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Zahl der Briefwähler ist deutlich gestiegen: Briefwahl: „Wir werden förmlich überrannt“

Zehn Tage vor der Bundestagswahl ist angeblich die Hälfte der Wahlberechtigten noch unentschlossen – aber etwa jeder Fünfte hat bereits seine Kreuzchen auf dem Stimmzettel gemacht. Die Zahl der Briefwähler ist in diesem Jahr größer denn je. Viele Kommunen mussten Unterlagen nachbestellen.
Bequem am häuslichen Tisch wählen gehen: Immer mehr Bürger machen von dieser Möglichkeit Gebrauch. Sämtliche Wahlämter im Nassauer Land berichten von einem steilen Anstieg der Briefwahl. Foto: Anette in Concas Bequem am häuslichen Tisch wählen gehen: Immer mehr Bürger machen von dieser Möglichkeit Gebrauch. Sämtliche Wahlämter im Nassauer Land berichten von einem steilen Anstieg der Briefwahl.
Nassauer Land. 

Die Stadt Limburg steuert auf einen Rekord bei den Briefwählern zu. Bisher hat jeder fünfte Wahlberechtigte davon Gebrauch gemacht – rund 4800 Wähler. Sollte es beim Schnitt von täglich 150 Briefwahlanträgen bleiben, könnten bis Freitag, 22. September, 18 Uhr, noch rund 1000 weitere Briefwähler dazukommen, schätzt die Leiterin des Einwohnermeldeamts, Christiane Spitz – so viele wie nie zuvor. Zum Vergleich: Bei der Bundestagswahl 2013 hatten insgesamt nur rund 3600 Bürger Briefwahl beantragt.

Auch in Bad Camberg übersteigt die Zahl der Briefwähler schon jetzt die endgültige Zahl der Briefwähler bei der Bundestagswahl 2013. „Die Briefwahl scheint dieses Mal sehr, sehr gefragt zu sein“, bestätigt Heike Niehörster, die in der Stadt für die Organisation der Wahl zuständig ist. Bis Montagnachmittag hatten bei ihr bereits 2036 Bürger Briefwahlunterlagen beantragt. Vor vier Jahren waren es lediglich 1820 Wahlberechtigte. Insgesamt dürfen in Bad Camberg in diesem Jahr 10 833 Bürger ihre Stimme abgeben.

In Elz , wo die Bürger am 24. September gleichzeitig zur Bürgermeisterwahl aufgerufen sind, wird es ebenfalls ein Rekordergebnis geben. Bis gestern sind 1109 Briefwahlunterlagen raus- und größtenteils auch wieder eingegangen; 2013 waren es insgesamt nur 1119. Büro- und Wahlleiter Thomas Emmel hatte vorsorglich 300 Formulare mehr bestellt als sonst: 1500. „Die werden hoffentlich reichen“, sagt er.

Stimmzettel nachgeordert

Über einen starken Anstieg in Hadamar berichtet Wahlleiter Hartmut Will. Persönlich im Rathaus, per Post oder Internet haben bisher 1660 Bürger Briefwahl beantragt (2013 insgesamt 1358); allein am Montag vergangener Woche rund 200. Die Nachfrage hält laut Will an.

In Hünfelden haben die Organisatoren bereits reagiert: Dort ist der Andrang zur Briefwahl so groß, dass für die Auszählung dieser Stimmzettel zusätzliche Helfer verpflichtet werden sollen. Bisher haben von den insgesamt 7783 Wahlberechtigten bereits 1349 Briefwahlunterlagen beantragt. 2013 waren es am Tag der Wahl nur 1242. Helga Natz rechnet damit, dass sich diesmal am Ende jeder vierte Wähler in Hünfelden für die Briefwahl entschieden haben wird.

In Villmar hatten gestern um 10.30 Uhr 1070 Menschen Briefwahl beantragt. Um 14.15 Uhr waren es bereits 1102 – rund 20 Prozent der Wahlberechtigten und 21 mehr als bei der vergangenen Bundestagswahl insgesamt. Die Villmarer hätten aber schon immer etwas lieber per Brief gewählt als etwa die Runkeler, sagt Wahlleiter Thorsten Laux. „Einige Leute sind sicherlich verhindert“, sagt Laux. „Aber es ist auch Bequemlichkeit dazugekommen.“ Wegen des Mehraufwands bestehe der Briefwahlvorstand aus zehn statt, wie in den Wahllokalen, aus neun Personen.

Obwohl das Briefwahlinteresse in Runkel niedriger ist als in Villmar, hat die Zahl der Briefwähler auch dort zugenommen: von 17 Prozent im Jahr 2013 auf 18,5 Prozent, Stand gestern. An den Auszählungsmodalitäten werde man aber nichts ändern, sagt Verwaltungsleiter Martin Höhler: Es bleibe bei neun Leuten pro Wahlbezirk – und neun Leuten für die Briefwahl.

„Die Briefwahl wird dieses Jahr extrem gut angenommen“, sagt der Dornburger Büroleiter Holger Kirch. Bei der letzten Bundestagswahl hätten 1200 von 6500 Wählern in der Gemeinde Briefwahl gemacht. Diesmal hätten bereits 1500 Wähler Briefwahl beantragt. „Wir haben jetzt noch 200 Wahlbögen nachgeordert“, sagt Kirch. Viele Bürger hätten keine Lust mehr, an ihrem freien Tag ins Wahllokal zu gehen. Auch werde es immer schwerer, Freiwillige zu finden, die sich stundenlang ins Wahlbüro setzten.

Wahlkreis 204: 50 Prozent

„Der Briefwähleranteil ist bei uns dieses Jahr sehr stark“, erklärt der Beselicher Büroleiter Andy Genschka. Bei der Bundestagswahl 2013 hätten in der Gemeinde 750 Wähler Briefwahl abgegeben, „und jetzt eineinhalb Wochen vor der Wahl haben wir dieses Ergebnis schon überschritten“. Genschka denkt, dass am Ende fast jeder vierte Beselicher Wahlberechtigte Briefwahl gemacht haben und die 1000-er-Marke überschritten wird. „Denn wir werden von den Leuten förmlich überrannt. Zwischen 50 und 90 Bürger kommen oder schreiben pro Tag, um an ihre Briefwahlunterlagen zu kommen.“

Rund ein Drittel der 210 000 Wahlberechtigten aus dem Wahlkreis 204 Montabaur , zu dem der Westerwaldkreis sowie die Verbandsgemeinden Diez, Hahnstätten, Katzenelnbogen, Nastätten und Nassau aus dem Rhein-Lahn-Kreis gehören, werden voraussichtlich per Brief wählen. Das ist die Prognose von Wahlleiter Pascal Becker. Tatsächlich hätten die Verbandsgemeinden Briefwahlunterlagen nachbestellt. Die Nachfrage sei bei der vergangenen Wahlen kontinuierlich angestiegen. Gehe man von einer Wahlbeteiligung im Wahlkreis 204 von 70 Prozent aus, dann betrage der Anteil von Briefwählern 50 Prozent, rechnet Becker vor. In Montabaur lagen bis Mittwoch rund 9000 Anträge für Briefwahl vor. In Diez sind es 4055 Anträge; am Tag der letzten Bundestagswahl waren es 3660.

( abv,dick,hei,jj,rok,sab)
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