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Bewährungsstrafe für 28-Jährigen: Letzte Chance nach Messerattacke auf den Adoptivvater

Von 17 Monate Bewährungsstrafe und eine Verhaltenstherapie – nach einem räuberischen Angriff auf den Adoptivvater und der Beteiligung am Einbruch in einen Schulcontainer in Hofheim hat ein 28-Jähriger vom Landgericht Frankfurt noch einmal eine Chance bekommen.
Justitia. Foto: Frank Rumpenhorst/Archiv Justitia. Foto: Frank Rumpenhorst/Archiv
Wildsachsen. 

Eigentlich sollte der seit der Tat im Mai 2016 in einer Obdachlosenunterkunft lebende Mann direkt in ein psychiatrisches Krankenhaus eingewiesen werden. Das Ergebnis des psychiatrischen Gutachtens war entsprechend niederschmetternd und erwähnte unter anderem hirnorganische Schädigungen, hervorgerufen durch übermäßigen Alkoholkonsum der leiblichen Mutter während der Schwangerschaft. Nur drei Tage nach der Geburt hatte die Frau ihr Kind zur Adoption freigegeben. Das Gericht schaltete die Verhaltenstherapie, die in der geschlossenen Abteilung des psychiatrischen Krankenhauses in Köppern absolviert werden soll, jedoch vor. Noch einmal soll es versucht werden, den Mann auf den rechten Weg zurückzuführen, ohne gleich mit dem schärfsten Schwert, der dauerhaften Unterbringung in der Psychiatrie in Haina, zuzuschlagen, hieß es in der Entscheidung. Sollte sich bei dieser Therapie jedoch nicht der erhoffte Erfolg einstellen, kommt der Mann direkt in die Psychiatrie.

Im Mai vergangenen Jahres war der junge Mann plötzlich im Wohnzimmer des elterlichen Hauses in Wildsachsen aufgetaucht und hatte vom Adoptivvater 5000 Euro Bargeld verlangt. Damit sollte ein Detektiv bezahlt werden, den er zuvor auf den Ex-Mann seiner Freundin angesetzt hatte. Offenbar kam dieser Mann nicht seinen Unterhaltspflichten nach. Der Vater aber dachte nicht daran, die hohe Summe aufzubringen. Im Übrigen habe er soviel Geld auch nicht zu Hause. Dessen ungeachtet, holte der Filius jetzt plötzlich ein Messer und hielt es dem Vater vor das Gesicht: „Ich stech’ Dich ab“, lautete der die ungemütliche Aktion begleitende Kommentar. Später entschuldigte sich der Sohn bei seinen Adoptiveltern – obwohl er zu ihnen mittlerweile überhaupt keinen Kontakt mehr hat, bezeichnete er die Tat auch vor Gericht als „Mist, den ich verzapft habe“.

Kurze Zeit später ließ er sich mit zwei Komplizen beim Einbruch in den Schulcontainer erwischen – von den 19 Klappcomputern die damals gestohlen wurde, habe er nichts gewusst, sagte der Mann. Jetzt wird er sich erst einmal um die Verhaltenstherapie kümmern müssen, um nicht endgültig hinter den dicken Mauern der Psychiatrie im Kloster Haina zu verschwinden.

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