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Grüne: Katrin Anders und Clemens Breest wollen beide in den Landtag

Gleich zwei grüne Kandidaten aus der südlichen Wetterau haben Chancen auf einen Einzug in den Landtag. Passend zu ihrem Motto machen sie daher „Gemeinsam“ Wahlkampf. Hinter ihrem Motto verbirgt sich allerdings noch mehr.
Möchten „Gemeinsam“ mehr Dialog und Debatte: Kathrin Anders und Clemens Breest. Möchten „Gemeinsam“ mehr Dialog und Debatte: Kathrin Anders und Clemens Breest.
Bad Vilbel. 

„Es geht uns darum, einen neuen Politikstil zu etablieren, zu viel wurde verschlafen“, sagen Kathrin Anders und Clemens Breest. Derzeit machen die beiden Grünen gemeinsam Wahlkampf in der Wetterau, eigentlich untypisch, schließlich ist nur einer von ihnen Direktkandidat: Clemens Breest. Er tritt in der südlichen Wetterau unter anderem gegen den CDUler Tobias Utter an. Doch auch Anders hat Chancen: Sie steht auf Platz 19 der Landesliste.

„Ich gehe davon aus, dass es knapp wird, daher kämpfen wir um jede Stimme“, sagt die Sozialpädagogin. „Ungefähr 14,5 Prozent müssten wir landesweit erreichen, damit ich in den Landtag komme.“ Wie knapp das wird, zeigen auch aktuelle Umfragen: Demnach liegen die Grünen bei 14 Prozent. Am Ende könnte ihr Einzug also von jeder Stimme abhängen.

„Da spielen natürlich auch noch andere Faktoren mit“, sagt Anders. „Es ist wahrscheinlich, dass die CDU viele Direktmandate gewinnt und daher Überhangmandate bekommt.“ Dadurch würden die anderen Parteien wiederum Ausgleichsmandate bekommen, die könnten am Ende auch entscheidend sein.

Doch darauf möchte es die Grüne eigentlich nicht ankommen lassen: Gemeinsam mit Direktkandidat Clemens Breest macht sie derzeit Wahlkampf. Unter dem Motto „Gemeinsam“ sind sie überall in der südlichen Wetterau unterwegs.

„Gemeinsam heißt nicht nur, dass wir beide zusammen Wahlkampf machen“, sagt Breest. „Natürlich geht es uns um grüne Ideen wie erneuerbare Energien, wir möchten aber auch für einen neuen Politikstil werben und das parteiübergreifend.“ Bürger und Politiker sollen wieder miteinander reden, gegen die Spaltung der Gesellschaft soll etwas getan werden.

Besser zuhören

„Die Diskussion über Geflüchtete und Asyl lähmt die ganze Gesellschaft“, ist Breest überzeugt. „Doch statt miteinander zu reden, spaltet sich die Gesellschaft. Niemand hört dem anderen mehr zu. Das wollen wir ändern.“

Und das fange schon im Kleinen an. „Wir möchten mehr Dialog, mehr Debatte“, sagt Anders. „Vielerorts gibt es ja schon Bürgersprechstunden, das möchten wir ausbauen. Denn mit dem Kreuzchen am Wahltag ist es nicht getan. Bürger, Politiker, aber auch Vereine und die Wirtschaft, alle können zu einer lebendigen politischen Kultur beitragen.“

Dazu gehört es auch, zu den Leuten vor Ort zu gehen. „Da geht es um alle möglichen Themen“, sagt Breest. „Letztens ging es zum Beispiel um Verkehr. Ein Gronauer hatte mich eingeladen, besonders in diesem Ortsteil haben viele Angst, abgehängt zu werden. Da geht es vor allem darum den Leuten einfach nur zuzuhören.“

Keine großen Versprechen

Wichtig war es ihm, keine großen Versprechungen zu machen. „Man muss die Dinge realistisch betrachten: Sie ändern sich nicht über Nacht“, sagt Breest. „Aber man muss die Probleme der Leute ernst nehmen, dahin gehen, wo es eben nicht kuschlig ist. Extremisten beider Seiten bieten einfache Lösungen für schwierige Probleme an, und das funktioniert eben nicht. Wir möchten die Vernunft vertreten. Die Welt zu versprechen und am Ende nichts zu tun, das ist die Sache der Populisten.“

Mehr Dialog, das sei ein wichtiger Schritt in die Zukunft, ist auch Anders überzeugt. „Das ist ja auch in der Politik so. Vor einem Jahrzehnt hätte sich noch niemand Schwarz-Grün als Koalition vorstellen können. Volker Bouffier sagte vor den Koalitionsverhandlungen 2013, man müsse an die Sache herangehen, als habe der andere vielleicht doch recht. Und nun stehen wir hier fünf Jahre später und haben gemeinsam viel erreicht. Davon wollen wir uns etwas abschauen.“

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