelassen. Ihr neues Zuhause ist die Praxis und die Privatwohnung ihres Studienfreundes Dr. Richard Freese. (Stephan Kampwirth).  Nora Kaminski (Tanja Wedhorn), vergangenes Jahr in "Willkommen auf Rügen" in die TV-Landschaft eingeführt, zeigt sich als eine Frau mit vielen Brüchen.

Solche Frauen ziehen immer. Im Nachfolger "Brüder und Söhne" bekommt Kaminski kräftig zu tun: So kommt ihr Sohn Kai (Lukas Zumbrock) zu Besuch, der vorgibt, im Rahmen seines Jurastudiums eine Hausarbeit zu Ende schreiben zu müssen. Über das Deckblatt kommt er aber nicht hinaus. Später stellt sich heraus, dass er das Studium nicht mag – weil er sich nicht mit dem Leistungsdenken seiner Kollegen identifizieren kann.

Jurastudenten haben andere Probleme

Einen Jurastudent, der mit seinem Studium nichts anfangen kann, gibt es in der Welt der Fernsehfilme nur selten, in der Praxis dafür umso häufiger. Das aber aus völlig anderen Gründen: Die meisten Studenten ziehen nicht die Reißleine, weil sie ihre Kollegen für "Zombies" halten, sondern weil sie schlichtweg heillos überfordert sind und das oft erst viel zu spät bemerken. Ein wenig Recherche und Nähe zur Realität hätte hier dem Drehbuch gutgetan.

Auch sonst hinterlässt die Handlung keinen sonderlich durchdachten Eindruck. Außer um ihren Sohn muss sich Nora Kaminski nämlich noch vor allem um  das Brüderpaar Butenschön kümmern. Matthias (Shenja Lacher), der Ältere der beiden, kümmert sich rührend um seinen jüngeren Bruder Robin (Max Dominik) mit Down-Syndrom. Er will ihm ermöglichen, auf dem elterlichen Hof zu leben. Doch jetzt benötigt der Fischer selbst dringend Hilfe, und das nicht nur in medizinischer Hinsicht.

Überfüllt mit Episoden

Diese Geschichte allein hätte schon genügt, eine ganze Episode zu füllen. Aber als Nebenfiguren treten unter anderem noch ein ehemaliger Taucher oder eine hysterische Mutter auf, die Kaminski mit schlechten Bewertungen im Netz schaden will. Der Film verhebt sich im Verlauf der Handlung immer mehr dabei, aus dieser Überfülle an Handlungssträngen so etwas wie einen roten Faden zu konstruieren.

Dass dabei auch noch jede Menge abstruser Szenen herausgekommen sind – so ein behindertes Mädchen, das aus unerfindlichen Gründen eine Murmel verschluckt, Kai, der beim Versuch, die Luft möglichst lange anzuhalten, das Bewusstsein verliert oder der Auftritt der überhysterischen Mutter in der Praxis – macht die Sache nicht besser. Die Geschichte plätschert meist nur müde vor sich hin. Nur die Schauspieler und ein paar hübsche Rügener Impressionen lohnen halbwegs das Ansehen.

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