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Museumsausbau: Eine Million Euro auf dem Treuhandkonto

In diesem Jahr kann der Umbau des Werkstattgebäudes auf dem Ex-Sarotti-Areal starten. Wenn der Bauantrag in Ordnung ist.
Eine frühere Modellzeichnung skizzierte das Museum samt einem Glasanbau für die Gastronomie. Eine frühere Modellzeichnung skizzierte das Museum samt einem Glasanbau für die Gastronomie.
Hattersheim. 

In einer Broschüre hatte der Hattersheimer Geschichtsverein 1985 den Zeitplan für die Errichtung eines Stadtmuseums beschrieben. Unter den Stichpunkten „Zeitplan und Finanzierung“ war formuliert worden: „Der Museumsausbau beginnt 2017. Eine Teileröffnung ist Ende 2018 und die Fertigstellung aller Ausstellungsabteilungen für Ende 2019 geplant.“ Begonnen hat aber im Vorjahr gar nichts, weil das Projekt ins Stocken geraten war. Ob die Zeitangaben noch so gültig sind, kann deshalb wohl zum jetzigen Zeitpunkt niemand mit Gewissheit bestätigen oder dementieren. Fakt ist, dass ein vollständiger Bauantrag viel später als vorgesehen beim Kreisbauamt eingereicht wurde.

Den Stadtverordneten hatte Bürgermeister Klaus Schindling (CDU) noch Mitte Dezember erklärt, dass es bei der Zusammenarbeit mit der in Hofheim ansässigen Bauträgergesellschaft ernsthafte Probleme gebe, weil der Bauantrag nicht vollständig eingereicht worden sei. Da habe es auch nicht geholfen, dass er zwei Mal seinen Amtsvorgänger Hans Franssen, um Unterstützung gebeten habe. Franssen ist Vorsitzender des Hattersheimer Geschichtsvereins. Nach einigen Wochen vergeblicher Anläufe, die Sache zu beschleunigen, gab es dann Ende Dezember einen Lichtblick. Zu diesem Zeitpunkt trudelte nämlich endlich der komplette Bauantrag im Kreishaus ein. Rückblick: Das ehemalige Sarotti-Werkstattgebäude wollte die Nestlé AG einst der Stadt Hattersheim kostenlos und in einem renoviertem Zustand übertragen. Die Stadtverordnetenversammlung hatte im Jahr 2010 dieser Idee auch zuerst zugestimmt. Mit dem Unterschlüpfen der Stadt Hattersheim unter den finanziellen Schutzschirm des Landes Hessen wurde die Entscheidung für die Einrichtung eines Museum im Werkstattgebäude dann aber wieder rückgängig gemacht. Deshalb wurde im Februar 2016 von der damaligen rot-grünen Mehrheit der Stadtverordneten der Übertragung des Werkstattgebäudes durch die Nestlé AG an die spanische Investorengruppe NAI Apollo sowie der Real Grundbau GmbH, inklusive der Übertragung des Sanierungsbetrags von einer Million Euro, zugestimmt. Unumstritten war dieses Vertragswerk nicht. Zudem wurde ein Nutzungsüberlassungsvertrag zwischen Stadt und den Investoren abgeschlossen.

Verein trägt Nebenkosten

Der Millionen-Betrag wird auf einem Treuhandkonto von der Kommune verwaltet. Der Bauträger habe bisher rund sechs Prozent dieser Summe für Planungskosten abgerufen, heißt es in einer Erklärung des Geschichtsvereins. Der größte Teil des Millionenbetrages soll für die geplante Sanierung und Aufrüstung des Gebäudes für eine Museumsnutzung zur Verfügung stehen. Zudem hatte, wie bereits berichtet, im Jahr 2016 der Hattersheimer Geschichtsverein einen Nutzungsüberlassungsvertrag mit der Stadt auf 30 Jahre abgeschlossen.

Der Verein übernahm zugleich die Rechte und Pflichten aus dem Vertrag zwischen den Investoren sowie der Kommune. Der Verein verpflichtete sich zudem die Folge- und Nebenkosten für den Betrieb des Stadtmuseums zu tragen.

(meh)

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