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Szene: Eine elektrisierende Fusion

Die Rockbands der Musikschule Mainspitze füllen zum 14. Mal das Jugendhaus in Ginsheim. Was es mit der Fusion von zwei der Gruppen auf sich hat und wie die Stimmung hinter den Kulissen ist, das hat das Echo herausgefunden.
Bringen die Saiten zum Schwingen: Felix Schepp, Michael Marz, Alexander Schmitt, Niklas Hummel, Daniel Marz und Christian Wirth (von links). Bringen die Saiten zum Schwingen: Felix Schepp, Michael Marz, Alexander Schmitt, Niklas Hummel, Daniel Marz und Christian Wirth (von links).
Ginsheim-Gustavsburg. 

Als ich die Jungs von ReInforced und Fortnight treffe, sind es noch knapp 20 Minuten bis zum Beginn der Rock Night, dem alljährlichen Konzert der Musikschule Mainspitze. Von Aufregung keine Spur, die Bandmitglieder trudeln allmählich hinter der Bühne ein und setzen sich entspannt auf die Sofas. Es ist ziemlich kuschelig in dem kleinen Nebenraum, schließlich ist es der erste richtig warme Tag des Jahres, und die Jungs sind aufgrund der Fusion zu acht – plus Schlagzeuger Jan Peter Linay, der aushilfsweise die noch namenlose Band unterstützt. Am Anfang etwas zögerlich, aber im Laufe der Viertelstunde doch sehr gesprächig, erzählen mir die Musiker – alle zwischen 16 und 24 Jahren jung – über sich und ihre Musik.

Erst seit einem Jahr existiert die neue Kombo, seit einer der beiden Schlagzeuger nach Amerika gegangen ist. „Quasi eine Tugend aus der Not heraus“, erklärt Daniel Marz, der auf der Bühne Gitarre und Bass spielt. Das funktioniere allerdings sehr gut, bestätigt auch Jan Peter, Student im Fach Schlagzeug in der Frankfurter Musikwerkstatt. Er ist seit ein paar Jahren unterstützend bei den Konzerten dabei und unterrichtet auch an der Musikschule Mainspitze, kennt also die beiden Bands noch von vor der Fusion.

„Das ist ein sehr entspanntes Level, auf dem geprobt wird, die Stimmung ist total locker“, meint er. Auch Gitarrist, Bassist und Sänger Benedict Mähn schätzt die Atmosphäre bei den Proben im Gerbers Café in Gustavsburg: „Jeder, der will, bringt neue Songs mit und was realisierbar ist, wird geprobt.“ Neben Abitur und Studium noch Bandprobe, das erfordert eine Menge Motivation, oder? „Klar“, sagt Daniel. „Aber es macht mehr Spaß, als dass es anstrengend ist.“ Außerdem schaffen die Proben einen Ausgleich, daher ist für alle klar, so lange wie möglich weiter zu machen. Auch die Auftritte in umliegenden Städten wie Bischofsheim und Büttelborn sind ein zusätzlicher Anreiz.

Talentierter Nachwuchs steht in den Startlöchern

Für Benedict ist die Zeit in der Band allerdings gezählt, er geht zum Luft- und Raumfahrttechnik-Studium nach München. Musik will er dort aber selbstverständlich weiterhin machen. Thomas Kolmar, pädagogischer Leiter der Musikschule, sieht diese unvermeidbaren Entwicklungen mit einem lachenden und einem weinenden Auge: „Manche Lücken sind wirklich schwer zu schließen, aber es gibt glücklicherweise auch sehr talentierten Nachwuchs.“

Das neue Fusionsprojekt findet er spannend, außerdem ist es für ihn natürlich interessant, die musikalische Entfaltung seiner Schützlinge zu beobachten; Sein Stolz ist nicht zu übersehen. Er betreut zwar auch die freitäglichen Proben der Jungs, lässt ihnen aber weitestgehend freie Hand in der Umsetzung der Stücke. „Je weniger die mich brauchen, desto zufriedener bin ich“, sagt er schmunzelnd.

Umfangreiches Repertoire

Auch für die anderen Bandmitglieder ist der Zusammenschluss keine große Hürde gewesen, musikalisch wie zwischenmenschlich sei alles „einwandfrei“, bestätigt Felix Schepp (Gesang, Gitarre, Keyboard). „Wir sind schon besser als Metallica, würde ich sagen“, schiebt Michael Marz (Schlagzeug) bescheiden hinterher.

Das Repertoire der Jungs ist jedenfalls beachtlich: Von Queen und den Beatles über Metallica und Nirvana bis hin zu ZZ Top und Green Day ist alles dabei, was das Rockerherz begehrt. Alexander Schmitt (Gesang, Gitarre, Bass), Niklas Hummel (Bass, Gitarre), Christian Wirth (Gitarre) und Moritz Hesping (Gesang, Gitarre) komplettieren das auf der Bühne rotierende Oktett und beeindrucken das Publikum mit astreinen Backing Vocals – hier überrascht besonders Felix Schepp mit sauberer Kopfstimme. Ziemlich coole Soli und natürlich einer Menge Leidenschaft für die Musik begeistern die Fans.

Nach dem rund zweistündigen Programm der ReInforced Fortnight sorgen dann noch die fünfköpfigen ScaleSurferS (Mirko Visosky, Andreas Hecktor, Mathias Siegwardt, Marc Oliver Breidert und Felix Herrmann) unter anderem mit Songs von Jimi Hendrix, den Red Hot Chili Peppers oder Milky Chance für Stimmung bis spät in die Nacht. Bei den ganzen Männern auf der Bühne muss ich eine sinnfällige Frage am Ende dann aber noch stellen – es gibt doch sicher auch musikalischen Mädels, die Lust haben, grundsolide Rockmusik zu machen? „Leider momentan nicht – aber wir hätten sehr gerne eine Sängerin“, sagt Niklas Hummel. „Am besten, sie meldet sich dann gleich bei Thomas.“ Wenn das keine Aufforderung ist.

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