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Ärger mit Landfahrern: Große Steine gegen irischen Besuch

Die Erinnerung an die irischen Landfahrer ist in Ginsheim-Gustavsburg noch nicht verblasst. Die Stadt sieht sich für eventuellen Besuch gewappnet.
Wohnwagen an Wohnwagen: Die irischen Landfahrer auf der Ochsenwiese im August 2016. Foto: Dorothea Ittmann Wohnwagen an Wohnwagen: Die irischen Landfahrer auf der Ochsenwiese im August 2016.
Ginsheim-Gustavsburg. 

Nach dem Ärger über Hunderte Landfahrer aus Irland in den vergangenen Jahren haben sich einige hessische Städte nun vorbereitet, so auch Ginsheim-Gustavsburg. Hier hatte ein nicht angemeldetes Camp der Traveller vor rund einem Jahr für massive Beschwerden von Anwohnern gesorgt.

Bilderstrecke Müll, Lärm und Hitlergruß: Wirbel um irische Pilgerfahrer
Leichtbekleidete Teenager, ein Mann, der den Hitlergruß zeigte und rund 100 Wohnwagengespannen auf der "Ochsenwiese" in Ginsheim-Gustavsburg: Eine größere Gruppe irischer Pilgerfahrer hat am Freitag, 12. August 2016 für Wirbel und einen Polizeieinsatz gesorgt. Unsere Bilderstrecke zeigt Impressionen.Auch Fälle von illegaler Müllentsorgung, Lärmbelästigungen und Urinieren in der Öffentlichkeit meldete die Polizei.

Dabei ging es um Müll, Lärm, Streitigkeiten, Diebstähle und Sachbeschädigung, eine Tankstelle wurde zudem geplündert. Vier Tage lang hatten die irischen Landfahrer die Ochsenwiese und den Burgpark belagert, zurück ließen sie Abfall und schockierte Anwohner. Zahlreiche Gemeindemitarbeiter und Freiwillige räumten danach auf. Deutschlandweit wurde über die umherziehende Gruppe berichtet.

Wohnwagen gesichtet

Nun erhielt die Stadtverwaltung in den vergangenen Tagen Hinweise darauf, dass sich die Landfahrer erneut im Umkreis aufhalten könnten. Unter anderem wurden Wohnwagen mit englischen oder irischen Kennzeichen gesichtet. Um eine Niederlassung wie im vergangen Jahr zu vermeiden, wurde ein Verwaltungsstab eingerichtet, der diesen Hinweisen nachgeht und Vorkehrungen trifft.

Zudem kontrollieren die örtliche Polizei und die Stadtpolizei das Stadtgebiet regelmäßig. „Grundsätzlich gilt ein Campingverbot auf Grundstücken der Stadt. Eine entsprechende Verfügung ist auf der Homepage zu finden“, heißt es aus dem Rathaus. Man habe freie Rasenflächen mit schweren Findlingen abgesperrt, heißt es aus der Stadt. „Sobald wir Wagen und Gespanne in der Nähe sehen, werden wir reagieren“, sagte Sprecherin Sandra Röder.

Auch andere Städte treffen Vorkehrungen: In Mainz-Kostheim, das zu Wiesbaden gehört, soll eine bewachte Schranke an der Maaraue verhindern, dass die Landfahrer dort wie 2015 erneut ihr Lager aufschlagen. Der Sprecher der Stadt Wiesbaden, Ralf Munser, sagte: „Wir haben nichts gegen Fremde, jeder darf kommen.“ Aber auf der Maaraue sei wildes Campen verboten, und es habe vor zwei Jahren viel Aufregung gegeben, weil die Landfahrer in großer Zahl gekommen seien.

In Eppstein im Taunus gibt man sich gelassen: „Viel Lärm um nichts“, sagt zum Beispiel der Betreiber des Campingplatzes in Eppstein, Jörg Steimer. Rund 60 bis 100 Landfahrer seien im Frühling wie jedes Jahr rund zwei Monate auf seinem Campingplatz gewesen. „Es ist wie immer harmlos verlaufen.“ Auch die Polizei guckt nach den Landfahrern: „Wir wollen verhindern, dass sich wieder so eine riesige Gruppe irgendwo niederlässt und nehmen die Sorgen der Bürger ernst“, heißt es bei der Polizei. Allerdings: „Wir wissen noch gar nicht konkret, ob und wann diese Gruppierung aufschlägt.“

Sollten Bürger Anzeichen erkennen, dass sich irische Landfahrer im Stadtgebiet aufhalten, bittet die Stadtverwaltung Ginsheim-Gustavsburg um telefonische Meldung unter der Rufnummer (06134) 585370.

„Tinker“ ziehen umher

Die zumeist in Irland ansässigen Travellers sind ein fahrendes Volk; sie verstehen sich aber nicht als „Zigeuner“. Die Angehörigen dieser kleinen Minderheit werden auch als „Pavees“ oder „Tinker“ (Kesselflicker) bezeichnet. Verschiedene Versuche, sie sesshaft zu machen, sind nur bedingt erfolgreich. Das Umherziehen von Ort zu Ort ist Teil ihrer Kultur, heißt es im Internet. Der Großteil der Travellers sei jünger als 25 Jahre; nur jeder fünfte werde älter als 50 Jahre. Travellers gelten als Nachfahren umherziehender Händler, die früher Irland und Großbritannien bereisten und Bauern mit dem versorgten, was sie selbst nicht produzieren konnten. Unter ihnen waren Schmiede, Viehhändler, Weber, Schuhmacher, Scherenschleifer und Wahrsager. cp/dpa

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