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"Live Music Now" machte jetzt Station in der Liederbachhalle: Klassik zum Nulltarif an ungewöhnlichen Orten

Die Organisation veranstaltet kostenlose Konzerte für Menschen, die sich den Musikgenuss sonst kaum leisten könnten.
Zabiullah (links) und Taha waren gerne der Einladung in die Liederbachhalle gefolgt. Foto: Maik Reuß Zabiullah (links) und Taha waren gerne der Einladung in die Liederbachhalle gefolgt.
Liederbach. 

Der Besuch eines klassischen Konzertes gilt als Unterhaltung der gehobenen Art und ist dementsprechend häufig auch nicht wirklich erschwinglich. Die Organisation „Live Music Now“ bringt im Rahmen ihres Yehudi-Menuhin-Projekts – benannt nach dem gleichnamigen humanistischen Violine-Virtuosen – klassische Musik eintrittsfrei zu Menschen, die ansonsten nicht die Gelegenheit für einen solchen Konzertbesuch haben. Zuletzt machte man auch Halt in der Liederbachhalle, wo Pianist Alexey Pudinov vor rund 100 Besuchern spielte.

Unter ihnen waren auch Fiona, Taha und Zabiullah. Fiona Feyerabend ist Betreuerin der AWO-Jugendwohngemeinschaft in Kelkheim und erfuhr aus der Zeitung von dem Angebot. „Unsere Bewohner sind berufstätig oder gehen noch zur Schule, daher war der Termin am Nachmittag nicht ganz so glücklich, aber auf Nachfrage haben sich die beiden gleich gemeldet“, erklärt Fiona und deutet auf ihre beiden Begleiter. Besonders Zabiullah ist in die Klaviermelodien vertieft, wendet den Blick vom Flügel auf der Bühne der Liederbachhalle nur selten ab. „Schon in der Schule habe ich mich für das Klavier interessiert und wollte sehr gerne auch selbst spielen lernen“, erklärt der 19-Jährige. Im Rahmen einer Schul-AG durfte er sich dann auch tatsächlich an den Tasten probieren. „Aber da reicht die Zeit natürlich nicht, um das Instrument wirklich zu lernen“, sagt Zabiullah. In seiner Heimat Afghanistan gäbe es ebenfalls solche Konzerte, diese seien aber anderer Prägung. „Dort wird hauptsächlich asiatische Musik gespielt“, berichtet er. Dank „Live Music Now“ kam er nun in den Genuss der Klänge großer Europäer.

Auch wenn Fiona und Taha für Klassik nicht ganz so viel übrig haben wie Zabiullah, so kommt das Benefizkonzert auch bei ihnen gut an. „Es gibt einige ähnliche Angebote, doch wenn etwa ’Flüchtlinge’ auf der Einladung steht, dann muss man das mit Vorsicht genießen“, verrät Fiona Feyerabend. Nicht selten würde man sich letztlich auf „Prestigeveranstaltungen“ finden, in denen der gute Zweck zu PR-Zwecken entfremdet wird. Nicht so bei „Live Music Now“: Hier bekommt man Gratis-Konzerte von professionellen Musikern mit Qualitätsanspruch. Die Organisation unterstützt vielversprechende Musikstudenten, im Gegenzug zeigen die Talente ihr Können an spannenden, weil ungewöhnlichen Orten: In Seniorenresidenzen, Flüchtlingsunterkünften, Krankenhäusern und sogar im Frauengefängnis.

Im Fall von Zabiullah könnte das Konzert sogar ein erfreuliches Nachspiel haben. „Unser Haus steht mit einem Klavierlehrer aus Kelkheim-Münster in Kontakt“, erklärt Fiona Feyerabend. So könnte sich für Zabiullah nun doch noch der Traum vom Klavierspielen erfüllen.

(rk)
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