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Kommentar zu Jerome Boateng: Noch ein Nachtreten

Jerome Boateng von München spricht zu den Medienvertretern. Foto: Sven Hoppe (dpa) Jerome Boateng von München spricht zu den Medienvertretern.

Seit seinem – auf Englisch in Auftrag gegebenen – Rücktrittsschreiben schweigt Mesut Özil. Das ist keine gute Idee. Denn der Ex-Nationalspieler wäre der einzige, der den Wust an Kommentierungen und Interpretationen seiner Epistel, die durch die Welt geistert, aufarbeiten und berichtigen könnte.

Dabei ist die Sache ganz einfach. Özil hat unmittelbar vor der Fußball-Weltmeisterschaft mit einem gemeinsamen Foto einem Diktator gehuldigt. Das Thema ist nicht abschließend aufgearbeitet, sondern mit nach Russland genommen worden, in der fälschlichen Annahme, der sportliche Erfolg würde es in den Hintergrund rücken. Es hat aber eine Mannschaft, in der der Teamgeist von vor vier Jahren ohnehin nicht mehr vorhanden war, weiter gespalten. Am Ende stand ein historisches WM-Aus. An diesen Fakten gibt es nichts zu deuteln.

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Christian Heimrich

Warum ist das alles nicht schon in Russland besprochen und ausgeräumt worden? Warum fällt man jetzt, rund drei Monate nach dem WM-Aus, immer noch in Interviews übereinander her? Warum zeigt Jerome Boateng mit dem Finger auf Teamkollegen, die völlig zu Recht am Verhalten von Mesut Özil etwas auszusetzen haben?

Toni Kroos zum Beispiel hat in seiner Replik auf Özils Rücktritt sehr wohl dessen Verdienste als Nationalspieler gewürdigt. Er sagte aber auch den sehr richtigen und wichtigen Satz: „Der Anteil, der in seiner Erklärung gut und richtig angesprochen wird, wird leider durch den wesentlich höheren Anteil an Quatsch überschattet.“

Boateng klingt alles in allem etwas wehleidig. Oder sollte der Grund für seine Klagen – auch über die Bayern-Chefs – etwa sein geplatzter Wechsel nach Paris sein?

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