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Hubert Hübner: Warum ein Ginsheimer Landwirt Rollrasen produziert

Der Bauernhof von Hubert Hübner ist der grünste im Kreis. Das kommt nicht von ungefähr: Der Landwirt besetzt mit seinem Betrieb eine Nische: Produziert wird fast ausschließlich Rollrasen.
Hubert Hübner prüft den frischen Rasen. Bilder > Hubert Hübner prüft den frischen Rasen.
GINSHEIM-GUSTAVSBURG. 

Die zwei Männer stehen neben dem Traktor und gestikulieren wild. Es geht um den roten Aufbau, der an dem blauen Fahrzeug befestigt ist, das mitten auf einer grünen Wiese steht. „Das ist unser Vorarbeiter, der unserem Neuen erklärt, wie es geht. Der eigentliche Experte dafür hat gerade Urlaub“, erzählt der Ginsheimer Landwirt Hubert Hübner. Der rote Aufbau ist eine Schälmaschine, ein hochempfindliches Gerät. Viel Elektronik befindet sich darin, die meisten Funktionen steuert der Computer. Weil die Messer immer wieder in den Boden eindringen, ist der Verschleiß enorm. Immer wieder müssen Messer ausgetauscht werden.

Doch ohne die Maschine läuft in dem Betrieb nichts. Schließlich handelt es sich nicht um irgendeinen Bauernhof. Hubert Hübner hat sich auf die Produktion von Rollrasen spezialisiert. 2005 erkrankte er an Rheuma, plötzlich konnte er sich nicht mehr ums Vieh auf seinem Hof kümmern. Deshalb rüstete er um. Mit zwei Kollegen fing er damals mit 16 Hektar Land an. Heute sind es mehr als 60 Hektar. Die Felder befinden sich nicht nur in Ginsheim, sondern auch in Bauschheim, Bischofsheim und Astheim. Dazu kommt ein Partnerbetrieb in Reilingen bei Hockenheim.

„Wir wachsen stetig. Das ist eine Branche, in der es das Potenzial dafür noch gibt“, freut er sich. Zugute kommt Hübner und seinen Kollegen etwa, dass Häuser heute viel schneller gebaut werden als noch vor einigen Jahren. Da muss der Rasen für den Garten ebenfalls zeitnah verfügbar sein. Auch kennen sich die Menschen nicht mehr so gut mit Rasen aus, oft fehlen Zeit und Muße, sich mit dem Anpflanzen auseinanderzusetzen. Rollrasen ist so zur Alternative geworden. Die Produktion ist allerdings sehr aufwendig. „Wir müssen erst einmal 20 000 Euro investieren, um einen Hektar mit dem Supra-Rasen einzusäen. Wenn es Hochwasser gibt, ist die ganze Arbeit umsonst“, sagt Hübner. Einige seiner Felder stehen nur ein paar hundert Meter vom Rhein entfernt. Die Arbeiter müssen außerdem darauf achten, dass der Boden eben ist, damit die Schälmaschine gleichmäßig arbeiten kann. Hinzu kommt das Mähen. Das geschieht mindestens jeden zweiten Tag, damit der Rasen dicht wird. Denn Gras ist wie jede andere Pflanze, sie will sich vermehren. Wenn sie nicht hoch wachsen kann, wächst sie in die Breite.

Für fertigen Rollrasen braucht es neun bis 15 Monate. Drei Sorten baut Hübner an: Sport- und Spielrasen – Sportrasen bietet höhere Trittfestigkeit – sowie Schatten bzw. Supra-Rasen – braucht nicht so viel Licht, ist aber auch teurer. Der mediterrane Rasen, der zwar weniger Wasser braucht, dafür aber im Herbst gedüngt werden muss und zum Gelbstich neigt, hat sich bei den Kunden indes nicht durchgesetzt.

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