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Waldorfschule: Theaterprojekt nimmt Zuschauer mit in die Welt der Straßenkinder

In die Welt der Straßenkinder sind die Zuschauer eines Theaterstücks eingetaucht, das die achte Klasse der Freien Waldorfschule Diez auf die Bühne gebracht hat.
Szene aus dem Theaterprojekt „Die Kinder des Windes“ der Freien Waldorfschule Diez. Foto: nn Szene aus dem Theaterprojekt „Die Kinder des Windes“ der Freien Waldorfschule Diez.
Diez. 

Die achte Klasse der Freien Waldorfschule Diez hat das Ergebnis eines Theaterprojektes präsentiert. Auf Grundlage eines Manuskriptes der Freien Waldorfschule Neuwied hatten die Jugendlichen unter der Leitung des Theaterpädagogen Michael Türk und Klassenlehrerin Sabine Wegener eine herausragende Inszenierung auf die Beine gestellt.

Die Auseinandersetzung mit Text, Kostümen, Bühnenbild und dem Schauspiel standen auf dem Lehrplan. Die achte Klasse scheute den Umgang mit einem schwierigen Thema nicht. „Kinder des Windes“ erzählt die Geschichte einer Gruppe Straßenkinder, irgendwo in einem der sogenannten Entwicklungsländer der Welt.

Zwei Banden von Jugendlichen leben auf einer großen Müllkippe, ewig hungrig und medizinisch unterversorgt, dabei sehr trickreich und erfinderisch in der Organisation ihres Lebensunterhaltes. Anfangs verfeindet, schließen sie sich gegen ihren gemeinsamen Gegner, die staatliche Ordnungsmacht, zusammen. Diese bekämpft die Jugendlichen vorerst ohne durchschlagenden Erfolg.

Mit dem Auftreten ausländischer Investoren verstärkt die Miliz ihre Bemühungen um die „Säuberung“ des öffentlichen Raumes und die Vertreibung der Jugendlichen von der Müllkippe. Diese halten dagegen und rächen sich auf ihre Art. Ein ungleicher Kampf nimmt seinen Lauf und gipfelt in einem dramatischen Finale mit dem Tod eines Bandenmitgliedes und der Flucht der übrigen auf einem Floß.

Es ist eine enorme Leistung, die die Schüler auf der Bühne bringen. Die Zuschauer tauchen in die Welt der Straßenkinder mit ihren Sorgen und Nöten, aber auch heiteren Situationen ein.

Es gibt keine Hauptrollen im eigentlichen Sinne. Alle 18 Schüler der Klasse sind auf der Bühne, in verschiedenen Szenen wird mit großer Lust am Spiel gesprochen, gesprungen, geschlagen und der Gewalt entflohen. Manchmal wird der Zuschauerraum zur Bühne, die Zuschauer zu Statisten. Ein Schuhputzer versucht, seinen Unterhalt zu verdienen, ein Mädchen verkauft Obst an die Gäste, andere versuchen mit ihrem Leid ein wenig Geld zu erbetteln.

Voller Dynamik und Spielfreude agieren die Jugendlichen, ohne je unsicher zu wirken. Dies ist sicherlich auch dem engagierten Lehrer und Theaterprojektleiter Michael Türk zu verdanken, der in kurzer Zeit allen Beteiligten viel abverlangt. Das erfordert eine große Disziplin und hohe Motivation.

Das Stück wurde insgesamt drei Mal gespielt, es gab eine Schülervorstellung und zwei jeweils zweistündige Abendvorstellungen vor großem Publikum.

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