E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Usingen 30°C Eine Angebot von Franfurter Neue Presse

Nauheimer Wald: Auch der Wald soll sich erholen können - Begrentze Holzernte in 2019

Im kommenden Jahr darf Hessen-Forst im Nauheimer Unter- und Oberwald nicht ganz so viel Holz ernten wie gewünscht. Das Limit hängt auch mit den hohen Einnahmen aus dem Holzverkauf 2018 zusammen.
Auch zum Erholen ist der Wald da, sagt der Bau- und Umweltausschuss und begrenzt für 2019 die prognostizierte Holzernte. Foto: RBEUTEL PRM Auch zum Erholen ist der Wald da, sagt der Bau- und Umweltausschuss und begrenzt für 2019 die prognostizierte Holzernte.
Nauheim. 

Der Wald sei nicht nur ein Wirtschaftsfaktor, ist die allgemeine Auffassung im Ausschuss für Bau, Planung und Umwelt. Grünen-Gemeindevertreterin Gabi Killian gelingt es am Mittwochabend, die anderen Fraktionen von dieser Haltung zu überzeugen. Es hätte auch anders kommen können.

In den Vorjahren waren die Erträge, die Hessen-Forst im ortsnahen Unterwald und im Oberwald nahe Mörfelden erwirtschaftet hat, vergleichsweise gering. So fällt auch das Betriebsergebnis für 2017 nach Angaben des Forstamts Groß-Gerau schlechter aus als erwartet.

Statt der kalkulierten 6815 Euro habe sich ein Minus von 6935 Euro ergeben. Die geringeren Einnahmen seien begründet, weil ein Holzkunde seinen Vertrag nicht umgesetzt habe. Klaus Velbecker, Bereichsleiter Produktion im zuständigen Forstamt Groß-Gerau, erklärt, dass Hessen-Forst bei der Bewirtschaftung so wenig Ausgaben wie möglich produziert habe, damit das betriebliche Ergebnis nicht noch ungünstiger ausfalle. Was 2017 nicht an Ernte eingebracht worden sei, sei nun aufgespart und werde nachgeholt.

Sattes Plus für dieses Jahr

Nun zeichnet sich für 2018 bereits ein sattes Plus ab, wie Velbecker im zuständigen Fachausschuss mitteilt. Erwartet worden seien für dieses Jahr 67 464 Euro an Einnahmen. Die Ausgaben sollten laut Plan 60 104 betragen. Zurzeit lägen die Einnahmen bereits bei 56 762 Euro, die Ausgaben bei 36 636 Euro. Daraus ergebe sich im Betriebsergebnis ein Plus von gegenwärtig 20 126 Euro, was weitaus höher sei als erwartetet.

2018 wurde viel Holz geschlagen, diese Entwicklung lasse sich für dieses Jahr nicht mehr rückgängig machen, wird den Fraktionen klar. Aber für 2019 schiebt der Ausschuss einen kleinen Riegel vor. Gabi Killian von den Grünen fordert nun, dass die „Einschlagsmenge“, also die Menge an Holz, die die Forstwirte ernten, auf einem vertretbaren Niveau festgeschrieben werden solle. Denn immer wieder mal gebe es auch „Kalamitäten“, wie die Forstleute Schäden bezeichnen, die durch Schädlinge, Hagel oder Sturm entstehen. Diese müssten auch berücksichtigt werden.

Ausblick auf 2019

Bei der Holzernte im Jahr 2019 erwartet Klaus Velbecker vom Forstamt Groß-Gerau Einnahmen von 37 572 Euro und Ausgaben von 25 509 Euro.

clearing

„Unser Wald ist ein lebendes Objekt“, argumentiert die Grünen-Gemeindevertreterin Gabi Killian. Entsprechend behutsam solle der Forst damit umgehen. Eine noch höhere Menge halte sie für unangemessen. Auch für die Pflege alter Bestände müsse mehr Geld ausgegeben werden. Rund 1500 Euro pro Jahr seien zu wenig. Bei einem Überschuss von 20 000 Euro seien ihrer Meinung nach für die Waldpflege höhere Investitionen angebracht. Der Ausschuss einigt sich schließlich mit einem einstimmigen Beschluss (bei zwei Enthaltungen) darauf, das geerntete Holz auf 1828 Festmeter zu begrenzen. Das entspreche der Menge von 2016.

Preise sinken

2019 sollten nach Velbeckers Prognosen 2016 Festmeter geerntet werden. Der Forstbeamte wehrt sich gegen Interpretationen, „dass grundlos Geld generiert wird“. „Es macht keinen Sinn, Bäume, die 120 oder 160 Jahre gewachsen sind, zu verschleudern“, versichert Velbecker den Gemeindevertretern. Wenn plötzlich Schadholz anfalle, müsse das genau dokumentiert werden und werde bei der weiteren Ernte berücksichtigt. Es gebe zum Beispiel hessenweit einen Einschlagsstopp für Fichten. „Die können sie zwar vermarkten, aber nicht mal zu Hälfte des Preises“, erklärt er die Mechanismen. Holz sei eine verderbliche Ware. Schadholz werde in jedem Fall gefällt und vermarktet. Vier Wochen später sänken die Preise dann weiter.

Falls „Kalamitätshölzer“ anfielen, werde der geplante Einschlag reduziert. Allerdings sei dies problematisch, wenn im Frühjahr schon ein Großteil der vorgegebenen Menge geschlagen worden sei. Letztlich sei „alles nur eine Planung“. Er wisse nicht, wie der Wald 2019 im August aussehe. Wenn es Probleme gebe, komme der Forst auf die Gemeinde zu. Bürgermeister Jan Fischer (CDU) appelliert an die Fraktionen, Hessen-Forst zu Vertrauen: „Das ist ein Dienstleister in unserem Sinne.“

Zur Startseite Mehr aus Rüsselsheim

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen