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S & K-Prozess stockt – Verhandlung verschoben

Frankfurt. 

Es steckt der vielzitierte Wurm drin im Verfahren um den Millionenbetrug bei der Anleger- und Immobilienfirma S & K vor dem Landgericht. Diesmal lag es allerdings nicht an den Verteidigern mit ihrer Vorliebe für Anträge aller Art, dass der Prozess ins Stocken geriet. Weil eine Berufs-Ergänzungsrichterin plötzlich krank wurde, musste die 28. Große Strafkammer den für gestern anberaumten Verhandlungstermin und darüber hinaus auch die am Donnerstag und Freitag geplanten Sitzungen absagen. Am kommenden Dienstag soll der Prozess nun fortgesetzt werden.

Ob dann allerdings bereits mit der Verlesung der Anklageschrift begonnen werden kann, ist weiterhin unklar. Mittlerweile hat die Staatsanwaltschaft nämlich eine revidierte und um 30 bis 50 Seiten kürzere Anklageschrift bei Gericht eingereicht. Sie folgte damit einer Anregung der Strafkammer, die die ursprüngliche, rund 1750 Seiten starke Schrift nur mit einigen Kürzungen zur Hauptverhandlung zugelassen hatte, um die gesetzliche „Informationsfunktion“ nicht zu gefährden. Als die Vertreter der Anklage am vergangenen Freitag zunächst erkennen ließen, dass sie den ursprünglichen Anklagesatz verlesen wollten, gab es Tumulte bei den Verteidigern und deren Mandanten. „Um diese Speerspitze nun zu entschärfen“, habe man sich zur Herausnahme der strittigen Passagen entschlossen, sagte Oberstaatsanwalt Andreas Hohmann.

Gleichwohl betonte er, dass von der Staatsanwaltschaft auch die ursprüngliche Anklageschrift hätte verlesen werden dürfen. Gegen die Kürzungen des Gerichts hatten die Ankläger ja sofortige Beschwerde beim Oberlandesgericht eingelegt, über die bislang noch nicht entschieden wurde. Sollten die OLG-Richter später einmal die längere Anklageschrift doch für richtig und wirksam erachten, müssten die fraglichen Passagen nachträglich noch verlesen werden, erklärte Behördensprecher Jesco Kümmel. So aber verkürzt sich die mit Spannung erwartete Verlesung des dreieinhalb Aktenordner umfassenden Anklagesatzes um zweieinhalb Stunden – „drei Minuten pro Seite“, wie Kümmel ausgerechnet hat.

Die sechs Angeklagten sitzen weiterhin in Untersuchungshaft. Zwei von ihnen, der 36 Jahre alte Stephan S. und der um zwei Jahre jüngere Jonas K., gelten als Gründer des Unternehmens und als Hauptangeklagte. Bislang sind sie während der Verhandlung noch kaum in Erscheinung getreten.

(ge)
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