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DLRG-Ortsgruppe Nauheim/Trebur: Lebensretter in drei Generationen

Drei Generationen einer Familie in einem Verein gibt es bei der DLRG-Ortsgruppe Nauheim/Trebur. Senior Horst Glotzbach (81), sein Sohn Wolfgang (60) und dessen Filius Niklas (25) können erzählen, wie es zu dieser nicht alltäglichen Konstellation kommt.
Am Hegbachsee groß geworden: Mit Wolfgang, Niklas und Horst Glotzbach (von links) gehören drei Generationen einer Familie der DLRG-Ortsgruppe Nauheim/Trebur an. Landesweit ist das außergewöhnlich. Am Hegbachsee groß geworden: Mit Wolfgang, Niklas und Horst Glotzbach (von links) gehören drei Generationen einer Familie der DLRG-Ortsgruppe Nauheim/Trebur an. Landesweit ist das außergewöhnlich.
Nauheim. 

Eine Mitgliedschaft in der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) scheint im Hause Glotzbach ein Naturgesetz. Großvater, Vater und Sohn gehören der Ortsgruppe an, Vater Wolfgang war sogar mehrere Jahrzehnte Vorsitzender. Die DLRG in Nauheim gibt es seit November 1973. Die Liebe zum Wasser aber ist älter. Horst Glotzbach, den viele in der Musikgemeinde noch als ehemals dienstältesten Gemeindevertreter kennen, erinnert sich an seine jungen Jahre. Im Alter von 16 Jahren sei er am Steindamm bei Trebur baden gewesen „und beinahe abgesoffen“. Da habe er sich vorgenommen, dass ihm so etwas nicht mehr passiere.

Er sei dann zur Groß-Gerauer DLRG gegangen, „um richtig schwimmen zu lernen“. In Nauheim habe damals noch niemand an Rettungsschwimmer gedacht. Das sei erst aufgekommen, als beim Bau der Autobahn 67 in den frühen sechziger Jahren – das erste Teilstück wurde 1964 für den Verkehr freigegeben – ein riesiges Loch ausgebaggert wurde. Dieses Regenrückhaltebecken wurde Hegbachsee genannt. Die Groß-Gerauer sagten früher noch Niederwaldsee dazu. Prompt setzte damals ein reger Badebetrieb ein. Im November 1973 sei die Nauheimer DLRG gegründet worden. „Unsere erste Saison mit dem Wachdienst war 1974“, ruft sich Wolfgang Glotzbach ins Gedächtnis. Die älteren Nauheimer erinnern sich an diese Zeiten. „Der Badebetrieb war so immens, dass die Autos bis in den Ortsbereich geparkt wurden“, heißt es in den Annalen. Am Ufer rund um den See lagen die Besucher Bauch an Bauch. „Da waren zum Teil Tausende Leute hier, alles war mit Autos zugestellt“, berichtet Glotzbach senior.

Dopsch in der Badehose

So gab es in der Familie Glotzbach nachvollziehbare Impulse, die zur Mitgliedschaft in der DLRG führten. Es spielten aber auch Emotionen eine Rolle: Wolfgang Glotzbach erzählt, dass er schon früh seinen Jugendschwimmer gemacht habe. Als Kind habe es ihn nämlich fasziniert, wenn er die Groß-Gerauer DLRG-Helfer mit ihren Rettungsbrettern beobachtet habe. Weitere Ausbildungen folgten in den Jahren darauf. Ein klein wenig anders gelagert war das bei Niklas Glotzbach: Er sei von Anfang an beim Wachdienst dabei gewesen. „Als kleiner Dopsch in der Badehose ist er auf Bildern zu sehen“, lacht sein Vater. Als Teenager habe er seinen ganzen Sommer an der Wachstation, am See und am Kleinschwimmbecken verbracht, sagt Niklas, dessen Mutter Bettina übrigens Geschäftsführerin der DLRG-Ortsgruppe Nauheim/Trebur ist.

Der Badebetrieb wurde Ende der siebziger Jahre untersagt, weil die Behörden eine Verschmutzung des Wassers mit Salmonellen und Coli-Bakterien feststellten. Noch heute ist es verboten, im Hegbachsee zu schwimmen. Der Aufgabenbereich der DLRG hat sich verlagert, unter anderem an einen Abschnitt des Rheins.

Fürchterliches Unwetter

Auch tragische Ereignisse sind in Erinnerung geblieben, etwa ein „fürchterliches Unwetter“, dessen genaues Datum keiner sagen konnte. „Die Leute sind trotz unserer Warnung einfach im Wasser geblieben“, wundert sich Horst Glotzbach immer noch. Als ein Baum entwurzelt wurde und auf ein Auto krachte, starb darin ein Mensch.

Apropos helfen: Zu den Aufgaben, die sich die Nauheimer Rettungsschwimmer auf die Fahne geschrieben haben, gehört die Schwimmausbildung. Horst Glotzbach beispielsweise hat „Tausenden von Kindern“ geholfen, ordentlich schwimmen zu lernen. Noch bis 2015 sei er als Übungsleiter im Einsatz gewesen. Ausgerechnet bei seinem Sohn Wolfgang sei es aber nicht gelungen, ihm eine Marotte auszutreiben: „Ich habe den Scherenschlag drin“, beschreibt dieser seinen unorthodoxen Einsatz der Beine beim Brustschwimmen.

Außer am Kleinschwimmbecken in der Nähe des Hegbachsees übernimmt die DLRG die Aufsicht am Treburer Freibad. Das sei immens viel Arbeit für Ehrenamtliche, sagt Niklas Glotzbach. Daher sei es unvorstellbar, dass der Hegbachsee wieder freigegeben würde. „Wer soll das noch leisten?, fragen sich auch seine Verwandten, zumal die DLRG zusätzlich Sanitätsdienste übernimmt, bei Triathlons auf Schwimmer aufpasst oder beim Fischerfest in Gernsheim die Sicherheit der Besucher garantiert.

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