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Wiederaufbau stockt: Wer versichert den Atzelbergturm?

Noch immer ist die Ruine des Atzelbergturms gesperrt. Zwar will die Versicherung für den Schaden aufkommen, hat aber den Vertrag gekündigt. Die Stadt Kelkheim ist weiter in Verhandlungen.
Der Atzelbergturm ist nach dem Brand vor einem Jahr weiter gesperrt. Foto: Hans Nietner Der Atzelbergturm ist nach dem Brand vor einem Jahr weiter gesperrt.
Hoch-/Main-Taunus. 

Fast auf den Tag genau ist es nun ein Jahr her, dass der Eppenhainer Atzelbergturm in Flammen stand. Es erinnert noch viel an den Brand auf dem Wahrzeichen des Kelkheimer Stadtteils. Die Schranke am Fahrweg ist geschlossen – „wegen Brandschaden“, wie ein Schild deutlich macht. Oben am Turm wiederum soll ein Bauzaun unerlaubte Klettermaxe stoppen. Offensichtlich nicht immer mit Erfolg: Die Schilder „Betreten verboten“ liegen auf dem Boden, der Zaun ist aus der Halterung genommen. Durch den Spalt kann jeder problemlos zum Einstieg gelangen. Das Flatterband dort ist nach unten gedrückt.

Verkohlte Holzteile liegen am Boden, neben Chipstüten, Scherben und Glasflaschen. Vielleicht hat es hier nach dem Brand wieder Partys gegeben? Richtig aufgeräumt sieht es hingegen auf dem Grillplatz in der Nähe aus. Das war am Morgen nach dem Brand noch ganz anders – die Müllberge waren Zeichen mindestens einer Fete.

Dauert zu lange

Grund zum Feiern hat Bürgermeister Albrecht Kündiger (UKW) in Sachen Atzelbergturm derzeit nicht. Dass er ebenso wie die Stadtpolitik den Turm wieder aufbauen will – daraus hat niemand einen Hehl gemacht. Ebenso lässt er aber durchblicken, dass ihm das Prozedere schon zu lange dauert. Immerhin liegt inzwischen der Bescheid der ehemaligen Versicherung vor, dass sie den Schaden bezahlt. Nach einem ersten Brand im August 2008 war der Turm vier Jahre später für 330 000 Euro aufgebaut worden. Mit einer ähnlichen Summe kann die Stadt nun rechnen.

Allerdings hat die Sache noch einen Haken: Die Versicherung hat der Stadt nach dem zweiten Brand bereits im September 2017 gekündigt. Einen neuen Partner zu finden, sei nicht leicht, weiß Kündiger inzwischen: „Die Versicherungen haben nicht den großen Spaß, diesen Turm zu versichern.“ Interessant dabei: Der Beitrag für einen Holzturm, der es wieder werden soll, liege nicht über dem einer Variante aus Stahl. Die Polizei konnte übrigens weder Brandstiftung noch Fahrlässigkeit ausschließen. Neue Erkenntnisse gab es dazu nicht.

Großes Interesse

Nach den Ferien möchte Bürgermeister Kündiger eine „klare Entscheidung“ zum Turm. Mit einer Versicherung sei die Stadt „in engen Verhandlungen“. Das Interesse der Menschen am Wiederaufbau sei groß. „Ich werde immer wieder darauf angesprochen.“ Deshalb möchte Kündiger den Atzelbergturm neben anderen Themen auch bei einer Bürgerversammlung in Eppenhain auf die Tagesordnung setzen. Geld für Planungen des neuen Turms gibt es schon: 20 000 Euro stehen nach einem Antrag der CDU im Haushalt 2018.

(wein)

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