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Echo-Reporterin probiert Trendsportart auf dem Wasser aus: Stand-Up-Paddling kann (fast) jeder

Vor ein paar Jahren kam ein neuer Wassersport-Trend auf: Das Stand-Up-Paddling. Doch wie schwer ist das eigentlich? Ich habe mir die Sportart einmal genauer angesehen.
Erst mal auf dem Trockenen üben: Volker Ebermayer macht vor, wie man das Paddel am besten eintaucht. Foto: Daniela Hamann Erst mal auf dem Trockenen üben: Volker Ebermayer macht vor, wie man das Paddel am besten eintaucht.
Ginsheim-Gustavsburg. 

Der Altrhein liegt ruhig da. Das Wasser glitzert in der Morgensonne. Lediglich die Pollen, die sich auf der Wasseroberfläche angesammelt haben, trüben sprichwörtlich das Bild ein wenig.

Volker Ebermayer leitet den Stand-Up-Paddling-Kurs. Doch die Kursteilnehmer, eine vielköpfige Familie aus Kelkheim (Taunus), lässt leider auf sich warten. Sie haben den Weg zum Altrhein zuerst nicht gefunden. Mit einer Viertelstunde Verspätung kann es losgehen.

Ebermayer veranstaltet die Kurse seit 2015 für den Kanu-Verein Ginsheim-Gustavsburg und ist seit mehreren Jahren privat selbst passionierter Stand Up Paddler. „Ich habe 1978 mit dem Windsurfen begonnen und bis zu den deutschen Meisterschaften an Regatten teilgenommen“, erzählt er. Wegen Windmangels am Altrhein sei er dann irgendwann auf Stand-Up-Paddling (SUP) umgestiegen – „eine super Entscheidung“, wie er betont. „Denn SUP ist ein Sport, den fast jeder Mensch machen kann, und es ist sehr gut für den Körper.“

Nur schwimmen können

Im Prinzip sei die einzige Voraussetzung, dass man schwimmen können muss, sagt Ebermayer. Und gesund sollte man sein. Die Kleidung sei eigentlich egal. Man könne in ganz normaler Kleidung paddeln oder auch in Schwimmkleidung, je nach Präferenz. Es sei für die Standfestigkeit auf dem Brett allerdings angebracht, barfuß zu sein.

Bevor es aufs Wasser geht, erfolgt eine Einführung auf dem Trockenen. „Die Bretter sollten mindestens zwölf Fuß lang sein“, erklärt der SUP-Lehrer. Beim Kanu-Verein verwende man aufblasbare Bretter, so Ebermayer. Diese hätten den Vorteil, dass sie robuster seien als Bretter aus Carbon. Weil man die Luft rauslassen könne, seien sie zudem leichter zu verstauen.

„Die Bretter können nicht kentern“, beruhigt der SUP-Lehrer die Kursteilnehmer. Er macht vor, wie man vom Steg auf das Brett steigt. „Erst hinknien und so ein paar Runden paddeln“, empfiehlt er. Vor dem Aufstehen das Paddel vor sich legen, ein Bein hoch, dann das zweite und mit auf den Horizont gerichtetem Blick aufstehen. „Wenn Ihr nach unten schaut, verliert Ihr die Balance.“ Die Mama aus der Familie, die am Kurs teilnimmt, darf die Trockenübung noch einmal auf dem Gras nachmachen. Als Ebermayer zufrieden ist, geht es ans Einstellen der Paddel.

Das Paddel, das er mir reicht, kommt mir zu lang vor. Doch Ebermayer meint, es sei sogar noch zu kurz. „Die gesamte Fläche des Paddels muss eingetaucht werden, sonst kommt man nicht vorwärts“, erklärt er. Also müssen alle den rechten Arm ausstrecken. Mit der Paddelschaufel auf dem Boden, wird die Länge eingestellt.

Gar nicht so schwer

Dann geht es endlich zum Steg. Das Aufsteigen ist gar nicht so schwer, obwohl sich das Brett bewegt. Auf den Knien geht es los. Es geht gut voran. Schon nach wenigen Minuten stehen die ersten Kursteilnehmer auf. Das weckt natürlich den Ehrgeiz der anderen Anfänger.

Die Knie zittern zunächst etwas, aber das liegt wohl an der Anspannung und dem wackeligen Untergrund, aber es fühlt sich gut an. „Das macht richtig viel Spaß“, ruft mir die Mama der Teilnehmer-Familie zu. Und ich bin total ihrer Meinung. Zumal niemand ins Wasser gefallen ist, was laut Volker Ebermayer ohnehin sehr selten vorkommt.

„Man kann das SUP als Therapiesport bezeichnen, denn es stärkt die Rückenmuskulatur und beugt Verspannungen im Lendenbereich vor“, erzählt Volker Ebermayer, der selbst auf einem Wettkampf-Brett aus Carbon unterwegs ist. Nach längeren Fahrten hätte man am nächsten Tag auch Muskelkater, viele sogar in den Waden und im Schulterbereich.

Ein Kurstag sei genug, um einigermaßen sicher mit dem
Board umgehen zu können. Der Verein bietet jedoch auch längere Touren an, beispielsweise eine 12,8 Kilometer lange Auentour. „Um daran teilzunehmen, sollte man bei mir mindestens zwei Kurse absolviert haben“, sagt Ebermayer.

Ich finde, dass das reizvoll klingt. Vielleicht probiere ich das auch mal aus.

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