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Scheidender OB: Patrick Burghardt packt seine Sachen

Der Countdown läuft: Nur noch wenige Tage ist Patrick Burghardt Oberbürgermeister der Stadt Rüsselsheim. Zeit, die persönlichen Gegenstände im Büro einzupacken. Das Echo hat ihm dabei über die Schulter geschaut.
Sport-Fan Patrick Burghardt sammelt auch Sport-Devotionalien. Sport-Fan Patrick Burghardt sammelt auch Sport-Devotionalien.
Rüsselsheim. 

Patrick Burghardt muss packen: Das geräumige Büro im Rathaus, in dem der CDU-Politiker sechs Jahre lang Akten studierte, Verträge unterschrieb und sich als Oberbürgermeister informierte, soll in wenigen Tagen seinem Nachfolger übergeben werden.

Wohin damit?

Der Tisch, die Schränke, die Fenster – die bleiben drin. Aber all die kleinen persönlichen Dinge, die sich so im Laufe der Jahre ansammeln, die müssen nun raus. „Ich weiß noch gar nicht, wo ich das alles zu Hause unterbringen soll, einen Teil werde ich in das neue Büro nach Wiesbaden mitnehmen“, sagt Patrick Burghardt, der am 1. Januar als Staatssekretär im Wissenschaftsministerium anfängt. Er steht vor einem weißen Regal, darauf allerlei Symbolträchtiges, das erkennt man auf den ersten Blick. Burghardt krempelt die Ärmel seines weißen Hemdes hoch, los geht’s. Doch wo anfangen?

„Das Kreuz kommt mit“: Sechs Jahre lang hing das Symbol über der Tür des Rathauschefs. Bild-Zoom
„Das Kreuz kommt mit“: Sechs Jahre lang hing das Symbol über der Tür des Rathauschefs.

Es gibt da zum Beispiel einen Baseball: Burghardt nimmt ihn in die Hand, wirft ihn ein-, zweimal in die Luft. „Ich bin ja ein riesiger Baseball-Fan“, sagt er. „Ich war mehrfach in den Staaten und habe dort auch das ein oder andere Spiel gesehen. Ich hab mich daher sehr gefreut, als ich für die Rüsselsheimer Moskitos den First Pitch, den ersten Saison-Wurf 2014, machen durfte. Das war eine große Ehre für mich.“ Klarer Fall, der kleine Ball bekommt auch in Burghardts neuem Büro einen Ehrenplatz.

Rund 30 Gegenstände stehen auf dem kleinen Regal, Burghardt kann zu jedem Gegenstand eine kleine Anekdote erzählen: Zur feuerroten Clownsnase zum Beispiel, die neben einem kleinen Nachbau der berühmten Rüsselsheimer Hörl-Familie liegt. „Ein Geschenk der Clown-Doktoren“, sagt Burghardt. „Die halte ich in Ehren.“

Etwa 30 Gegenstände hat Burghardt auf seinem Regal aufgebaut. Zu jedem kann er eine Anekdote erzählen. Bild-Zoom
Etwa 30 Gegenstände hat Burghardt auf seinem Regal aufgebaut. Zu jedem kann er eine Anekdote erzählen.

Ein Wegweiser zur Rüsselsheimer Hütte, ein Namensschild, und, na ja, auch das darf im Büro eines Rathauschefs nicht fehlen: drei Spaten, mit denen er bei verschiedenen Baustelleneröffnungen gebuddelt hat. „Das bleibt in diesem Amt ja nicht aus“, sagt er. Dazu, na klar, Baustellenhelm und ein Paar Handschuhe.

Ein bisschen Wehmut

Ein bisschen wehmütig sieht Burghardt aus, wie er da in mitten des großen Büros steht, auf seine Sammlung guckt. „Es ist ein komisches Gefühl, gehen zu müssen“, gibt er zu. „Wir haben gekämpft, aber mehr ging einfach nicht. Klar, ich hätte gerne hier in Rüsselsheim weitergemacht“, sagt er. Der Wahlkampf war aufreibend, die ersten Tage waren schwierig. „Aber so ist das nun mal in der Politik.“ Abhaken, weitermachen. „Ich bin froh, dass ich in der Politik bleiben kann.“ Mit 36 schon über Rente nachzudenken war für ihn kein Thema.

Dann der Schreibtisch, schon fast leer. Persönliche Bilder stehen noch neben dem Bildschirm. Burghardt lehnt sich auf die Tischplatte: „Das hier, das ist wohl mit Beginn meines Urlaubs der einsamste Schreibtisch in ganz Rüsselsheim.“

„Das war toll, der erste Wurf“: Ein Geschenk vom Rüsselsheimer Baseball-Team, mit Signatur. Bild-Zoom
„Das war toll, der erste Wurf“: Ein Geschenk vom Rüsselsheimer Baseball-Team, mit Signatur.

In diesem Büro sei er niemals laut geworden, sagt Burghardt. „Wenn ich sauer bin, dann schweige ich eher.“ Unangenehme Situationen habe es dennoch in dem Raum gegeben: Das eine oder andere Personalgespräch zum Beispiel. Doch Dinge, an die er nicht so gerne zurückdenkt, haben in seinem Büro keinen Platz: „Ich richte mich so ein, dass ich mich wohlfühle“, sagt er.

Und dann dreht er sich um, zeigt nach oben, zum Kreuz, das über der Tür seines Büros hängt: „Das hier, das bleibt bis ganz zum Schluss“, sagt Burghardt. „Das hänge ich zuletzt ab.“ Das gläserne Kreuz habe er von der evangelischen Kirche geschenkt bekommen, es hat Burghardt durch seine gesamte Amtszeit begleitet. „Das ist ein sehr wichtiges Symbol für mich. Das werde ich definitiv auch in Wiesbaden aufhängen.“

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