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Neubau: Die Grundschule der Zukunft

Von Grundschule 4.0: Die Waldschule wird nicht aufwendig saniert, sondern abgerissen und neu gebaut: Für rund 6 Millionen Euro entsteht in Horressen die Grundschule der Zukunft.
Der Neubau wird zwei Geschosse, aber keinen Keller bekommen. Die Haustechnik kommt unter das Dach.  Grafik: VG Montabaur Foto: nn Der Neubau wird zwei Geschosse, aber keinen Keller bekommen. Die Haustechnik kommt unter das Dach. Grafik: VG Montabaur
Montabaur. 

Undichte Stellen an Kellerwänden, Sockel und Dach; Fenster und Türen sind abgenutzt; die Installationen für Strom, EDV, Wasser und Heizung sind veraltet und die Dämmung des Gebäudes ist auch nicht mehr zeitgemäß. Und dann noch der Brandschutz: Die Rippendecken in den älteren Teilen der Waldschule könnten nur mit großem Aufwand auf heutige Brandschutz-Standards gebracht werden, und zwei baulich getrennte Rettungswege gibt es längst nicht in allen Räumen. Seit Frühjahr 2015 ist bekannt, dass die Mängel an der Waldschule groß sind – so groß, dass ein Abriss und Neubau des Gebäudekomplexes wirtschaftlicher sind als die Sanierung. Also entschied der Verbandsgemeinderat, dass abgerissen wird: zumindest der Bau aus den 1960er Jahren und die Erweiterung aus dem Jahr 1985. Die Mensa (2003 eingeweiht) und die Turnhalle bleiben stehen.

Abriss in den Ferien

In den Sommerferien wird zunächst einmal der Teil der Waldschule abgerissen, der seit Mai sowieso leer steht – der Bereich des Gebäudes, der bis Mai als Kita genutzt wurde, außerdem die Hausmeisterwohnung und die Nebengebäude. Wenn alles nach Plan läuft, soll Ende des Jahres der Rohbau stehen – mitsamt Dach. Zum Beginn des Schuljahres 2010 / 2021 sollen die Schüler einziehen können – und dann wird auch der jetzige Grundschultrakt abgerissen.

So soll sie einmal aussehen – die Waldschule in Horressen. In zwei Jahren soll der Neubau fertig sein.  Grafik: VG Montabaur Bild-Zoom Foto: nn
So soll sie einmal aussehen – die Waldschule in Horressen. In zwei Jahren soll der Neubau fertig sein. Grafik: VG Montabaur

Größer, schöner und moderner soll die neue Waldschule werden, sie soll die Brandschutzauflagen erfüllen und barrierefrei sein – und so wärmegedämmt, das sie nahezu Passivhaus-Standards erfüllt. Dazu gehört auch, dass die Schule eine automatische Lüftungsanlage bekommt – bislang eine Seltenheit in Schulen, berichtet Christina Weiß, Sprecherin der Verbandsgemeindeverwaltung. „Das spart Kosten und bringt modernes Design in die Räume.“

Moderne Decken

Auch die Decken sind vom Feinsten: Alle Räume bekommen Akustikdecken mit einer integrierten Deckenstrahlheizung – die strahlt nur dann Wärme ab, wenn sie eingeschaltet ist und ist schon deshalb sehr energiesparend, weil die Räume nicht vorgeheizt oder dauerhaft beheizt werden müssen. Auf das Schuldach soll eine Photovoltaik-Anlage, alle Klassenräume werden mit Whiteboards für den interaktiven Unterricht ausgestattet.

Sechs Millionen Euro

Die Schule der Zukunft lässt sich die Verbandsgemeinde einiges kosten: Insgesamt 6,01 Millionen Euro sind veranschlagt, das Land gibt 445 000 Euro dazu, 73 800 Euro spendiert der Westerwaldkreis; die Verbandsgemeinde zahlt den Rest.

Weil die Schülerzahlen in der Stadt Montabaur stetig steigen, wird die neue Waldschule größer als ursprünglich gedacht: 2015 war noch von einer 2,5-zügigen Grundschule die Rede, inzwischen wird eine dreizügige Grundschule mit Ganztagsangebot geplant.

Das Schulgebäude wird in Massivbauweise errichtet – mit L-förmigem Grundriss. Die Schule wird zwei Geschosse haben, aber keinen Keller.

Die Haustechnik soll unter dem Dach untergebracht werden, insbesondere die Lüftungsanlage. Ansonsten sind zwölf Klassenräume, ein Lehrerzimmer, Büros für Schulleitung und Sekretariat, ein Mehrzweckraum, eine Bibliothek, ein Aktiv- und ein Ruheraum für die Ganztagsschule, ein Raum für die betreuende Grundschule und WC-Anlagen für Schüler und Lehrer geplant. Die alte Mensa und die Sporthalle können weiter genutzt werden, die Sporthalle wird aber modernisiert – sie bekommt eine neue Lüftungsanlage.

Architekten oder Ingenieure muss die Verbandsgemeinde nicht extra bezahlen: Entwurf, Planung, Haustechnik und Bauleitung übernehmen Mitarbeiter der Gebäudeverwaltung.

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