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In Bad Vilbeler Friedrich-Ebert-Straße: DRK-Vereinsgebäude ist nicht zu retten

Bereits im Oktober hatte die FNP vom Schimmel im DRK-Haus in der Friedrich-Ebert-Straße berichtet. Katastrophale Zustände in Untergeschoss und Arbeitsräumen hatten die Sanitäter zum Auszug gezwungen. Eine neue Bleibe fanden sie im Markt-Pavillon am Festplatz. Doch langfristig ist dies keine Lösung für den Verein. Nun gibt es einen Silberstreif am Horizont.
Renovierung oder Abriss: Noch ist unklar, wie es mit dem DRK-Haus weitergeht. Doch das Rote Kreuz hat hier keine Zukunft mehr. Renovierung oder Abriss: Noch ist unklar, wie es mit dem DRK-Haus weitergeht. Doch das Rote Kreuz hat hier keine Zukunft mehr.
Bad Vilbel. 

Einst Heimat eines gesunden Ortsvereins, nun trostloses, verlassenes Grundstück: Das Gebäude des Deutschen Roten Kreuzes in der Bad Vilbeler Friedrich-Ebert-Straße hat schon bessere Tage gesehen. Doch ob es noch einmal bessere erleben wird, ist fraglich, meint zumindest der Vorsitzende des Vilbeler DRK-Ortsvereins, Karlheinz Weinert. „Es ist schade um das Haus, lange Zeit war es Heim unseres Ortsverbands, doch aus unserer Sicht gibt es wenig Chancen für den Weiterbetrieb an diesem Standort.“

Der Vorstand des DRK Bad Vilbel (von links):  Hans-Peter Mülot,  Silke Zuschlag,  Karlheinz Weinert, Simone Freimuth,  Franz Schächer,  Judith Steinbrenner,  Günter Wagner. Nicht im Bild:  Marcel Zuschlag. Bild-Zoom
Der Vorstand des DRK Bad Vilbel (von links): Hans-Peter Mülot, Silke Zuschlag, Karlheinz Weinert, Simone Freimuth, Franz Schächer, Judith Steinbrenner, Günter Wagner. Nicht im Bild: Marcel Zuschlag.

Im Oktober hatte der Verein Alarm geschlagen: Nach den starken Regenfällen in den Monaten zuvor hatte sich Schimmel im Haus ausgebreitet. Beißender und muffiger Geruch machte die Luft im Gebäude unerträglich, schilderte damals Bereitschaftsleiterin Silke Zuschlag die Situation. Aus Sicht des Ortsvereins war der Standort dadurch nicht mehr zu halten. Der Kreisverband, der im Besitz des Gebäudes in der Friedrich-Ebert-Straße ist, nahm im Oktober dazu keine Stellung. Das Gesundheitsamt des Wetteraukreises sah zwar keine direkten gesundheitlichen Folgen, forderte ihn jedoch zur schnellstmöglichen Beseitigung der Mängel auf.

Zurück an die Stadt

CDU-Bürgermeister Thomas Stöhr kümmerte sich damals um die Situation und ermöglichte dem Ortsverband den Umzug in den Markt-Pavillon am Festplatz vor Radio FFH. Doch diesen muss er sich mit Stadtkapelle und Akkordeon-Orchester teilen. Rettungsdienste und Blutspende waren zwar schon zuvor verlagert worden, doch langfristig ist dies keine Lösung, erklärt Vorsitzender Weinert. Schließlich braucht der Verein auch einen Ort für Erste-Hilfe-Kurse sowie die Jugend- und Nachwuchsarbeit.

Beißender und muffiger Gestank hat sich nach Regenfällen im vergangenen Sommer ausgebreitet. Bereitschaftsleiterin Silke Zuschlag konnte das Haus im Oktober nur mit Schutzanzug betreten. Bild-Zoom Foto: Christine Fauerbach
Beißender und muffiger Gestank hat sich nach Regenfällen im vergangenen Sommer ausgebreitet. Bereitschaftsleiterin Silke Zuschlag konnte das Haus im Oktober nur mit Schutzanzug betreten.

