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Bürger helfen Bürgern

Verein gegründet, Vorstand gewählt – die Vorbereitungen für eine wirkungsvolle Nachbarschaftshilfe können intensiviert werden. Das Ziel: Mobilität in der Esterau und darüber hinaus zu erhalten.
Der neue Vorstand des Nachbarschaftshilfevereins Esterau mit der Vorsitzenden Silvia Berens (Mitte) und Verbandsgemeinde-Bürgermeister Michael Schnatz (rechts). Bilder > Der neue Vorstand des Nachbarschaftshilfevereins Esterau mit der Vorsitzenden Silvia Berens (Mitte) und Verbandsgemeinde-Bürgermeister Michael Schnatz (rechts).
Holzappel. 

Der eingeleitete Wandel lässt es erkennen: Im ländlichen Raum wird in Zukunft eine wachsende Gruppe von Menschen auf Unterstützung im täglichen Leben angewiesen sein. Der Weg zum Arzt, zum Einkauf, Behördengänge – die von gesellschaftlichen und demografischen Veränderungen geprägte Entwicklung offenbart schon heute Lücken in der Grundversorgung, die ältere und alleinstehende Dorfbewohner obendrein von der Kommunikation abschneiden und in der Freizeitgestaltung beschränken.

Offen für alle Gemeinden

Um gegensteuern zu können, räumte die Kommunalpolitik im Regionalen Entwicklungskonzept der „ergänzenden Mobilität“ Vorrang ein. „Bürger helfen Bürgern“ sollte es ermöglichen, zunächst über Fahrdienste eine private Mitnahme zu organisieren. Obwohl mit der Zeit weitere Angebote folgen können, bleibt die Nachbarschaftshilfe nicht mehr als eine zusätzliche Leistung. „Es ist kein Ersatz zum Beispiel für Pflegedienste“, unterstrich Sven Lachmann vom IfR Institut für Regionalmanagement am Montag in der Gründungsversammlung in Holzappel.

Rund 50 Teilnehmer, darunter Ortsbürgermeister, gründeten mit einem einstimmigen Beschluss den Verein Nachbarschaftshilfe Esterau und betonten zugleich, dass keine Gemeinde außerhalb der Klein-Region von einer Beteiligung ausgeschlossen werden soll. Die ebenfalls einstimmig verabschiedete Satzung legt für Ortschaften einen Mitgliedsbeitrag von 25 Cent pro Einwohner fest. Erwachsene zahlen pro Jahr zwölf Euro, Paare und Familie 24. Mitglieder bis 25 Jahre bleiben beitragsfrei, Firmen und Institutionen haben 60 Euro zu entrichten.

Die Versammlung wählte Silvia Berens (Scheidt) zur Vorsitzenden, Stellvertreter ist Thomas Schneider (Cramberg). Die Kasse wird von Helmut Berens (Scheidt) geführt (Stellvertreter Bernd Nöllge; Holzappel), Schriftführer ist Frank Feigel (Cramberg), Stellvertreterin Doris Petri (Cramberg). Dem Vorstand gehören sechs Beisitzer an.

Zweck des Vereins ist es laut Satzung, sich der vielfältigen Aufgaben und Herausforderungen im sozialen Umfeld anzunehmen und hilfsbedürftige Mitbürger zu unterstützen. Bestehende und entstehende gesellschaftliche Aufgaben und Notlagen sollen durch bürgerschaftliches Engagement und gemeinsames Handeln bewältigt werden. Angestrebt wird die Mitwirkung von Bürgern, Ortsgemeinden sowie Kirchen und Vereinen.

Lebensqualität sichern

Schon auf dem ersten Info-Treffen im Oktober 2015 wurde beschlossen, dass sich aus der Initiative zur Verbesserung der Mobilität in ländlicher Region ein Verein entwickeln sollte. Spontan hatten sich seinerzeit 15 Interessierte bereit erklärt, im Kernteam in der Gründungsphase mitzuarbeiten. In drei Treffen in Scheidt, Laurenburg und Eppenrod wurden Ziele und Bausteine der Hilfe ausgearbeitet und festgelegt. Dabei standen Fragen im Vordergrund: Wie kommen ältere Mitbürger oder andere mobilitätseingeschränkte Menschen ohne Auto und ohne Familien-Anschluss von A nach B? Wie können ältere Mitmenschen mit Hilfeleistungen rund um Haus und Garten unterstützt werden? Also letztlich: Wie ist Lebensqualität in den Dörfern zu sichern?

„Mit der Gründung des Nachbarschaftshilfevereins Esterau setzen wir eine Initiative um, die vor rund fünf Jahren mit der Erarbeitung des Regionalen Entwicklungskonzeptes Diez-Montabaur begann, von den Ortsbürgermeistern aufgegriffen wurde und für die nun gemeinsam mit dem Kernteam aus interessierten Bürgerinnen und Bürgern der Startschuss fällt“, hatte Verbandsbürgermeister Michael Schnatz (SPD) schon während der Vorbereitungsphase erklärt. Am Montag machte er Mut für die bevorstehende Anlaufzeit von sicherlich zwei Jahren. „Engagement ist der entscheidende Faktor für die Lebensqualität in den Ortsgemeinden“, warb der Kommunalpolitiker zugleich um weitere Mitglieder. Und er gab eine Aufgabe mit auf den Weg: „Bedingungen müssen immer wieder überprüft und den Bedürfnissen angepasst werden.“

(hbw)
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