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Bürgerversammlung: Ideen für die Lahnbrücke

Von Kommt die Einbahnstraße auf der alten Lahnbrücke oder kommt sie nicht? Auf einer Bürgerversammlung wurden die Meinungen ausgetauscht.
Bald wird die Stadtpolitik entscheiden, ob weiter über die Brücke stadtauswärts gefahren werden darf. Bald wird die Stadtpolitik entscheiden, ob weiter über die Brücke stadtauswärts gefahren werden darf.
Limburg. 

Die Limburger Stadtpolitik möchte bald entscheiden, ob die Alte Lahnbrücke dauerhaft zur Einbahnstraße wird, die man dann mit Autos nur noch stadteinwärts befahren könnte. Bei einer Bürgerversammlung in der Aula der Marienschule meldeten sich überwiegend die Bürger zu Wort, die Kritik an den Planungen der Verwaltung üben. Stadtverordnetenvorsteher Michael Köberle (CDU) versprach, dass die Bürgermeinungen bei der Entscheidungsfindung der Stadtverordneten in Sachen Ja oder Nein Einbahnstraßenregelung Alte Lahnbrücke einfließen würden. Ob die Meinung der eher kritisch eingestellten Anwesenden jedoch repräsentativ für die Meinung der Limburger Bevölkerung ist, ist die Frage. Einige Besucher warnten davor, dass bei einer jetzt umgesetzten Einbahnstraßenregelung der Verkehr zusammenbrechen könne, wenn in ein paar Jahren die neue Lahnbrücke erneuert und dann nur noch zweispurig befahrbar sein wird. Tiefbauamtsleiter Martin Uphues rechnet mit Baubeginn 2022 und vierjähriger Bauzeit. Während Jürgen Dumeier, Leiter für Verkehrsplanung , berichtete, dass der Verkehrsversuch problemlos abgelaufen sei, berichteten Bürger, dass sie als Betroffene teilweise anderer Erfahrungen gemacht hätten. Sie erzählten von großen Staus in der Innenstadt. Eine Frau erklärte, sie habe durch die Stadt 45 Minuten gebraucht. Ihr Fazit: „Warum etwas ändern, das bisher ohne größere Unfälle funktioniert hat“. Der Grund, warum überhaupt über eine Änderung der Verkehrsführung nachgedacht wird, ist laut Dumeier, dass die zur Sanierung anstehende Brücke eigentlich für zwei Fahrspuren, zwei Gehwege plus Radweg, nicht breit genug ist. Bei einer nötigen Breite für alles zusammen von 10,25 Meter fehlen 1,5 Meter. „Für Begegnungsverkehr brauchen wir mehr Platz“, sagte Dumeier. Von daher die Idee Einbahnstraßenregelung, wobei Linienbusse dank einer Ampelregelung sowie Radfahrer auf einer separaten Fahrspur weiter die Lahnbrücke stadtauswärts befahren können sollten.

Vor der Brücke halten

Ein Bürger meinte, dass auch mit nur einer Fahrspur weiter Verkehr stadtein- wie auswärts möglich sei, wenn die an der Ampel wartenden Fahrzeuge nicht mehr auf der Brücke, sondern vor der Brücke halten würden. Ein anderer geäußerter Vorschlag war, sich auf einen Fußgängerweg auf einer Brückenseite zu beschränken, um weiter zwei Fahrspuren für Kraftfahrzeuge möglich zu machen. Dumeier sagte, dass laut Zählungen aktuell täglich 6000 Fahrzeuge stadteinwärts, 3500 Fahrzeuge stadtauswärts sowie 2900 Fußgänger sowie 450 Radfahrer die alte Lahnbrücke passieren. Der Verkehrsversuch habe gezeigt, dass die Sperrung der Lahnbrücke für den Verkehr stadtauswärts keine negativen Auswirkungen auf andere Straßen habe. Wer von der Innenstadt beispielsweise zum Schwimmbad wolle, der sei über die Schiede, Lichfieldbrücke und Weilburger Straße genauso schnell dort, wie über die Alte Lahnbrücke. Als Dumeier sagte, dass die Brücke im Vergleich zu früher deutlich an Bedeutung für den städtischen Verkehr verloren habe, ging ein deutliches zweifelndes Raunen vieler Gäste durch den Saal. Der Verkehrsplaner begründete aber, dass mittlerweile viele Autofahrer lieber den schnelleren Weg über die Autobahn nutzen, um eben aus Richtung B 49 auf die andere Stadtseite nicht durch die ganze City zu müssen. Gewerbetreibende aus der Westerwaldstraße warnten aber davor, die Brücke zu einer Einbahnstraße zu machen. Sie befürchten erhebliche Gewinnverluste, weil sie nicht glauben, dass die Bürger den weiten Umweg über die Lichfieldbrücke zum Einkaufen in der Westerwaldstraße in Kauf nehmen würden,. Ein Anwohner der Westerwaldstraße fand die vorübergehende Regelung als Verkehrsberuhigung seiner Straße hingegen sehr angenehm. Denn es gebe Leute, die sich am späten Abend Wettfahrten durch die Innenstadt lieferten und durch die Einbahnstraßenregelung habe er nach 22 Uhr Ruhe vor seinem Haus gehabt. Werner Laux, früher Vorsitzender der FWG-Fraktion, warnte als Fachmann davor, die Lahnbrücke zu einer Einbahnstraße zu machen, bevor die Erneuerung der Lichfieldbrücke nicht abgeschlossen sei. Wenn dann auf der Brücke ein Fahrzeug liegen bliebe, werde in der kompletten Limburger Innenstadt während der Umbauphase der Verkehr zusammenbrechen, ist er überzeugt. „Über das Thema Einbahnstraße kann gerne noch mal diskutiert werden, aber nicht vor 2025“, sagte Laux. Martin Uphues erklärte, dass wegen der Schäden an der Lahnbrücke jetzt eine Entscheidung über die künftige Verkehrsregelung benötigt werde. Walter Henneken bat, zu überdenken, ob die Regelung nicht umgekehrt Richtung stadtauswärts laufen könne. Das wäre seiner Meinung nach ein Kampf gegen die Luftverschmutzung. Man könne von allen Seiten schnell in die Stadt, aber schlecht wieder raus. Die ehemalige Grünen-Landtagsabgeordnete Senta Seip forderte ein Umdenken in der Verkehrspolitik. Ziel müsse es sein, nicht noch mehr Kraftfahrzeuge in die Stadt zu holen, sondern den öffentlichen Nahverkehr zu stärken und damit etwas gegen die Umweltbelastung zu tun. Ein Mann meinte, wäre die Auffahrt auf die alte Lahnbrücke nicht so steil, würden auch mehr Leute mit dem Rad in die Innenstadt fahren.

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