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Interview: Hautarzt Eberhard Dielmann: „Sonne macht die Seele heiter“

Von Wie gesund ist die Sonne für unsere Haut und wie schädlich? Warum sind ausgerechnet Landwirte einem hohen Risiko ausgesetzt? Experte Eberhard Dielmann weiß, auf welche Zeichen man achten sollte.
Pralle Sonne und ein kühles Bier: Diese jungen Männer ließen es sich gestern am Diezer Baggersee gutgehen. Foto: Robin Klöppel Pralle Sonne und ein kühles Bier: Diese jungen Männer ließen es sich gestern am Diezer Baggersee gutgehen.
Limburg-Weilburg. 

Zu viel Sonne kann für den Menschen gefährlich sein. Wer die UV-Strahlung unterschätzt, sich über Jahre immer wieder Sonnenbrand einfängt, kann auf längere Sicht an Hautkrebs erkranken. Die Zahl der Betroffenen ist seit 1970 kontinuierlich gestiegen. Aktuell erkranken alleine in Deutschland jährlich 20 000 Menschen an schwarzem und sogar 200 000 Menschen an weißem Hautkrebs. Unser Mitarbeiter Robin Klöppel hat sich mit dem erfahrenen Hautarzt Eberhard Dielmann darüber unterhalten, ob Sonnenbäder überhaupt ratsam sind. Der 68-jährige Limburger hält es – wie bei allem – für sinnvoll, ein gesundes Mittelmaß zu finden.

Wenn man von den ganzen Hautkrebsgefahren liest. Ist es da für Menschen überhaupt sinnvoll, sich Sonne auszusetzen?

EBERHARD DIELMANN: Die Sohne macht die Seele heiter. Durch Licht werden im Hirn Psychosubstanzen ausgeschüttet, die lebensfroh machen. Ebenfalls braucht der Körper Sonne, um Vitamin D bilden zu können. Menschen ohne Sonnenlicht fehlt das Kalzium in den Knochen. Die Sonne ist die letzten Jahre in Verruf geraten. Aber es ist wie mit allem. Es geht um ein gesundes Mittelmaß. Normalerweise schützt uns unser Körper vor zu viel UV-Strahlung auf der Haut. Dass das Pigmentsystem reagiert, schützt den Zellkern vor zu viel Energiezufuhr. Das zeigt sich am Bräunen der Haut. Langsam die Haut an die Sonne gewöhnen, ist der beste Schutz vor Krebs.

Wie sieht der richtige Umgang mit Sonne aus?

DIELMANN: Wer vernünftig mit Sonne umgeht, braucht keine große Angst vor Hautkrebs zu haben. Eine Gefahr ist es, wenn die Sonneneinwirkung ständig extrem hoch und runter geht, bei Landwirten, Förstern, Seeleuten und anderen Menschen eben, die beruflich viele Stunden der prallen Sonne ausgesetzt sind. Von einmal Sonnenbrand wird keiner einen Hautkrebs bekommen. Aber Menschen, die über Jahrzehnten immer wieder einen haben, für die besteht natürlich ein erhöhtes Risiko. Wenn die Haut keine Verbrennungen aufzeigt, ist das eigentlich ein gutes Zeichen dafür, dass man mit Sonne vernünftig umgeht.

Gesegnet mit gutem Wetter

Zwischen 500 und 1000 Besucher kommen ins Elzer Freibad an guten Tagen. Dann muss aber alles stimmen: Temperatur und Himmelfarbe. Ältere Gäste kommen auch noch aus einem ganz anderen Grund, weiß Bademeister Mark Kraus.

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Wie lange kann man denn in die Sonne gehen?

DIELMANN: Das ist unterschiedlich und hängt vom Hauttyp ab. Menschen mit wenig Pigmenten, Rothaarige mit blauen Augen zum Beispiel, fangen sich viel leichter Sonnenbrand, als der von Natur aus dunklere arabisch-italienische Typ oder gar der afrikanische Typ. Albinos haben gar keine Hautpigmente. Man sollte aus der Sonne rausgehen, wenn die Haut anfängt, zu spannen und leicht zu brennen. Natürlich sollte man Lichtschutzcreme verwenden, aber auch dabei nicht übertreiben. Denn wer sich ständig mit Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 50 einschmiert, bei dem kann sich auch kein Vitamin D bilden oder Bräunung einstellen. Man muss sich vor Sonne wirklich nicht vor Angst in die Hose machen, zum Stubenhocker werden. Aber wer sich überhaupt nicht um Sonnenbrandvermeidung kümmert, der muss damit rechnen, irgendwann Hautkrebs zu bekommen. Gegen die Symptome von Sonnenbrand können Kortisoncremes schnelle Linderung bringen. Wer Hautkrebs frühzeitig erkennen und somit im Krankheitsfall seine Heilungschancen erhöhen will: Die Krankenkassen zahlen mittlerweile allen Patienten alle zwei Jahre ein Hautkrebsscreening beim Hautarzt.

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