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Kirberger Wald: Weg frei für die Windkraft

Von Das Langwierigste war die Auseinandersetzung mit der Deutschen Flugsicherung. Diese dauerte so lange, dass die bereits vorliegenden Gutachten zum Tier- und Pflanzenschutz erneuert werden mussten. Die Haselmaus galt es zu berücksichtigen und die Fledermäuse – unter anderem. Jetzt ist die Genehmigung erteilt: Drei Windkraftanlagen dürfen sich künftig im Kirberger Wald drehen.
Diese Windkraftanlagen stehen bereits in Hünfelden. Bilder > Foto: Petra Hackert Diese Windkraftanlagen stehen bereits in Hünfelden.
Hünfelden. 

Seit dem Bürgerentscheid im November 2010, in dem sich zwei Drittel der Befragten für die Windkraftanlagen ausgesprochen haben, ist viel Zeit ins Land gegangen. Die Vielzahl der Schriftwechsel, Gutachten, Überprüfungen füllt allein im Kirberger Rathaus einige Meter Aktenordner. Jetzt hat das Regierungspräsidium in Gießen die Genehmigung zum Bau von drei Windenergie-Anlagen des Typs Nordex N 149 erteilt. Weniger als ursprünglich einmal vorgesehen, aber vom neuesten Typ. Das heißt: Auch wenn statt fünf nun drei Anlagen Strom erzeugen, so ist der Ertrag noch immer beachtlich. „Statt rund 35 Millionen Kilowattstunden werden wir nun mit drei Anlagen etwa 30 Millionen Kilowattstunden Strom im Jahr erzeugen“, erklärt Dominik Schönhoff (Naturstrom).

Bürgerbeteiligung

Schönhoff sowie Regina und Frank Heuser (Land und Forst Erneuerbare Energien GmbH) arbeiten mit der Gemeinde Hünfelden an diesem Projekt. Die Umsetzung ist nun für das Jahr 2019 geplant, nach wie vor als Bürgerwindpark, an dem sich die Bürger beteiligen können.

Seit 2012 hatte das Projektteam um Bürgermeisterin Silvia Scheu-Menzer, Regina und Frank Heuser (ab 2013 als Windpark Hünfeldener Wald GmbH) daran gearbeitet, die Genehmigung zu erhalten. „Vor allem die mögliche Beeinträchtigung eines Richtfunknavigationssystems der Deutschen Flugsicherung hat lange Zeit den Projektfortschritt verzögert“, sagt Scheu-Menzer. Im September erfolgte die flugrechtliche Genehmigung, parallel dazu hatte die Gemeinde seit 2011 regelmäßig die Tierwelt im Hünfeldener Wald erfassen lassen. „Dabei haben die Gutachter ein besonderes Augenmerk auf Vögel und Fledermäuse gelegt. Die Windparkplanung wurde so optimiert, dass alle gesetzlichen Anforderungen an den Artenschutz erfüllt werden.“ Intensiv sei darauf geachtet worden, den Eingriff in den Wald so gering wie möglich zu halten. Scheu-Menzer: „Die Standorte der Windenergieanlagen und der Kranstellflächen wurden in enger Abstimmung mit dem zuständigen Revierleiter und dem Forstamt Weilmünster im Bereich von Windwurfflächen sowie geringerwertigen Waldbeständen geplant.“ Die Rodungsmengen lägen mit rund 400 Festmetern auf insgesamt 2,5 Hektar bei ungefähr einem Zwanzigstel der jährlichen Einschlagsmenge im Gemeindewald. Das entspreche in etwa der Holzmenge auf einer durchschnittlich bewaldeten, einen Hektar großen Forstfläche. Am Ende der Bauarbeiten werde etwa ein Hektar (ein Fünftel der Rodungsfläche) wieder aufgeforstet.

30 Mio. Kilowattstunden

Die drei genehmigten Windenergieanlagen mit einer Nennleistung von jeweils 4,5 Megawatt gehören zu den modernsten am Markt verfügbaren Anlagen und sind höher als ursprünglich einmal angedacht: 238,5 statt rund 200 Meter. Der prognostizierte Ertrag der drei Anlagen von etwa 30 Millionen Kilowattstuden pro Jahr entspricht in etwa dem Jahresverbrauch von 7500 Vier-Personen-Haushalten. „In dieser Prognose sind bereits Sicherheitsabschläge berücksichtigt, und sie basiert auf tatsächlich am Standort Hünfeldener Wald ermittelten Daten einer Windmessung“, erläutert Frank Heuser.

Nächster Schritt ist die Ausschreibung, an der sich die Bürger-Energiegesellschaft zum 2. Mai beteiligen wird. Erst danach sind detaillierte Wirtschaftlichkeitsberechnungen möglich. Doch anhand der Prognosen ist die Bürgermeisterin schon jetzt überzeugt, den Bürgern ein attraktives Beteiligungsangebot unterbreiten zu können. „Und wir als Gemeinde leisten gemeinsam mit den Projektpartnern einen starken Beitrag zum Gelingen der Energiewende.“ Die Projektpartner gehen davon aus, dass im Laufe der nächsten Monate die genaue Ausgestaltung der Bürgerbeteiligung in Informationsveranstaltungen vorgestellt werden kann.

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