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Umbau: Wohin mit den Haltestellen am Hofheimer Busbahnhof?

Von Der geplante Umbau des Hofheimer Busbahnhofs soll diesen nicht nur barrierefrei, sondern auch leistungsfähiger machen. Die große Frage: Wo können zusätzliche Bushaltestellen entstehen? Nicht nur der Ortsbeirat will sie auf keinen Fall am Ambettbrunnen. Ob das Parkdeck am Bahnhof die Lösung sein könnte, soll jetzt geprüft werden.
Die „Sägezahn-Variante“. Gut: Busse können dicht an die Inseln fahren, Umsteigen ist einfach. Schlecht: Die Busse haben nur eine Zufahrt. Haltestellen am Ambettbrunnen lehnt der Ortsbeirat ab, er hätte sie lieber am Bahnhofs-Parkhaus. Die „Sägezahn-Variante“. Gut: Busse können dicht an die Inseln fahren, Umsteigen ist einfach. Schlecht: Die Busse haben nur eine Zufahrt. Haltestellen am Ambettbrunnen lehnt der Ortsbeirat ab, er hätte sie lieber am Bahnhofs-Parkhaus.
Hofheim. 

Die Idee, die Straßen rund um die Grünanlage am Ambettbrunnen zur Ausweitung der Kapazitäten des Busbahnhofs zu nutzen (wir berichteten mehrfach), stößt bei vielen Bürgern auf Widerspruch. So hat es jedenfalls die Ortsvorsteherin der Kernstadt, Elli Wagner (CDU), wahrgenommen. Und auch die Politik ist am Mittwochabend nun ein ganzes Stück abgerückt von dieser Option. Passiert ist das im Rahmen der Sondersitzung, die sich der Ortsbeirat Kernstadt für das so wichtige Thema ausbedungen hatte. Schließlich wolle man kein Ortsbeirat sein, der nur zur Kenntnis nehme, „sondern sagen, was wir denken und wollen“, so Wagner selbstbewusst. Alleine diskutierte er an diesem Abend nicht, denn auch der CDU- und der SPD-Chef saßen neben weiteren Stadtverordneten mit am Tisch. Immerhin hatte der Bauausschuss das Thema vertagt, um erst den Ortsbeirat anzuhören.

Als geschickter Zug erwies sich, dass der Ortsbeirat fünf Tage vor seiner Sitzung eine Ortsbegehung vorgenommen hatte. Dabei war das Parkdeck am Bahnhof in den Fokus gerückt, das bisher in den Überlegungen der beauftragten Planer keine Rolle spielt. 30 Jahre ist es alt und der Ortsbeirat findet, da sollte unbedingt der Sanierungsbedarf und möglicherweise ein Um- oder Neubau geprüft werden. Zusätzliche Park-and-Ride-Plätze und möglicherweise sogar Bushalteplätze für die Pausenzeiten der Fahrer hält der Ortsbeirat hier durchaus für denkbar. SPD-Chef Bernhard Köppler, der die Ortsbegehung ebenfalls mitgemacht hatte, befand: „Es wäre fahrlässig, wenn wir uns nicht mit diesem Areal beschäftigten.“

Parkhaus als Option

Erster Stadtrat Wolfgang Exner (CDU), nun zusätzlich auch Baustadtrat, räumte ein, dass es in dem Parkhaus in Sachen Nutzerfreundlichkeit „Optimierungspotenzial“ gebe. Der CDU-Vorsitzende Christian Vogt ging weiter. Bei einer 30-jährigen Immobilie dürfe man auch überlegen, ob Abriss und Neubau in Frage kämen und dabei Flächen für Busse entstehen könnten.

Ein weiteres Problem in den Augen des Ortsbeirats: Vier Busstellplätze vor den Bahnhof zu bringen, hält er selbst bei einer Verbreiterung der Parkbucht für ungut. Schon jetzt, wo dort bis zu drei Busse stehen, komme es häufig zu schwierigen Verkehrssituationen, gab unter anderem Dr. Frank Rainer Schmidt (CDU) zu bedenken. Exner wendete ein, dass Busfahrer ihre Pausen nur an Endhaltestellen machen könnten und es nur im Hofheimer Bahnhof einen Sozialraum für sie gebe. Bodo Tadewald (FWG) regte aber an, die Main-Taunus-Verkehrsgesellschaft solle gefragt werden, ob nicht Pausenplätze auch auf andere Endhaltestellen verlegt werden könnten.

Die „Sägezahn-Variante“

Dem schloss sich der Ortsbeirat ebenso an wie der Entscheidung von Behinderten- und Seniorenbeirat für die sogenannte „Sägezahn-Variante“, nach welcher der eigentliche Busbahnhof mittels zweier langgezogener Inseln parallel zur Fahrbahn der Alten Bleiche barrierefrei werden soll. Für diese hatte sich auch im Bauausschuss eine Mehrheit abgezeichnet. Hier hatte CDU-Vertreter Patrick von Rosen einen sieben Punkte umfassenden Antrag gestellt, der aber noch die Ambett-Anlage in die Umgestaltung des Busbahnhofs einbeziehen wollte. Diesem Punkt verweigerte der Ortsbeirat ausdrücklich die Zustimmung, schloss sich aber ansonsten einstimmig den weiteren Forderungen an, zu denen eine Prüfung von Alternativen für Bus-Pausenplätze und die Erstellung einer groben Kostenschätzung zählen.

Daniel Philipp, Grünen-Fraktionschef im Stadtparlament, ging die Entscheidung für Teile der vorgelegten Planung zum Busbahnhof-Umbau genauso zu schnell wie der Vertreterin der Linken, Lisa Vetter. „Es geht um eine möglichst große Freiheit für die vernünftigste Planung, die wir haben können“, verwies Philipp auf eine Äußerung von SPD-Chef Köppler, man plane hier mindestens für die nächsten 30 bis 50 Jahre, das müsse sehr gut bedacht werden. In Philipps Augen sind noch zu viele Fragen offen, um schon die Position der Bussteige oder die Gestaltung des Bahnhofsvorplatzes festlegen zu können.

Exner hielt dem entgegen, dass die Planer eine Entscheidung benötigten, um ins Detail gehen zu können. Beide Lösungen ausführlicher planen zu lassen, sei unbezahlbar. Philipp hätte dagegen gern auch noch die Verkehrsführung auf Alter Bleiche und Hattersheimer Straße in die Überlegungen einbezogen. Er plädierte dafür, „unkonventionelle, überhaupt noch nicht gedachte Lösungen“ durchzuspielen. Das sah die Mehrheit aber nicht als sinnvoll an. Auch die Bedenken der Linken fanden keine Unterstützung. Sie kritisierte besonders die offene Kostenfrage und die fehlende Vorstellung, wie der Busverkehr während der Umbauzeit geregelt werden kann.

Information der Bürger

Ortsvorsteherin Elli Wagner kündigte an, sich für eine Bürger-Informationsveranstaltung stark zu machen, sobald eine „diskussionsfähige“ Planung vorliege.

Die Hofheimer Linke will das Gespräch mit den Bürgern bereits am Dienstag, 23. Januar, um 19.30 Uhr in einem Nebenraum des Stadthallen-Restaurants (Chinonplatz) suchen. Sie meint, der barrierefreie Umbau könnte deutlich kostengünstiger passieren und kritisiert unter anderem, dass für die jetzige Planung zahlreiche Bäume gefällt werden müssten.

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