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Produktion in Limburg: Mundipharma geht, 100 Mitarbeiter bleiben

Von Das ist eine sensationelle und sehr erfreuliche Wende im Drama um Mundipharma: Ein anderes Unternehmen will mit rund 100 Beschäftigten in Limburg weitermachen. Aber noch sind viele Fragen offen.
Limburg. 

Die Verträge sind gerade  unterzeichnet worden: Die Produktion von Mundipharma bleibt nun doch in Limburg! Allerdings unter einem anderen Namen,  mit einem neuen Besitzer und mit anderen Medikamenten,  doch das dürfte den Beschäftigten und vielen mehr oder weniger Betroffenen in der Region ziemlich egal sein.

Info: Mundipharma

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Diese Nachricht kommt völlig überraschend – genau so wie vor fast einem Jahr das Aus für den Arzneimittelhersteller in Limburg. Die Verantwortlichen führten heute die finalen Verhandlungen. Stundenlang erläuterten sie an einem „neutralen“ Platz Satz für Satz des umfangreichen Vertragswerks; dem Vernehmen nach ging es lediglich um Details. Zeitgleich tagte den ganzen Tag über der Betriebsrat, der das Geschäft unterstützt. Schließlich geht es um rund 100 Arbeitsplätze in Limburg.

Aus nach 43 Jahren in Limburg

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Dass am Dienstag die Sonne vom strahlend blauen Himmel auf die imposante Glasfassade des modernen Baudenkmals auf der Dietkircher Höhe knallte, war vielleicht ein gutes Omen. Nur die wenigen Eingeweihten gaben sich bedeckt. Alles sollte streng geheim bleiben, bis die Tinte trocken ist und der Notar die Verträge abgesegnet hat. Um 18.10 Uhr war es dann soweit. Die Mitarbeiter sollen am Mittwoch informiert werden.

„Fidelio Healthcare“  ist kein Mitbewerber und auch kein klassisches Pharmaunternehmen, das einen Teil der Firma übernimmt. Es gibt auch keine Partnerschaft oder eine Minderheitsbeteiligung Der neue Eigentümer aus Seefeld (Deutschland), will die Immobilie und die Ausstattung für die Produktion, um dort eigene Präparate und Medikamente im Auftrag für andere Firmen herzustellen. Die bislang in Limburg produzierten Arzneien bleiben bei Mundipharma.

Fidelio Healthcare Geschäftsführer Heiner Hoppmann (l.) mit dem stellvertretenden Mundipharma Geschäftsführer Jürgen Feld. Bild-Zoom
Fidelio Healthcare Geschäftsführer Heiner Hoppmann (l.) mit dem stellvertretenden Mundipharma Geschäftsführer Jürgen Feld.

An der Strategie des Konzerns, Limburg bis zum Jahresende schrittweise zu verlassen, hat sich nichts geändert. „Wir halten am Fahrplan fest“, hieß es heute aus der Zentrale. Bereits im Frühjahr soll die neue, deutlich verkleinerte Marketing- und Vertriebseinheit in Frankfurt starten. Der Standort soll noch in dieser Woche festgelegt werden;    er soll von Limburg aus gut zu erreichen sein. Davon sind 86 derzeit in Limburg tätige Mitarbeiter betroffen, hinzu kommen 88 im Außendienst.

Forschung und Entwicklung wechseln bis Dezember nach Cambridge (England), die Produktion soll innerhalb Europas verlagert werden. Die Ortswahl steht weiter aus.

Info: Fidelio Healthcare

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Wie und von wem die anderen Gebäude auf der Dietkircher Höhe künftig genutzt werden könnten, ist nach Informationen dieser Zeitung offen.

Die Nachricht, dass der größte industrielle Arbeitgeber im Landkreis verschwindet, schlug am 21. März 2017 in der Region wie eine Bombe ein. Ein Schock nicht nur für die insgesamt 770 Beschäftigten, davon rund 500 in Limburg. Energische Proteste von allen Seiten und mehrere Kundgebungen blieben erfolglos. Am 29. September einigten Geschäftsleitung und Betriebsrat sich auf einen Sozialplan und weitere Vereinbarungen. Nun die wenigstens für einen Teil der Belegschaft erfreuliche Wende.

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