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Ü50 Singleparty: Über 50 und wieder auf der Suche

Zum ersten Mal fand im Sportcasino in Astheim eine Ü 50-Single-Party statt. Trotz geringem Interesse bei der Premiere wird es eine Neuauflage geben. Zwei Besucher erzählten dem Echo von ihren Erfahrungen als Alleinstehende mit über 50 Jahren.
Sport-Casino-Wirtin Angela Leone (rechts) hat zur Ü 50 Single-Party eingeladen. Nora Kohl (links) ist mit ihren Bauchtanz-Frauen dabei. Sport-Casino-Wirtin Angela Leone (rechts) hat zur Ü 50 Single-Party eingeladen. Nora Kohl (links) ist mit ihren Bauchtanz-Frauen dabei.
ASTHEIM. 

Noch ist es nicht ganz dunkel, ein freundlicher Frühlingstag neigt sich dem Ende zu. Ein paar Gäste sitzen im Biergarten des Sportcasinos und genießen das laue Lüftchen. Drinnen indes beschallt 80er-Jahre-Pop den kleinen Gastraum, zwei Paare tanzen einen flotten Discofox.

An der Theke sitzen einige Männer, andere haben an einem Tisch Platz genommen. Daneben hat sich ein Grüppchen Frauen versammelt, hier wird munter geplaudert.

„Wir würden gerne etwas wieder beleben, was es früher überall gegeben hat“, sagt Angela Leone, Wirtin im Sportcasino, während sie ein Bier über die Theke reicht, „da haben die Leute in den Kneipen getanzt und konnten sich in ganz ungezwungener Atmosphäre kennenlernen“.

Marmor, Stein und Eisen

„Wir haben gesagt, wir kommen und unterstützen das“, erzählt Nora Kohl. Die Bauchtanzlehrerin ist mit ihrer Gruppe zur Premiere erschienen. Die Männer an der Theke seien die, die immer da säßen, verraten die Frauen. Aber die Herren am Tisch seien Freunde, die extra gekommen seien, weil hier heute eine Ü 50 Single-Party am Start ist.

Während aus den Boxen „Marmor, Stein und Eisen“ erklingt, bringt Wirtin Leone eine Pizza an den Tisch der Frauen. „Die ist hier besonders gut“, lobt eine von ihnen. Zwei Gäste, wir nennen sie im Folgenden Guido und Susanne, erzählen von ihren Erfahrungen als Single über 50.

Guido gehört zu den seltenen Männern, die gerne tanzen. „Ich gehe oft tanzen, meistens im Euro Palace in Mainz“, da gebe es für jeden Geschmack etwas. Er tanze am liebsten Paartanz, sagt er, da könne man sich am besten kennenlernen. Er würde übrigens keiner Frau einen Korb geben, beteuert er.

Keinen Korb kriegen

Susanne bestätigt das, sie kenne Guido vom Tanzen. „Aber er fordert auch nur Frauen auf, die er kennt“, verrät sie mit einem Augenzwinkern. „Ich will keinen Korb kriegen“, gesteht Guido ganz freimütig. „Beim Tanzen erkennt man ganz gut, was man da für einen Menschen vor sich hat“, verrät Susanne. Man sehe, ob der andere gepflegt sei, ob er viel trinke oder rauche. Das sei im Internet nicht möglich. Obwohl diese Form der Partnersuche immer alltäglicher wird, sind sich die beiden einig, dass es für sie keine Option ist.

„Freundinnen haben das ausprobiert, aber da sind auch viele verheiratete Männer unterwegs, die nur Abenteuer suchen“, habe sie erfahren. Es gehe ihr auch nicht in erster Linie darum, einen festen Partner zu finden, sondern nette Leute für gemeinsame Unternehmungen. „Bei öffentlichen Veranstaltungen bleiben die Verheirateten immer unter sich, verheiratete Männer fordern Single Frauen nicht zum Tanzen auf“, sei ihre Erfahrung.

„Die Frauen heute sind selbständig, die brauchen keinen Ernährer mehr“, meldet Guido sich zu Wort. Deshalb seien die Ansprüche an eine Beziehung auch sehr viel größer geworden, was es nicht einfacher mache. Das sieht Susanne ähnlich: „Es ist schwierig, weil man keine Kompromisse mehr eingehen möchte.“ Sie sei seit zehn Jahren Single und habe sich in der Zeit etwas aufgebaut, erklärt die attraktive Mitfünfzigerin, und das wolle sie nicht wieder aufgeben.

Wenn sie nach Hause komme, sei sie oft auch einfach froh, wieder für sich zu sein. „Oft sagt man ja, die Männer wollen nur ihren Spaß, aber bei uns ist es ja auch nicht anders“, gesteht sie schmunzelnd. Natürlich gebe es die Sehnsucht danach, einen Partner zu finden auf den man sich verlassen könne.

Angst vor Enttäuschung

Eine Partnerschaft, in der man „sich gegenseitig umeinander kümmert und unterstützt, auch wenn es einem mal nicht so gut geht“, fasst Susanne es in Worte. „Aber das ist schwer zu finden“, räumt sie ein. Und aus Angst vor Enttäuschung bleibe man dann lieber alleine. „Das stimmt, manche Frauen versuchen es gar nicht mehr“, bestätigt Guido.

Einig sind die beiden sich darin, dass es auf jeden Fall nicht klappt, wenn man es zu fest versucht. „Man muss alles auf sich zukommen lassen“, sagen sie im Chor.

Die Tanzfläche hat sich mittlerweile geleert, Probleme mit der Technik haben den Tanzwütigen große Pausen beschert. Die Tänzer brechen gegen zehn Uhr auf in ihre Discothek. Die Männer an der Theke bestellen die nächste Runde. Wieder alles beim Alten.

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