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Nur sieben Prozent der erfassten Flüchtlinge vom Balkan

Die Zahl der Asylbewerber aus Balkan-Staaten ist erheblich zurückgegangen. Vom 1. bis 27. September wurden 138 151 Flüchtlinge im bundesweiten Erfassungssystem „EASY” aufgenommen. Foto: Kay Nietfeld Die Zahl der Asylbewerber aus Balkan-Staaten ist erheblich zurückgegangen. Vom 1. bis 27. September wurden 138 151 Flüchtlinge im bundesweiten Erfassungssystem „EASY” aufgenommen. Foto: Kay Nietfeld
Berlin. 

Die Zahl der Asylbewerber aus Balkan-Staaten in Deutschland ist erheblich zurückgegangen. Vom 1. bis 27. September wurden 138 151 Flüchtlinge im bundesweiten Erfassungssystem „EASY” („Erstverteilung von Asylbegehrenden”) aufgenommen.

Nur 9774 - also etwa sieben Prozent - davon kamen aus den Balkan-Ländern Albanien, Serbien, Mazedonien, Bosnien-Herzegowina, Kosovo und Montenegro. Das geht aus der Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage der Linke-Abgeordneten Ulla Jelpke hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Mehr als die Hälfte der im September erfassten Flüchtlinge (71 888) kam demnach aus Syrien. Hinzu kamen jeweils etwa 15 000 Menschen aus dem Irak und Afghanistan.

Die Bundesregierung hat gerade erst ein Gesetzespaket mit vielen Verschärfungen für Balkan-Flüchtlinge auf den Weg gebracht, um den Andrang von Schutzsuchenden aus der Region einzudämmen. Jelpke hält das angesichts der Zahlen für realitätsfern.

„Die aktuell geplanten Gesetzesverschärfungen richten sich vor allem gegen den angeblich drohenden massenhaften Asylmissbrauch durch Westbalkanflüchtlinge - und gehen damit weitgehend an der Realität vorbei, wie die aktuellen Zahlen noch einmal belegen”, sagte Ulla Jelpke der dpa.

Die Linke-Innenexpertin beklagte auch die mangelnde Klarheit über die tatsächlichen Asylzahlen. Nach Schätzungen des Bundes sind 290 000 Flüchtlinge im Land, die noch gar nicht registriert sind. Deshalb liegt die Zahl der im September angekommenen Flüchtlinge wohl auch deutlich über den „EASY”-Werten. In den Ländern ist von 210 000 bis 280 000 Eingereisten die Rede. Jelpke rügte: „Das ist alles schwer nachvollziehbar, wir brauchen endlich realistische Angaben.”

(dpa)
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