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Kälbchen & Co. ganz nahe

Ein Hühnerstall mit „Auspuff“? Oder was soll wohl dieses Rohr an der Außenwand des Hühnerstalls bedeuten? Auf viele spannende Dinge stieß die Klasse 4 B der Friedberger Adolf-Reichwein-Schule während ihrer Recherche auf dem Dottenfelderhof in Bad Vilbel.
Wie süß! Dieses Kälbchen bekommt Futter von den Schülern.	Fotos: Privat Wie süß! Dieses Kälbchen bekommt Futter von den Schülern. Fotos: Privat
Bad Vilbel. 

Margarethe Hinterlang, seit über 30 Jahren Bäuerin aus Leidenschaft und zuständig für die Schülerbesuche auf dem Dottenfelderhof, klärte die Schüler über dieses mysteriöse Rohr auf. Sie erfuhren, dass es sich um ein Zuleitungsrohr für das Hühnerfutter handelte: Im Inneren des Stalls rieselte dieses aus dem Rohr auf ein Förderband – und schon waren die Hühner komfortabel mit bestem biologischem Futter versorgt.

Woher die Nachwuchsreporter das wissen? Beim Dottenfelderhof handelt es sich um einen sogenannten Bio-Bauernhof, der vieles, was er benötigt, selbst und unter strengen Kontrollen erwirtschaftet. Das heißt zum Beispiel, dass das Futter der Tiere auch auf dem Hof angebaut wird und dass die Produkte der Tiere wie Eier und Milch auf dem Hof weiterverarbeitet und verwertet werden.

 

Kuhmist als Dünger

 

Der Dung der Kühe wird hoch geschätzt, da er auf den Feldern ausgebreitet die Fruchtbarkeit der Böden gewährleistet – und damit wiederum ein gutes Gedeihen von Getreide und Gemüse und damit von Nahrung für Mensch und Tier garantiert.

Als sich die Schüler umsahen, kam ein Leiterwagen voller Eier auf sie zugerollt. Erstaunt stellten sie fest, dass die Eier sehr unterschiedlich aussahen – ganz anders, als sie es vom Supermarkt gewohnt waren. Manche waren sehr groß, andere sehr klein und einige sahen recht verschrumpelt aus. Wie kann das sein?

 

Verschrumpelte Eier

 

Margarethe Hinterlang erklärte, dass die Eiergröße nichts mit der Größe des Huhns zu tun habe. „Kleine Hühner können sehr große Eier legen und große Hühner sehr kleine.“ Die verschrumpelten Eier kämen jedoch sehr oft von alten Hühnern, die sich beim Eierlegen häufig schwertun.

Nach diesen spannenden Informationen beeilten sich die Viertklässler in die Scheune zu kommen, wo riesige runde Strohballen auf sie warteten. Obwohl dieser Ort geradezu zum Spielen einlud, war das aber leider aus Sicherheitsgründen streng verboten.

So zog es die Schüler weiter zu den Mähdreschern und Traktoren, die zum Teil schon „Oldtimer-Status“ hatten. Doch auch ein kleines totes Mäuschen, dem sie die letzte Ehre erwiesen, entging ihrer Aufmerksamkeit nicht. Nun ging es schnell weiter zu den Kühen und Schweinen. Da die Recherchezeit fast rum war, teilten sich die jungen Journalisten auf. Die Schweine waren sehr zutraulich und ließen sich sogar streicheln.

Die Schüler durften sogar die Kühe füttern und auch die Kälber weckten ihre Begeisterung. Diese mussten sie allerdings stark bremsen, als sie Frau Hinterlang ermahnte ruhiger zu sein – um die Tiere nicht zu erschrecken. Das sahen die Schüler auch ein – und schlichen leise durch den Kuhstall, in dem die Kühe soeben frisches Gras fraßen, welches angenehm duftete.

Dabei fiel den Reportern eine Kuh mit blutigem Horn auf, die ihnen sehr leid tat. „Diese Verletzungen tun den Kühen sehr weh, aber heilen auch wieder“, beruhigte Margarethe Hinterlang die Kinder. Am Ausgangspunkt ihres Rundgangs angekommen, bedauerten die Schüler sehr, dass sie nur einen Bruchteil des Dottenfelderhofs erkunden konnten. Immerhin hatten sie zu Beginn ihres Rundgangs noch die historische Backstube kennen gelernt. Deren Ofen ist über hundert Jahre alt und kann ebenso viele Brote gleichzeitig backen. Dies erfordert allerdings viel Geschick beim rechtzeitigen Herausholen der Brote, die je nach Lage eine andere Backzeit haben.

Besonders gut hat den Friedberger Schülern gefallen, dass die Tiere so viel Auslauf haben. Für viele der Nachwuchsreporter stand fest, dass dies mit Sicherheit nicht der letzte Besuch des Dottenfelderhofs war. Einige äußerten gar den Wunsch, eines Tages auf diesem Hof ihren Beruf auszuüben, auf welchem derzeit immerhin einhundert Menschen leben und arbeiten – und der eine tausendjährige Geschichte aufzuweisen hat, von der eine achthundert Jahre alte Mauer Zeugnis ablegen kann.

Sie wollen noch wissen, woher der Dottenfelderhof seinen Namen hat. Dies ist aber ein noch nicht gelöstes Rätsel. Aber sollte es herausgefunden werden, lesen Sie dies sicherlich eines Tages in dieser Zeitung.

 

Von der Klasse 4b der Adolf-Reichwein-Schule Friedberg

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