„Das Problem ist die Situation in der Friedrich-Ebert-Straße. Der Kreisverband hat das Gebäude untersuchen lassen, und wirtschaftlich rechnet sich die Renovierung des Gebäudes wohl einfach nicht. Im Prinzip müsste das Haus rundum erneuert werden“, erklärt Weinert. „Nicht nur Keller, auch Dach, Garagen und die Innenräume sind betroffen und aus einer schlechten, veralteten Bausubstanz. Es ist einfach zu viel.“

Extra: 3792 Stunden im Einsatz

Der Bad Vilbeler Ortsverband des DRK besteht derzeit aus rund 830 Mitgliedern, davon sind 37 als Aktive beim Rettungsdienst. Insgesamt waren die Sanitätsdienste 2016 rund 3792 Stunden auf

clearing

Nun haben sich Stadt, Kreisverband und Ortsverband wohl geeinigt: Das Gebäude wird noch in diesem Jahr zurück an die Stadt gehen. Wie es damit aber weitergeht, ist noch unklar. Das weiß zumindest der Pressesprecher der Stadt, Yannick Schwander, zu berichten: „Von unserer Seite ist da noch alles offen. Ob es renoviert wird oder andere Möglichkeiten wahrgenommen werden ist von Seiten der Stadt Bad Vilbel noch nicht entschieden. Es werden jedoch regelmäßig Gespräche zwischen allen Beteiligten geführt, der Stadt liegt eine zeitnahe Lösung des Problems sehr am Herzen.“

Dies wünscht sich auch Weinert. „Eine Klärung der Verhältnisse noch in diesem Jahr wäre aus Sicht des Vereins natürlich sehr wünschenswert.“ Dann möchte der DRK schnellstmöglich mit dem Aufbau neuer Strukturen beginnen. „Ein Neubau wäre natürlich das beste Ergebnis. Ein Ort, an welchem wir alle unsere Leistungen, auch die bisher ausgelagerten, wie den Rettungsdienst, vereinen können. Langfristig war die Lage in der Kernstadt nie optimal. So bietet sich die Gelegenheit, an anderer Stelle einen für die Versorgung der Vilbeler günstigeren, zentraleren Ort zu wählen.“ Eine Chance zur Rückkehr in die Friedrich-Ebert-Straße sieht er derzeit nicht.

Zentraler Standort?

Vielleicht in der Nähe zur Feuerwehr? Erst kürzlich wurde von der Stadtverordnetenversammlung in einem Plan für die nächsten zehn Jahre beschlossen, die Wehr der Kernstädter Feuerwehr auszubauen. Ob es zu einer Vereinigung der beiden Dienste an einem Standort kommen wird, ist allerdings fraglich, sagt Pressesprecher Schwander: „Dazu können wir noch nichts sagen, persönlich halte ich die Unterbringung des DRK dort allerdings für schwierig. Die Feuerwehr hat viel Platzbedarf, so könnte es am Ende wieder zu eng werden.“ Dieses Problem sieht auch Weinert. „Ein zentraler Standort für alle Rettungsdienste wäre natürlich wunderbar, doch selbst ausgebaut wird es dort nicht genug Platz für uns geben.“

„Um eine gute Versorgung zu gewährleisten, möchten wir dann schnellstmöglich neu bauen“, sagt Weinert. Wie groß das neue Haus werden und wo es stehen soll, ist noch unklar. „Die Gespräche mit Bürgermeister Thomas Stöhr laufen, doch offiziell ist noch nichts.“ Ein Ziel hat er aber schon vor Augen: „Bad Vilbel bewirbt sich für den Hessentag 2020. Wenn das neue Heim bis dahin stehen würde, wäre dies natürlich ein Traum. Auch wenn das vielleicht etwas zu utopisch gedacht ist.“

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