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Größter Arbeitgeber in der Gemeinde investiert 18 Millionen Euro in neue Produktionshalle: Eichhorn-Neubau „nicht von Pappe“

Von Die Carl Eichhorn KG Wellpappenwerke hat in Niederbrechen die Grundsteinlegung für einen Erweiterungsbau gefeiert.
Firmenvertreter und Ehrengäste legten für die Firmenerweiterung symbolisch Hand an. Foto: Robin Klöppel Firmenvertreter und Ehrengäste legten für die Firmenerweiterung symbolisch Hand an.
Niederbrechen. 

Bis zum kommenden Frühjahr lässt die Carl Eichhorn KG Wellpappenwerke in Niederbrechen für 18 Millionen Euro eine neue Lager- und Produktionshalle mit 9500 Quadratmetern Fläche errichten. Die soll es ermöglichen, auf dem bisherigen Gelände der Straßenmeisterei Brechen Arbeitsplätze zu sichern und die logistischen Prozesse des Unternehmens wieder unter einem Dach zu vereinen.

Die Unternehmensgruppe Eichhorn aus Jülich hat nach eigenen Angaben 2017 einen Umsatz von 80 Millionen Euro gemacht und 180 Millionen Quadratmeter Wellpappe produziert, davon 80 Millionen in Brechen. Seit 1960 fertigt die Carl Eichhorn KG, wie Vertriebsleiter Andreas Weidlich bei der Grundsteinlegung erklärte, in Jülich Wellpappe.

In Ruine produziert

Vorher war das mittlerweile in fünfter Familiengeneration geführte Unternehmen eine reine Papierfabrik. 1970 wurde in Niederbrechen die alte Weberei erworben, um hier für den Süd-Markt einen zweiten Standort neben Jülich aufzubauen. In den ersten Jahren wurde das Werk Brechen vom Stammsitz aus mit vorgefertigten Wellpappebogen versorgt, die hier vor Ort zu Verpackungen verarbeitet wurden.

Ausgehend von zunächst 27 Mitarbeitern im Jahre 1971 konnte das Werk laut Weidlich beachtliches Wachstum hinlegen. Schließlich wurde dann 1979 eine eigene Wellpappenanlage installiert, so dass in Brechen dann selbst die nötige Wellpappe für die Weiterverarbeitung vor Ort hergestellt werden konnte.

„Ein durch Sabotage verursachter Großbrand im Jahre 1980 stoppte dann vorerst die Erfolgsgeschichte“, berichtete der Prokurist bei der Grundsteinlegung. Durch Unterstützung des Stammwerkes sei es aber gelungen, trotzdem keine Kunden zu verlieren. In Brechen sei damals auch in Zelten neben der Brandruine weiterproduziert worden. Ein Jahr nach dem Totalverlust des Werkes habe die Produktion in neuen Hallen mit neuen Maschinen wieder aufgenommen werden können.

Derzeit seien rund 100 Mitarbeiter in Brechen beschäftigt. Weidlich ist froh, dass das Werk nach über 13-jähriger Diskussionen über die Erweiterung endlich mit dem Bau der neuen Lager- und Produktionshalle starten kann. „Der Markt für Verpackungen aus Wellpappe – 80 Prozent unseres eingesetzten Rohstoffes besteht aus recyceltem Papier – wächst in den letzten Jahren stets etwas mehr als das Brutto-Inlandsprodukt“.

Weidlich berichtete „nicht ohne stolz, dass unser Unternehmen auch immer etwas mehr als der Durchschnitt unserer Branche gewachsen ist“. Weiteres Wachstum in Zukunft sei geplant. Dafür, dass nun der Startschuss für die Erweiterung fallen könne, dankte Weidlich für ihr Engagement der Gemeinde Brechen, Architekt André Kramm sowie Martin Rudersdorf von der Wirtschaftsförderung, der für den Erwerb der Straßenmeisterei vom Land Hessen die eine oder andere Tür geöffnet habe.

Brechens Bürgermeister Frank Groos (parteilos) freut sich, dass die Carl Eichhorn KG sich trotz des sehr langen Genehmigungsprozesses mit der Investition weiter zum Standort Brechen bekenne.

NNP vergraben

Denn die Wellpappenwerke seien der größte Arbeitgeber vor Ort und ein zuverlässiger Gewerbesteuerzahler.

Architekt Kramm betonte, dass ein solider Grundstein für jede Maßnahme wichtig sei. In diesem verbuddelte er unter anderem auch die Tagesausgabe der Nassauischen Neuen Presse. So können die, die in einigen Generationen den Grundstein wieder ausgraben, sehen, was beim Start der Erweiterung in der Region los war. Auch Kramm fand bei der Bauvorbereitung überraschende Spuren aus der Vergangenheit: Reste von Baracken, die damals beim Bau der Autobahn 3 errichtet worden waren.

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