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Mossack Fonseca startet Gegenoffensive

Erstmals seit Veröffentlichung der „Panama Papers” äußert sich die Kanzlei Mossack Fonseca offiziell zu den Vorwürfen. Ihre Kritiker hätten keine Ahnung vom Finanzgeschäft und würden falsche Rückschlüsse ziehen. Die Anwälte sehen sich als Opfer.
Grundlage der Enthüllungen sind aus einer anonymen Quelle stammende Daten der Wirtschaftskanzlei Mossack Fonseca aus Panama. Foto: Ralf Hirschberger/Illustration Grundlage der Enthüllungen sind aus einer anonymen Quelle stammende Daten der Wirtschaftskanzlei Mossack Fonseca aus Panama. Foto: Ralf Hirschberger/Illustration
Panama-Stadt. 

Einen Tag hat die Kanzlei Mossack Fonseca abgewartet, jetzt sind die Finanzanwälte aus Panama zum Gegenangriff übergegangen. Der Öffentlichkeit fehle das Fachwissen, um „die Arbeit von Firmen wie uns” richtig einordnen zu können, hieß es von den Anwälten.

Am Montagabend stellte das Unternehmen ein komplettes Informationsportal ins Internet und äußerte sich dort erstmals offiziell und umfassend zu den Vorwürfen über undurchsichtige Finanzgeschäfte mit Briefkastenfirmen.

In koordinierten Berichten von Medien aus rund 80 Ländern wird zahlreichen Politikern, Sportlern und Prominenten seit Sonntag vorgeworfen, ihr Geld mithilfe der Kanzlei in Offshorefirmen geparkt zu haben. Auch mehrere tausend Deutsche sollen laut der „Süddeutschen Zeitung” Briefkastenfirmen der Kanzlei in Panama genutzt haben.

„Diese Berichte stützen sich auf Vermutungen und Stereotypen”, teilte die Anwaltsfirma in einer vierseitigen Stellungnahme mit. Mossack Fonseca sei noch nie im Zusammenhang mit kriminellen Handlungen beschuldigt oder angeklagt worden und werde in ein falsches Licht gerückt.

Die Kanzlei halte sich an internationale Standards, um weitestmöglich sicherzustellen, dass von ihr gegründete Gesellschaften nicht zur Steuerhinterziehung, Geldwäsche, Terrorfinanzierung oder für andere kriminelle Zwecke genutzt würden. „Wir bieten auch keine Lösungen an, die den Zweck haben, ungesetzliche Handlungen wie Steuerhinterziehung zu verbergen”, heißt es in der Stellungnahme. Die unter dem Schlagwort „Panama Papers” ausgewerteten Dokumente würden zeigen, dass Mossack Fonseca „kompromittierten Personen” oder solchen, die benötigte Informationen zurückhielten, seine Dienste verweigere.

Mossack Fonseca hält die Abschöpfung der Informationen durch ein Datenleck für strafbar. Auf der nun ins Netz gestellten Internetseite finden sich Fragen und Antworten zu dem Geschäftsmodell der Kanzlei, ein Interview mit Teilhaber Ramón Fonseca Mora und ein wissenschaftlicher Fachartikel zu bestimmten Rechtsfiguren in Panama.

Mossack Fonseca gründet Kapitalgesellschaften und verkauft diese an Zwischenhändler wie Banken und Vermögensberater, die sie dann an die Endkunden weitergeben. Zudem bietet die Kanzlei auch bestimmte Verwaltungsdienstleistungen für die Offshorefirmen an.

Anders als teilweise dargestellt sei Panama keine Steueroase, schrieben die Anwälte von Mossack Fonseca. Zwar müssten dort registrierte Firmen keine Einkommens- oder Kapitalertragssteuer auf in anderen Ländern getätigte Investitionen oder Transaktionen zahlen. Der panamaische Finanzsektor sei aber streng reguliert und folge internationalen Regeln.

Auch die Arbeit von Mossack Fonseca werde genau kontrolliert, teilweise von verschiedenen Institutionen gleichzeitig, hieß es nun in der Stellungnahme. Zudem folge die Kanzlei strengen internen Richtlinien zur Risikobewertung und Kundenprüfung.

„Wir sind verantwortungsvolle Mitglieder der globalen Finanz- und Wirtschaftswelt”, schrieben die Anwälte von Mossack Fonseca. „Wir bedauern jeden Missbrauch unserer Dienstleistungen und unternehmen Schritte, um ihn zu verhindern.”

(dpa)
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