E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Usingen 30°C Eine Angebot von Franfurter Neue Presse

Landesrechnungshof: Untersuchung der Hawobau zeigt Potenziale des Unternehmens auf

Von Der Landesrechnungshof hat Einsparpotenziale bei der Hattersheimer Wohnungsbaugesellschaft (Hawobau) festgestellt. Freilich ist das eine rein betriebswirtschaftliche Sichtweise.
Einige Häuser der Siedlung am Südring sind sanierungsbedürftig. Die Hattersheimer Wohnungsbaugesellschaft kommt mit den Arbeiten allerdings nicht hinterher. Einige Häuser der Siedlung am Südring sind sanierungsbedürftig. Die Hattersheimer Wohnungsbaugesellschaft kommt mit den Arbeiten allerdings nicht hinterher.
Hattersheim. 

6,58 Euro je Quadratmeter beträgt die durchschnittliche Miete bei den Wohnungen der Hattersheimer Wohnungsbaugesellschaft (Hawobau). Leicht könnte das Unternehmen jährlich 57 000 Euro mehr einnehmen – das wenigstens geht aus einer Untersuchung im Auftrag des Landesrechnungshofes hervor. Die Mieter würden damit im Durchschnitt sicher nicht überfordert, denn bei 1668 Wohnungen würde dies eine Mehrbelastung von 2,84 Euro im Monat bedeuten.

In der Praxis aber liefe es auf eine Erhöhung für nur einen Teil der Wohnungen hinaus, und das kann dann für betroffene Mieter schon ins Gewicht fallen. Und es stellt sich die Frage, ob die Hawobau eine solche Einnahmeerhöhung braucht. Immerhin hat sie einen Jahresüberschuss von zuletzt 380 000 Euro erwirtschaftet. Nach betriebswirtschaftlicher Logik folgt daraus zwar keineswegs ein Verzicht auf höhere Einnahmen.

Nur ist die Hawobau kein Unternehmen wie jedes andere. Auf Wirtschaftlichkeit muss natürlich auch ein Unternehmen der öffentlichen Hand achten. Der Betriebszweck ist eben nicht die Gewinnerwirtschaftung, sondern die Bereitstellung von bezahlbarem Wohnraum.

Die Erfüllung dieser Aufgabe und die betriebswirtschaftlichen Kennzahlen abzuwägen, das ist die Aufgabe der Politik. Die Stadtverordnetenversammlung hat den Prüfungsbericht des Landesrechnungshofes kommentarlos zur Kenntnis genommen, irgendwelche Schlussfolgerungen daraus also nicht gezogen. Eine gemeinsame Bewertung des Berichts durch die Hawobau und den Magistrat aber steht noch aus – danach kann die Frage nach möglichen Konsequenzen aufgeworfen werden.

Dabei dürften andere Fragen mehr im Mittelpunkt stehen als ausgerechnet die Mieten. Denn die Wirtschaftsprüfer haben aus gerechnet, dass sich jeder Mitarbeiter der Hawobau um durchschnittlich 56,5 Wohnungen kümmert. Es gibt Wohnungsbaugesellschaften, die erreichen einen Wert von 122 Wohnungen je Mitarbeiter. In dem Bericht des Landesrechnungshofes ist die Rede von einem Einsparungspotenzial von 842 000 Euro.

Gute Leerstandsquote

Aber wieder handelt es sich um eine rein betriebswirtschaftliche Rechnung. Aus diesem Blickwinkel müssten möglicherweise Personal für Sozialmanagement und ein Stadtteilbüro gar nicht sein. Dass solche Einrichtungen aber den Wohnwert etwa in der Siedlung am Südring steigern, dadurch auch die Fluktuation verringern, ist sehr wohl auch im wirtschaftlichen Interesse der Hawobau. So ist es kein Zufall, dass die Gutachter zufrieden sind mit den Kennziffern Instandhaltskosten und Leerstandsquote. Die Fluktuationsquote gibt schon eher zu denken – sie ist mit 8,5 Prozent überdurchschnittlich, und das obwohl es in der ganzen Region kaum preiswerte Wohnungen gibt.

Auffällig ist, dass die Wirtschaftsprüfer empfehlen, stärker in energetische Sanierungen der Gebäude aus den 1950er bis 1980er Jahre zu investieren. Die Notwendigkeit ergibt sich aus dem Vergleich des jährlichen Energieverbrauchs - in Hattersheim wurde mit 142 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr der höchste Wert aus allen zehn untersuchten Kommunen ermittelt – in Hofheim liegt er bei 118 Kilowattstunden, in Rüsselsheim wurde mit 95 Kilowattstunden der niedrigste Wert ermittelt. Hofheim erreicht für Wohnungen aus den fünfziger Jahren den Wert von 99 KWh, in Hattersheim liegt er bei 185 KWh. Dabei lassen die Wirtschaftsprüfer offen, ob bei den alten Beständen ein Neubau nach Abbruch nicht sinnvoller wäre als eine Sanierung. Die Hawobau hat allerdings früher auch schon erklärt, dass gerade die alten Wohnungen komplett abgeschrieben sind und daher positive Auswirkungen auf die Unternehmensbilanz haben. Aus Sicht der Wirtschaftsprüfer lässt sich ein Investitionsbedarf auch daraus ableiten, dass zuletzt die Abschreibungen deutlich höher waren als die Investitionen und Modernisierungen.

Zur Startseite Mehr aus Main-Taunus

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen