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Rettungseinsatz: Sind die Straßen gut passierbar? Auf Simulationsfahrt mit Feuerwehr und Ordnungsamt

Feuerwehr und Ordnungsamt prüfen einmal im Jahr, ob Einsatzfahrzeuge im Ernstfall ohne Behinderungen die Straßen zum Einsatzort passieren können. Oft behindern verkehrswidrig geparkte Fahrzeuge den Rettungsablauf.
Kaum ein Durchkommen: Wie hier an der Staufenstraße wird es für die Feuerwehrfahrzeuge in Eppstein schon mal eng. Foto: Knapp Kaum ein Durchkommen: Wie hier an der Staufenstraße wird es für die Feuerwehrfahrzeuge in Eppstein schon mal eng.
Eppstein. 

Seit 2009 finden in Eppstein und seinen Stadtteilen im Wechsel sogenannte Simulationsfahrten mit den Einsatzfahrzeugen der Feuerwehr statt. Im Ernstfall müssen die „Bullies“ in der Größe eines Lastkraftwagens schnell und ungehindert zum Einsatzort kommen. „Dies ist leider häufig nicht möglich“, so Bürgermeister Alexander Simon im Gespräch. Um sich ein Bild der aktuellen Lage zu machen und die Anwohner entsprechend der Straßenverkehrsvorschriften zu sensibilisieren, sitzt er im Löschfahrzeug der Eppsteiner Wehr. Am Steuer des Löschfahrzeugs LF 20, einem gut achteinhalb Meter langen und 14,5 Tonnen schweren Ungetüms ist Sven Steinmetz, der Wehrführer Eppsteins und stellvertretende Stadtbrandinspektor. Steinmetz hat einen Lastkraftwagenführerschein und diverse Einweisungen absolviert, die ihn für die Navigation der großen Fahrzeuge auszeichnen.

Neben Bürgermeister Simon haben im Mannschaftsraum des LF 20 Stephan Euler, der Fachbereichsleiter Sicherheit und Ordnung, Linda Dürrich, Vereinsvorsitzende und stellvertretende Wehrführerin, Jugendwart Florian Göb und Stadtbrandinspektor Mario Mezga Platz genommen.

Das Ordnungsamt trifft am Feuerwehrhaus in der Rossertstraße ein. Man möchte einen Überblick über die Verkehrslage Eppsteins erhalten und prüfen, wie hoch der Anteil ordnungswidrig geparkter Fahrzeuge in und um die Altstadt ist. Daher wird man die Simulationsfahrt begleiten. Alle Beteiligten möchten wissen, inwieweit eine hindernisfreie Passierbarkeit der Straßen im Ernstfall gegeben ist.

Während Maschinist Steinmetz den Motor anlässt und die Fahrt entlang der Rossertstraße in Richtung Altstadt aufnimmt, ahnt man bereits welchem Stress die Löschtrupps bei Einsätzen ausgeliefert sind. Es schaukelt und wackelt, der Motror brummt laut. Auch wenn am heutigen Tag das Martinshorn ausgeschaltet bleibt, ist eine Verständigung zwar möglich, erfordert aber höchste Konzentration.

Feuerwehrfrau Dürrich erklärt: „Normalerweise müssten wir uns jetzt hier parallel die Pressluftwesten überziehen und uns fertig machen.“ Bei dem Geschaukel ist das für einen Laien schwer nachvollziehbar. „Schnelligkeit ist gefragt während der Einsätze, jeder Handgriff muss sitzen“, so Stadtbrandinspektor Mezga. Umso bedauerlicher sei es daher, wenn durch unrechtmäßig geparkte Fahrzeuge Hydranten verdeckt oder die Passierbarkeit gefährdet sei.

Damit die Anwohner wissen, warum – auch ein manchmal nur für Minuten falsch geparktes Auto – zu einer ernsten Behinderung werden kann, hat das Ordnungsamt Flyer gedruckt, die den Verkehrssündern an die Windschutzscheibe gesteckt werden. „Heute möchten wir nur sensibilisieren“, sagt Stephan Euler. Allerdings müsse man schon damit rechnen, dass in den nächsten Tagen und Wochen an den verschiedenen Stellen der Stadt noch einmal „nachgeschaut würde“, was dann ein Verwarngeld im Falle des Falschparkens mit sich zöge.

Bordsteinkanten, Schilder und Poller können im Ernstfall zur Herausforderung werden. Daher sei es im Sinne aller Anwohner, die Situation durch Falschparker nicht noch weiter zu verschlimmern. In der Stauffenstraße bietet sich bereits nach kurzer Fahrtzeit ein Anblick par excellence. Ein Fahrzeug, abgestellt auf einer Sperrfläche noch dazu in einer leichten ansteigenden Kurve, behindert das Passieren des LF 20. Steinmetz schafft es zwar, das Nadelöhr zu passieren. Doch das kostet wertvolle Zeit. „Zeit, die im Ernstfall am Einsatzort fehlt“.

Der Weg zum Kaisertempel ist mehr als eng und erfordert eine gehörige Portion Professionalität und Mut. „Erst kürzlich mussten wir hierhin ausrücken. Ein kleiner Schwelbrand, nichts Ernstes. Aber stellen sie sich diese Fahrt mal an einem Wochenende vor“, so Linda Dürrich. Aber auch bei der Simulationsfahrt konnte jeder sehen, dass die zur Sensibilisierung der Bürger genutzten Probefahrten Wirkung zeigen. „Es war schon schlimmer“, stellte Bürgermeister Simon fest.

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