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B 8-Umgehung: Bürgerinitiative: Verkehrsbelastung bleibt hoch

Es waren nicht so viele Fahrzeuge wie beim letzten Mal, aber immer noch ein ordentliches Verkehrsaufkommen: 12 036 Fahrzeuge haben die Freiwilligen der Bürgerinitiative Ortsumgehung Niederbrechen im Rahmen ihrer Verkehrszählung an der B 8 registriert.
Rudolf Heun, Jürgen Behrendt und Antonella Nickel zählen zu später Stunde den Durchgangsverkehr in Niederbrechen. Foto: Johannes Koenig Rudolf Heun, Jürgen Behrendt und Antonella Nickel zählen zu später Stunde den Durchgangsverkehr in Niederbrechen.
Niederbrechen. 

Da haben manche Autofahrer in Niederbrechen gleich zweimal hingeguckt. Zu später Stunde machten es sich Freiwillige der Bürgerinitiative Ortsumgehung Niederbrechen an der Kreuzung von Limburger und Villmarer Straße gemütlich. Auf dem Bürgersteig wurden Tische und Stühle aufgebaut, Plakate entrollt, Luftballons aufgeblasen, heißer Kaffee bereitgestellt. Sogar Knabbereien waren vorhanden. Um Punkt Mitternacht begannen Jürgen Behrendt, Rudolf Heun, Antonella Nickel und Heiko Ewald mit ihrer 24-Stunden-Verkehrszählung. Unter dem Motto „Wir zählen für (und auf) Sie“ registrieren sie akribisch jedes Fahrzeug, das an ihnen vorbeirollte.

Vier Fahrtrichtungen

Eine Aufgabe, die gar nicht so einfach war, schließlich mussten sie mit der B 8 und der Straße nach Villmar und Runkel gleich vier Fahrtrichtungen im Auge behalten. „Es geht darum, zu überprüfen, ob die gefühlte Verkehrszunahme seit der letzten Zählung 2014 auch tatsächlich eingetreten ist“, sagte der Vorsitzende der Bürgerinitiative, Heiko Ewald. Dazu hatte der Verein 33 Mitglieder aktiviert, die sich im Laufe des Tages ablösten. „Abgelöst wird in der Regel alle drei Stunden, manche bleiben aber auch länger sitzen, andere wiederum übernehmen noch eine zweite Schicht“, erklärte der Vorsitzende. Am begehrtesten war der Vormittagsdienst, dennoch gelang es, alle Schichten ausreichend zu besetzen.

Bei der Zählung der Pkw kamen Zählautomaten zum Einsatz, während Lkw ohne technische Hilfen erfasst wurden. Und wie reagierten die Autofahrer auf das ungewohnte Empfangskomitee am Straßenrand? „Nach den vielen Lächeln und hochgereckten Daumen zu urteilen, kam die Aktion sehr gut an. Viele hielten auch an, um nachzufragen, was wir machen. Danach hieß es dann oft ’Macht weiter so’“, fasst Heiko Ewald zusammen.

Insgesamt zählten er und seine Mitstreiter auf der B8 in 24 Stunden 12 036 Fahrzeuge. Die höchste Belastung trat in der Hauptverkehrszeit von 7 bis 8 Uhr auf. Exakt 898 Fahrzeuge, 832 Pkw und 66 Lkw, waren in diesem Zeitraum auf der B 8 unterwegs. 8 391 Fahrzeuge fuhren in Richtung Villmar und Runkel. Die höchste Belastung lag bei 544 Fahrzeugen pro Stunde.

Ruß auf Fensterscheiben

Zahlen, die jedoch unter den vor drei Jahren ermittelten Werten liegen. Damals zählte die Bürgerinitiative auf der B 8 rund 14 550 Fahrzeuge sowie auf der Villmarer Straße etwa 8750 Fahrzeuge. Ein Ergebnis, dass Heiko Ewald nicht weiter anficht, vielmehr verwies er darauf, dass 2014 an der Kreuzung noch keine Ampelanlage stand. Seitdem wichen Fahrer mit Ortskenntnissen auf Nebenstraßen aus, die von der Zählung nicht erfasst werden. „Außerdem werden unseren Zahlen von Hessen Mobil ohnehin nicht akzeptiert. Die haben ihr eigenes Verfahren mit Zählpunkten außerhalb des Ortes.“

Hauptziel der Aktion war daher, Aufmerksamkeit zu erregen, was auch gelungen war. So schauten sich die Bundestagsabgeordneten Klaus-Peter Willsch (CDU) und Martin Rabanus (SPD), die Landtagsabgeordneten Andreas Hofmeister (CDU) und Tobias Eckert (SPD) sowie die Bürgermeister von Brechen (Frank Groos) und Bad Camberg (Jens Peter Vogel) zusammen mit Vertretern der anderen B 8-Bürgerinitiativen die Zählung vor Ort an.

„Wenn man nichts unternimmt, wird es niemals zu einer Umgehung kommen“, erklärte Jürgen Behrendt seine Motivation. Zusammen mit seiner Lebensgefährtin Antonella Nickel bewohnt er eines der Eckhäuser der Kreuzung. Lärmbelästigungen durch Lkw, die die Villmarer Straße herunterrollen, sowie bewusst herbeigeführte Fehlzündungen diverser Flitzer sorgen nicht nur für kurze Nächte, sondern auch für ordentlich Ruß an den Fensterscheiben und -bänken.

Wie geht es für die Bürgerinitiative nun weiter? „Wir werden weiterhin auf uns aufmerksam machen“, lautet die Auskunft.

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