E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Usingen 18°C Eine Angebot von Franfurter Neue Presse

Gesundheit: Tausende hat es erwischt: Rhein-Main im Grippefieber

Von Husten, Fieber, Abgeschlagenheit: Tausende Bürger hat’s erwischt. Die Grippe grassiert, und viele Krankenhäuser sind voll belegt. Ein Trost: Das Virus vom Typ B gilt im Vergleich zum Typ A aus dem vergangenen Jahr als eher harmlos.
Symbolbild Foto: Andreas Gebert Symbolbild
Frankfurt. 

Die Grippe grassiert, und es trifft mehr Patienten als im Vorjahr. Bundesweit sind bereits 100 Todesfälle zu beklagen, fünf davon in Hessen. Das Gesundheitsamt der Stadt Frankfurt hatte in der Vorwoche 200 meldepflichtige Grippefälle registriert. „In den Vorjahren hatten wir in der Spitze 125 Meldungen pro Woche, jetzt 200. Diese Grippewelle ist schon heftig“, sagt Dr. Udo Götsch, Infektiologe im Gesundheitsamt. Allein in den ersten zwei Tagen dieser Woche seien bereits 136 Infektionen gemeldet worden. Die Zahl der Vorwoche werde wohl überboten.

Götsch fügte hinzu: „Ob der Höhepunkt dieser Grippewelle schon erreicht ist, kann ich noch nicht sagen. Im Vorjahr gab es die Grippe in den ersten 13 Wochen, der Gipfel dauerte so drei bis vier Wochen.“ Damals gab es laut Robert-Koch-Institut bundesweit sechs Millionen Arztbesuche, 3,4 Millionen Arbeitsunfähigkeiten, 30 000 Krankenhauseinweisungen.

Wenn einen die Grippe erwischt, hilft nur Bettruhe und Geduld.
Grippe Kommentar: Der Preis der Zwei-Klassen-Medizin

Mit der Grippe ist es so eine Sache: Weil sich die Erreger permanent verändern, wissen selbst die Experten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nie so ganz genau, mit welchen Virustypen sie es in

clearing

Die gibt es in diesem Jahr auch wieder. Im Klinikum Höchst steigt etwa die Zahl der Grippe-Patienten an: „Es geht über alle Altersklassen“, sagt Sprecherin Petra Fleischer. „An Karneval ist es losgegangen.“ Allein im Februar waren es bis Montag 114 Fälle, im gesamten Januar 90 Fälle. Die meisten sind am Grippetyp B erkrankt.

Auch im Nordwest-Krankenhaus sind die meisten Betten belegt. „Das ist aber im Januar und Februar immer so“, sagt Sprecherin Brigitte Ziegelmayer. Schon im Vorjahr war das Krankenhaus belegt mit Grippe-Patienten. „Das ist zu erwarten. Ein Krankenhaus hat geschlossen, die 60 Betten fehlen.“ Die Uniklinik ist ebenfalls auf die jährliche Grippewelle vorbereitet und meldet keine besonderen Schwierigkeiten.

Symptome behandeln

Im Ivena-Informationssystem für Krankenhauseinweiser war gestern, 15 Uhr, in Stationen ohne Beatmung lediglich im Bethanien- und im Katharinen-Krankenhaus noch Betten frei sowie in der Uniklinik. Dicht hingegen: Das Bürgerhospital, das Elisabethen, das Hospital zum Heiligen Geist, die Klinik Rotes Kreuz, das Klinikum Höchst, das Krankenhaus Nordwest und das Markus-Krankenhaus.

Im Umland sieht es nicht besser aus. In den Main-Taunus-Kliniken wurden gestern nur lebensbedrohlich Erkrankte noch aufgenommen. Beide Häuser (Bad Soden und Hofheim) waren an der Kapazitätsgrenze, Intensivstation und Stationen komplett belegt.

Kitas und Schulen, Altenheime und Arbeitgeber erleben derzeit den Ausnahmefall. Haus- und Kinderärzte haben alle Hände voll zu tun. Kinderärztin Beate Seger-Fritz schätzt, dass jeder Dritte ihrer zurzeit 1000 Patienten an Grippe leidet. „Wir können meist nur die Symptome behandeln“, sagt sie. „Ich würde die Kinder gerne impfen, aber ich habe keine einzige Impfdosis mehr im Kühlschrank.“

Seger-Fritz gibt ihren Patienten ab zwei Jahren die Nasenspray-Impfung. Diese ist jedoch laut Paul-Ehrlich-Institut (PEI) in Langen nicht mehr lieferbar. Auch andere Impfstoffe sind vergriffen. Dr. Susanne Stöcker vom PEI: „Es gibt zehn zugelassene Impfstoffe. Davon sind fünf vergriffen, darunter einer der beiden Impfstoffe, die gegen vier Grippetypen immunisieren.“ Die Kassen müssen – bislang – nur die Dreifachimpfung ersetzen, und das, obgleich die Ständige Impfkommission Ende November die Vierfach-Impfung empfohlen hat. Offiziell gilt diese Empfehlung erst für die kommende Impfsaison.

Impfschutz bei 46 Prozent

Dabei ist der aktuelle Dreifach-Impfstoff gerade gegen dasjenige B-Virus (Typ „Phuket/Yamagata“) nicht stark wirksam, das derzeit laut Dr. Götsch überwiegend grassiert. „Trotzdem liegt der Impfschutz noch immer bei 46 Prozent“, so Götsch, „und Impfen kann sich noch lohnen, auch wenn die Wirkung erst in zwei Wochen eintritt.“

Die Grippewelle wird wohl noch länger andauern. Das Robert-Koch-Institut beruhigt allerdings: „Der Impfstoff wirkt besser als der im Vorjahr, als nur etwa jeder Vierte wirklich geschützt war“, sagt Sprecherin Susanne Glasmacher. Das liegt daran, das im Vorjahr die gefährlicheren A-Viren unterwegs waren, die sich sehr schnell verändern.

Zur Startseite Mehr aus Politik

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen