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Kolumne: Kajos Wochenschau: Wille

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Kajo Schmidt Foto: (FNP) Kajo Schmidt

Zweimal schon lag es in den 113 Jahren seiner Existenz auf dem Sterbebett, zweimal wurde das Flörsheimer Marienkrankenhaus gerettet. 1955 von den Missions-Dominikanerinnen, die das Haus von den Dernbacher Schwestern übernahmen, Ende der 1990er Jahre von der Marienhaus Unternehmensgruppe in Waldbreitbach. Am 30. September 2017 ist nun aber endgültig Feierabend: Die kleine katholische Klinik, die in den letzten Jahren nur noch als Belegkrankenhaus geführt wurde, wird aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen. Hoffnung, dass dieser Beschluss revidiert wird, besteht nicht. 109 Mitarbeiter sind betroffen, die Gott sei Dank gute Aussichten haben, einen neuen Arbeitsplatz zu finden. Flörsheim jedoch verliert einen Identifikationspunkt, auf den die Bürger stolz sein durften: Inmitten des hart umkämpften Gesundheitsmarkts im Rhein-Main-Gebiet hat sich das Haus mit seinen 95 Betten und 25 Ärzten tapfer über Wasser gehalten – so gerade eben, dass Luft zum Atmen blieb. Wenn jedoch die allmächtigen Krankenkassen die Leistungen nicht mehr angemessen honorieren, dann geht eine Klinik unter. Geradezu skandalös finde ich, dass ausgerechnet konservative Behandlungsmethoden, die Flörsheims Orthopäden zu ihrem Schwerpunkt gemacht haben, schlecht bezahlt werden. Die Ärzte ersparen damit ihren Patienten eine Operation, behandeln sie aber einige Tage in der Klinik. Weil die Kostenträger das mit aller Gewalt noch billiger haben wollen, drängen sie darauf, dass die Patienten nicht stationär aufgenommen, sondern ambulant versorgt werden. Wundern Sie sich also nicht, wenn der eine oder andere Knochen-Doktor Sie lieber auf einen OP-Tisch schiebt, als Ihnen ein professionelles Physiotherapie-Programm angedeihen zu lassen. Eine Operation spült einer Klinik nämlich allemal mehr Geld in die Kasse. Flörsheims Marienkrankenhaus ist ein Opfer unseres oft kranken Gesundheitssystems geworden. Das Ableben war gewollt.

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Die Schwalbacher CDU will etwas ganz anderes: Einen Wachdienst, der in den Abend- und Nachstunden am Marktplatz und im Limeszentrum für Ordnung sorgt. Vandalen pöbeln herum, lassen Fensterscheiben von Geschäften splittern und sorgen bei Passanten für ein flaues Gefühl in der Magengegend. Gewerbevereinschef Mathias Schlosser hat einen Brandbrief geschrieben, für manche Geschäfte sei die Situation existenzgefährdend. Auch wenn das Problem drängt, wurde der CDU-Antrag im Haupt- und Finanzausschuss der Stadtverordnetenversammlung vertagt. Die SPD klagte, dass der Antrag zu kurzfristig am Wochenende vor der Sitzung eingebracht worden sei, um darüber in der Fraktion beraten zu können. Und führte ins Feld, dass sie mit ihrer Anfrage zur Videoüberwachung das Urheberrecht besitze, sich um die Probleme am Markt zu kümmern. Das ist kleinkariert. Bürgernahe, entscheidungsfreudige Politik stelle ich mir anders vor.

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In Hofheim sorgt Peter Klein für Ordnung, ist aber trotzdem im Städtchen nicht bei jedermann beliebt. Der 61-Jährige trägt eine blaue Uniform und ist als Hilfspolizist unter anderem dafür zuständig, Parksünder aufzuspüren. Was er, wie seine sechs Kollegen, mit Fachkunde und Leidenschaft macht. 13 067 Knöllchen verteilten Klein & Co. im vergangenen Jahr – das sind 1867 pro Hipo. Eigentlich eine tolle Bilanz . . .

Ein strafzettelfreies Wochenende!

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